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Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
Wir fordern den Deutschen Bundestag und die Bundesregierung auf, das Kraftstoffpreisanpassungsgesetz (KPAnG) wirksam nachzubessern.
Seit dem 1. April 2026 dürfen Preise für Benzin und Diesel an öffentlichen Tankstellen nach § 2 KPAnG grundsätzlich nur einmal pro Kalendertag um 12 Uhr erhöht werden. Preissenkungen sind jederzeit möglich. Diese Regel begrenzt jedoch nur die Häufigkeit einer Preiserhöhung – nicht deren Höhe.
Eine einmalige tägliche Erhöhung darf deshalb nicht dazu führen, dass außergewöhnlich große Preissprünge ohne besondere Transparenz oder Prüfung möglich bleiben.
Wir fordern:
1. Automatische Prüfung außergewöhnlicher Preissprünge
Ungewöhnlich starke Erhöhungen innerhalb kurzer Zeit sollen von der Markttransparenzstelle bzw. dem Bundeskartellamt automatisiert erkannt und überprüft werden.
2. Begründungspflicht bei außergewöhnlichen Erhöhungen
Bei besonders starken Preissteigerungen sollen die preisbestimmenden Unternehmen gegenüber der zuständigen Behörde nachvollziehbar darlegen, welche Veränderungen bei Beschaffung, Großhandel, Raffinerie, Transport, Steuern, CO₂-Kosten oder sonstigen Kostenbestandteilen die Erhöhung erklären.
3. Transparenz in beide Richtungen
Nicht nur Preissteigerungen, sondern auch sinkende Beschaffungs- und Großhandelspreise sollen ausgewertet werden. Es soll öffentlich nachvollziehbar sein, ob und mit welcher Verzögerung sinkende Kosten an Verbraucher weitergegeben werden.
4. Gesetzlich geregelter Entlastungsmechanismus bei extremen Kraftstoffpreisen
Für außergewöhnliche Krisensituationen soll der Gesetzgeber einen klar definierten Mechanismus schaffen, der befristete Entlastungen ermöglicht, zum Beispiel durch steuerliche Maßnahmen im europarechtlich zulässigen Rahmen.
5. Nachbesserung des KPAnG bei der gesetzlich vorgesehenen Evaluierung
§ 4 KPAnG sieht nach einem Jahr einen Bericht über die Erfahrungen mit dem Gesetz vor. Diese Evaluierung soll ausdrücklich prüfen, ob die 12-Uhr-Regel tatsächlich zu mehr Verbraucherschutz führt oder lediglich die Zahl der täglichen Erhöhungen begrenzt, ohne außergewöhnliche Preissprünge ausreichend zu erfassen.
Eine Uhrzeit ist noch keine Preisbremse.
Wer zur Arbeit fahren muss, im ländlichen Raum lebt, Angehörige versorgt oder beruflich auf ein Fahrzeug angewiesen ist, braucht nicht nur transparente, sondern auch nachvollziehbare und kontrollierbare Kraftstoffpreise.
Deutschland braucht deshalb eine wirksame Weiterentwicklung des Kraftstoffpreisanpassungsgesetzes: mit Kontrolle außergewöhnlicher Preissprünge, klarer Transparenz und einem rechtssicheren Entlastungsmechanismus für extreme Krisenlagen.
Begründung
Warum ist diese Petition wichtig?
Hohe Kraftstoffpreise treffen nicht nur Menschen, die aus privaten Gründen Auto fahren. Für viele Beschäftigte ist das Auto Voraussetzung dafür, überhaupt zur Arbeit zu kommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes fuhren 2024 rund 65 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit dem Pkw zur Arbeit, während nur 16 % Bus oder Bahn nutzten. Besonders im ländlichen Raum bestehen häufig keine gleichwertigen Alternativen zum eigenen Fahrzeug.
Die Belastung ist aktuell außergewöhnlich hoch. Am 18. September 2026 lag der bundesweite Durchschnittspreis für Diesel laut ADAC bei 2,471 Euro pro Liter, Super E10 bei 2,308 Euro pro Liter. Diesel erreichte damit einen neuen Höchststand. Ein Teil dieser Entwicklung hängt mit gestiegenen Rohöl- und Großhandelspreisen sowie der angespannten internationalen Versorgungslage zusammen.
Seit dem 1. April 2026 dürfen Kraftstoffpreise an Tankstellen grundsätzlich nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöht werden. Preissenkungen sind dagegen jederzeit möglich. Ziel dieser Regelung ist vor allem mehr Transparenz und bessere Vergleichbarkeit für Verbraucher.
Genau hier setzt diese Petition an: Eine Begrenzung der Anzahl der Preiserhöhungen begrenzt nicht automatisch die Höhe einer einzelnen Erhöhung. Für Verbraucher macht es wenig Unterschied, ob ein Preis mehrmals am Tag oder einmal deutlich steigt. Deshalb sollte überprüft werden, ob außergewöhnlich starke Preissprünge ausreichend kontrolliert werden und ob sinkende Beschaffungs- und Großhandelspreise zeitnah beim Endpreis ankommen.
Hohe Kraftstoffpreise wirken sich außerdem nicht nur auf Pendler aus. Sie erhöhen die Kosten für Handwerk, Pflege, Landwirtschaft, Lieferverkehr und viele andere Unternehmen. Diese Kosten können wiederum auf Waren und Dienstleistungen weitergegeben werden.
Mobilität ist für viele Menschen keine Luxusfrage. Sie ist Voraussetzung für Arbeit, Versorgung und gesellschaftliche Teilhabe.
Deshalb soll mit dieser Petition eine öffentliche Diskussion darüber angestoßen werden, ob die bestehenden Regeln ausreichen oder ob stärkere Transparenz-, Kontroll- und Entlastungsmechanismen notwendig sind.
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Angaben zur Petition
Petition gestartet:
18.09.2026
Sammlung endet:
17.03.2027
Region:
Deutschland
Kategorie:
Verkehr
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