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Die Petition wurde abgeschlossen
Petition richtet sich an: Petitionsausschuss des Bundestages
Für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer braucht Deutschland einen Führerscheintest oder ein Beratungsgespräch mit entsprechender Fahrt bei einer Fahrschule für alle Senioren mit Führerschein ab dem vollendeten 75. Lebensjahr.
Ähnlich wie junge Autofahrer, für deren Sicherheit durch begleitetes Fahren ab 17 Jahren und durch die Probezeit, sowie mannigfaltigen Kampagnen gesorgt wird, muss man die Senioren ebenfalls als Risikogruppe bezeichnen, auch wenn sie in absoluten Zahlen weniger Unfälle verursachen. Als Lösungsansätze für diese Gruppe bieten sich allerdings aufgrund der durch das Alter geschwächten Fähigkeiten Sicherheitsschulungen nur noch begrenzt an. Sinnvoller seien verpflichtende Testfahrten und anschließende Beratungsgspräche (Brockmann, in: Leurs 2017). Dennoch gäbe es keinerlei Bestrebungen solche Überprüfungen einzuführen, wie das Bundesverkehrsministerium bereits 2016 klarstellte. Auch der ADAC sieht in den vereinzelten schweren Unfällen eine tragische Minderheit. Die meisten Senioren legten demnach eine defensive und vorsichtige Fahrweise an den Tag, um ihre nachlassende Reaktionsgeschwindigkeit zu kompensieren. Vernachlässigt wird die hohe Beteiligung an leichten Unfällen. Mit dem demografischen Wandel wird die Teilnahme alternder Menschen im Straßenverkehr stetig steigen. Der Bedarf einer Tauglichkeitsüberprüfung für Senioren sollte laufend überprüft werden. Ein Nichthandeln des Gesetzgebers geht auf Dauer gegen das Sicherheitsbedürfnis der Allgemeinheit.
Quellen: Leurs, Rainer (Hg.): Unfallstatistik. Senioren fahren langsam, aber riskant, , 10.05.2016, abgerufen 11.06.2017, Dortmund 2016.
Statistisches Bundesamt: Unfallentwicklung auf deutschen Strassen 2012, , 10.06.2013, abgerufen, 11.06.2017, Wiesbaden 2013.
Statistisches Bundesamt: Verkehrsunfälle. Unfälle von Senioren im Straßenverkehr. 2015, , 21.08.2016, abgerufen 11.06.2017, Wiesbaden 2016.
Steil, Daniel (Hg.): Unfallstatistiken 2014. Senioren fahren sicher – doch sie haben eine Schwäche, , 10.12.2014, abgerufen 11.06.2017, Münschen 2014.
Tyrock, Andreas (Hg.): Dobrindt will keine Führerscheintests für Senioren, , 11.06.2017, abgerufen 11.06.2017, Essen 2017.
Begründung
Das Verkehrsministerium der alten Bundesregierung hat sich gegen Führerscheintests für Senioren ausgesprochen. Ob jemand sicher Auto fahre, sei nicht vom Geburtsdatum abhängig. Offenbar sehen dies 70% der Bundesbürger anders (BamS zit. n. Tyrock 2017). In jener Umfrage hatte sich die große Mehrheit der Befragten dafür ausgesprochen, Senioren regelmäßig einer Fahrtauglichkeitsprüfung zu unterziehen. Lediglich 26% hatten sich dagegen ausgesprochen. Es drängt sich die Frage auf, ob Senioren nun tatsächlich öfter in Verkehrunfälle verwickelt sind. Laut dem damaligen Minister Dobrindt, bauten ältere Autofahrer deutlich weniger schwere Unfälle als andere Autofahrer. Dies sollte sich anhand von absoluten und relativen Zahlen überprüfen lassen.
