Frauen raus aus der Altersarmut: Sorgearbeit ist eine bedeutende Wirtschaftsleistung!

Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

1.489 Unterschriften

Die Petition wurde vom Petenten zurückgezogen

1.489 Unterschriften

Die Petition wurde vom Petenten zurückgezogen

  1. Gestartet September 2025
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Gescheitert

Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

„Frauen in Deutschland leisten jährlich 72 Milliarden Stunden unbezahlte Sorgearbeit. Das ist mehr als die Summe aller Arbeitsstunden von Erwerbstätigen in Deutschland.“ (1,2)
 
Wir fordern zeitnah wirksame Entscheidungen in der Renten- und Sozialpolitik, die ermöglichen, dass alle Menschen, die sich um andere Menschen kümmern und sie versorgen, ein finanzielles Auskommen haben, das ihnen ein selbstbestimmtes Leben und Altern in Würde erlaubt.
 
Wir fordern ehrliche politische Debatten zur Renten- und Sozialpolitik, die die unentgeltlich geleisteten Arbeitsstunden von Menschen in sorgenden Tätigkeiten als bedeutende Wirtschaftsleistung anerkennen und mitberechnen (3). Auch die Sorgearbeit von Erwerbslosen, Menschen im Grundsicherungsbezug (ehemals Bürgergeld), Erwerbsminderungsrentnerinnen und Rentnerinnen.
 
Wir erwarten, dass Sie ab jetzt auch für die sorgetragenden Menschen unserer Gesellschaft in ihre politische Verantwortung gehen und den prekären Lebenssituationen der Betroffenen sowohl in den politischen Debatten zur gesetzlichen Rente, als auch in den politischen Debatten zur Grundsicherung (ehemals Bürgergeld) und in den zugeordneten Reformkommissionen angemessene Beachtung verschaffen.
 
Wir fordern die Umsetzung gezielter Maßnahmen, die dringend notwendig sind, um die finanzielle Not der Frauen, die jahrzehntelang sorgend tätig waren und die bereits in Altersarmut geraten sind, zu beenden.

Erste Schritte auf dem Weg könnten sein:
 

  • Für Menschen, die in Altersarmut geraten sind, weil sie jahrzehntelang unbezahlte und/ oder schlecht bezahlte Sorgearbeit geleistet haben: Eine Mindestrente, die würdevolles Altern, also auch gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.
  • Nach belgischem Vorbild, zur Entlastung von Haushalten mit niedrigen und mittleren Einkommen: Subventionierte Gutscheine, mit denen haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch genommen werden können.
  • Rentenversicherte Erziehungszeiten von 3 auf 7 Jahre erhöhen, auch rückwirkend.
  • Lohnersatzleistungen und Rentenpunkte für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen, die für Pflege-, Erziehungs- oder Hausarbeitszeit ihre Erwerbsarbeit aussetzen.
  • Reduzierung der Erwerbsarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich und Anrechnung der vollen Rentenpunktzahl für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen, die unbezahlte Sorgearbeit leisten.
  • Einführung einer Care-Abgabe: Unternehmen zahlen für die Nutzung der wirtschaftlichen Ressource Sorgearbeit einen Geldbetrag an den Staat. Dieser finanziert mit dem eingenommenen Geld die Lohnersatzleistungen für Erziehungs-, Hausarbeits- und Pflegezeiten.

Frauen raus aus der Altersarmut:
Sorgearbeit ist eine unverzichtbare Wirtschaftsleistung, auf die wir alle angewiesen sind! (4,5)

Begründung

In unserer Gesellschaft haben Menschen -überwiegend Männer- ihren gegenwärtigen Wohlstand erwirtschaftet, indem sie sich der unentgeltlichen und/oder schlecht bezahlten Sorgearbeit anderer Menschen -meist Frauen- bedient haben. Statt Respekt, öffentlicher Anerkennung und gesellschaftlicher Wertschätzung ihrer Leistung in Form von finanzieller Sicherheit, erleben betroffene Frauen, dass sie durch ihre unentgeltliche oder ihre schlecht bezahlte Sorgearbeit finanzielle Nachteile bis hin zur Altersarmut zu tragen haben.(6,7)
 
Hier läuft etwas schief. Das kann 2026 genauwie 2025 nicht mehr gewollt sein.
 
Frauen haben ein Recht auf finanzielle Gleichstellung, auch im Rentenalter. Bisher wird in Deutschland die enorme Wirtschaftsleistung von Frauen, die in Sorgearbeit tätig waren und sind, finanziell nicht angemessen gewürdigt. Das zeigt sich in niedrigen Löhnen, schlechten Arbeitsbedingungen und in zunehmender Altersarmut.
 
Da eine gesunde Wirtschaft auf Menschen angewiesen ist, die für andere Menschen da sind, sie versorgen, unterstützen und pflegen, brauchen wir eine vorausschauende, mutige Bundesregierung, die sich mit den vielen Lösungsansätzen vertraut macht, die bereits erarbeitet worden sind, um die Ausbeutung von Menschen, die Sorgearbeit leisten, zu beenden (8,9). Wir brauchen eine Bundesregierung, die alles in ihrer Macht Stehende dafür tut, dass diese Lösungsansätze (10,11,12,13,14) zeitnah in die Umsetzung gebracht werden. Wir brauchen eine Bunderegierung, die Versäumtes nachholt und Frauen, die viele Jahre ihres Lebens Sorgearbeit geleistet haben und bereits in Altersarmut geraten sind, wieder herausholt.