Immer wieder sorgen Unfälle älterer Verkehrsteilnehmer für mediale Aufregung, was man durchaus nachvollziehen kann, liegen die Ursachen der Unfälle subjektiv oft in der altersbedingten motorischen Herausforderung der Senioren. Jedoch titelte der Focus bereits im Jahr 2014 im Bezug auf die Unfallzahlen des Vorjahres, dass der Ruf der Senioren gegebenenfalls nicht der Realität gerecht werde. So betrug der Anteil der Senioren, die in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt wurden im Jahr 2013 lediglich 11,8%. Dies entspräche dem Blatt zufolge in Berufung auf das Statistische Bundesamt bei einem Bevölkerungsanteil der Senioren von 21% einer unterproportionalen Unfallbeteiligung. Festzustellen ist jedoch, dass ein Anteil von 11,8% keinesfalls nicht signifikant ist. Es gibt also statistisch erfassbare Unfälle mit Personenschaden durch Senioren. Die Zahlen aber sprechen hier zunächst für Dobrindts These, es gäbe weniger schwere Unfälle durch ältere Verkehrsteilnehmer. Anders jedoch sah es im Jahr 2013 bei den leichteren Unfällen aus. Hierbei handelt es sich nicht nur um sogenannte Parkrempler: Laut dem ADAC sind Menschen mit einem Alter über 65 Jahren zu einem Anteil von annähernd einem Drittel an Abbiege- und Kreuzungsunfällen beteiligt. Es könnte der Verdacht aufkommen, dass diese mit vergleichweise niedriger Geschwindigkeit geschehenen Unfälle durchaus auf eine altersgemäße Verschlechterung der Aufmerksamkeit und Motorik zurückzuführen sind. Bei einem Anteil von beinahe einem Drittel bei Vorfahrtsunfällen (welche diese Abbiege- und Kreuzungsunfälle darstellen) dürfte zudem der wirtschaftliche Schaden nicht unerheblich sein. Zudem besagt die Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes von 2013 im Bezug auf die Zahlen von 2012 mit fast identischen Aussagen, dass die niedrige Zahl der Beteiligungen daran festzumachen ist, dass sie nicht mehr täglich zur Arbeit fahren, und somit einfach seltener im Straßenverkehr unterwegs sind, als ihre jüngeren Mitmenschen. Seien Senioren jedoch in einen Unfall verwickelt, so trügen sie in gut zwei dritteln der Fälle die Hauptschuld am Unfall. Der Anteil war bei über 75-Jährigen sogar noch einmal höher (75,6%). Dabei waren die häufigsten Unfallauslöser das nicht beachten der Vorfahrt (23,1%), gefolgt von Fehlern beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, oder Anfahren (21,4%). Die beiden häufigsten Ursachen bei Senioren sind also – wie vermutet – auf nachlassende Konzentration und Motorik zurückzuführen. Somit ist zumindest die Aussage des Focus von 2014, Senioren führten ihre Kraftfahrzeuge generell sicher, als problematisch anzusehen. Die aktuellere Statistik für das Jahr 2015 zeigt einen leichten Anstieg der im Straßenverkehr verunglückten Senioren von 2,3%. Ansonsten sind die Zahlen weitgehend gleich geblieben. Auch die Unfallursachen scheinen sich im Kern nicht geändert zu haben:
„Ältere Menschen verlieren in komplexen Situationen schneller den Überblick als Verkehrsteilnehmer der jüngeren Altersgruppen. So waren bei den Senioren mit 65 oder mehr Jahren „Vorfahrtsfehler“ die häufigste Unfallursache der 46 781 beteiligten Pkw-Fahrer an Personenschadensunfällen. Diese Ursache wurde 17,7% der Unfallbeteiligten dieser Altersklasse vorgeworfen. Es folgten „Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein-und Anfahren“ mit 16, 5 %. Diese beiden Unfallursachen wurden Senioren wesentlich häufiger angelastet als im Durchschnitt den Pkw-Fahrern insgesamt. Dagegen spielten „Abstandsfehler“ (8,8%), „Falsches Verhalten gegenüber Fußgängern“ (6,4%), „nicht angepasste Geschwindigkeit“ (4,8%), „falsche Straßenbenutzung“ (3, 5 %), „Fehler beim Überholen“ (2, 4 %) sowie „Alkoholeinfluss“(0,7 %) relativ zu den anderen Altersklassen eine geringere Rolle. Die Unfallursachen deuten somit eher auf altersbedingte Einschränkungen der Wahrnehmungsfähigkeit als auf leichtsinniges Verhalten hin.“
(Statistisches Bundesamt 2016).
Es sollte ebenfalls darauf hingewiesen werden, dass Senioren einem generell höheren Risiko unterliegen, schwer verletzt oder getötet zu werden, als andere Verkehrsteilnehmer.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
26.10.2018
Sammlung endet:
25.10.2019
Region:
Deutschland
Kategorie:
Verkehr