Frauen raus aus der Altersarmut:
Sorgearbeit ist eine unverzichtbare Wirtschaftsleistung, auf die wir alle angewiesen sind!

Foto: Karo Oh

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Franziska F., Hamburg
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 09.09.2025
Sammlung endet: 09.09.2026
Region: Deutschland
Kategorie: Wirtschaft

Neuigkeiten

  • Liebe Alle,

    nun ist es soweit.

    Nach einem Jahr endet die Petition "Frauen raus aus der Altersarmut: Sorgearbeit ist eine bedeutende Wirtschaftsleistung!".

    Danke von Herzen an alle, die diese Petition unterschrieben, weitergeleitet, geteilt und mit mir und anderen Menschen darüber nachgedacht und gesprochen haben!

    Als ich die Petition im September 2025 gestartet habe, habe ich dies privat, als einzelne Person getan. Ich hatte keine Organisation hinter mir und war auch in der Care-Bewegung unbekannt. Daher berührt es mich, dass beinahe 1500 Menschen aus ganz verschiedenen Bereichen unserer Gesellschaft und auch aus anderen Ländern zusammengefunden haben, um mit ihrer Unterschrift auf etwas aufmerksam zu machen, dass uns alle betrifft:
    Sorgearbeit ist Deutschlands größte Wirtschaftsleistung. Ihre Anerkennung müsste sich auch im finanziellen Einkommen und in der finanzielle Absicherungen der Menschen zeigen, die diese Arbeit tun.
    Es ist längst nicht mehr für alle selbstverständlich, dass Menschen durch jahrelange unbezahlte oder schlecht bezahlte Sorgearbeit finanzielle Nachteile bis hin zu Armut zu tragen haben.

    Für den Anstoß einer politischen Debatte und für entsprechende Veränderungen hätte die Petition deutlich mehr Unterschriften gebraucht. Angesichts dessen bin ich dankbar, dass andere die Frage, was unsere Wirtschaft eigentlich trägt, wer dafür sorgt, dass Menschen leben, erwerbsarbeiten, Kinder
    großziehen und alt werden können, öffentlich weitertragen (siehe Unten).

    Mein größter Wunsch ist, dass dabei die Menschen in den Mittelpunkt rücken, die aufgrund unbezahlter oder schlecht bezahlter Sorgearbeit bereits von Armut betroffen sind.
    Sie brauchen konkretes Handeln - jetzt.

    Danke, dass ihr gemeinsam mit mir sichtbarer gemacht habt, was viel zu lange unsichtbar geblieben ist.

    Herzliche Grüße
    Franziska

    Hier einige Beispiele, wo es weitergeht:

    https://lua-carewerkschaft.de

  • Liebe Alle,

    herzlichsten Dank für eure Unterschriften und eure Unterstützung!

    Es ist soweit, die Rentenreform ist in vollem Gange.
    Stillschweigend wird darauf gebaut, dass unbezahlte Carearbeit weiterhin auf Kosten der Menschen geht, die sie leisten.

    Jetzt liegt es an uns, Sichtbarkeit zu schaffen.

    Bitte helft nochmal mit: Gebt dieser Petition die Reichweite, die sie braucht.
    Bitte teilt die Petition (nochmal) in euren Netzwerken und macht, wo es euch möglich ist, auf den Missstand aufmerksam. Wenn nicht jetzt, wann dann?

    Carearbeit in ihren vielfältigen Formen ist und bleibt die zentrale Kraft unserer Wirtschaft.

    Hoffnungsvolle Grüße

    Franziska

Mir ist neulich eine Frau begegnet, die ihre Erwerbsarbeit aufgegeben hat, um ihre totkranke Mutter pflegen zu können. Diese Frau ist seitdem auf den Bezug von Bürgergeld angewiesen. Sie ist kein Einzelfall. Daneben gibt es jede Menge Mütter, die jahrelang auf Erwerbsarbeit verzichten, um ihre Kinder versorgen zu können und die dadurch in Armut geraten. Spätestens im Alter. Darf ich fragen, mit welcher Begründung die finanzielle Not dieser Menschen Privatsache bleiben sollte?

DIe bisher erhöhte Rente für Menschen mit 45 Beitragsjahren diskriminiert Frauen und andere, die eine unterbrochene Erwerbsbiografie haben. Diese Benachteiligung soll nun abgeschafft werden. Damit gibt es einen Grund weniger für zusätzliche Unterscheidungen anderswo. Soziale Hilfen sollten direkt gewährt werden und nicht durch die Hintertür über Verzerrungen der Rentenberechnung.

Helfen Sie mit, Bürgerbeteiligung zu stärken. Wir wollen Ihren Anliegen Gehör verschaffen und dabei weiterhin unabhängig bleiben.

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