Region: Hamburg

Für eine Alternative zum Religionsunterricht in den Klassen 1 bis 6 an Hamburger Schulen

Petition richtet sich an:
Hamburgische Bürgerschaft

4.720 Unterschriften

Sammlung beendet

4.720 Unterschriften

Sammlung beendet

  1. Gestartet Mai 2025
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung

Petition richtet sich an: Hamburgische Bürgerschaft

In den Grundschulen und in den Klassen 5 und 6 der weiterführenden Schulen in Hamburg soll für Schülerinnen und Schüler als Alternative zum Religionsunterricht das Fach Philosophie/‌Ethik angeboten werden!

Begründung:

Unser Grundgesetz verbürgt die Freiheit der Weltanschauung in Artikel 4 Absatz 1 GG heißt es dazu ausdrücklich: „Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“

Gleichwohl wird in den Hamburger Grundschulen und in den Klassenstufen 5 und 6 der weiterführenden Schulen diesem Grundrecht nicht Rechnung getragen. Zum Religionsunterricht gibt es faktisch keine Alternative, und das obwohl über 50 % der Bevölkerung in Hamburg keiner Religionsgemeinschaft angehören.

In Artikel 7 Absatz 2 GG heißt es: „Die Erziehungsberechtigten haben das Recht, über die Teilnahme des Kindes am Religionsunterricht zu bestimmen.“ Und so steht es auch im Hamburger Schulgesetz § 7 Abs. 3.

Die Praxis zeigt, dass Eltern von diesem Recht oft nicht wissen, nicht darüber informiert werden und schlimmer noch, es werden ihnen bei Inanspruchnahme Steine in den Weg gelegt:

·      Die Anträge der Eltern gehen über die Tische der Schulleitungen. Diese setzen sich dann mit den Eltern in Verbindung, damit der Antrag wieder zurückgezogen wird. Leider ist diese Vorgehensweise nicht die Ausnahme, sondern kommt vielen Fällen vor.

·      Melden Eltern ihr Kind trotzdem vom Religionsunterricht ab, bleiben die Kinder in dieser Zeit oft ganz ohne Unterrichtsangebot, werden vor die Tür geschickt oder bestenfalls mit wenig anspruchsvollen Ersatzaufgaben beschäftigt.

·      Eltern ohne Religionszugehörigkeit sehen sich so genötigt, ihr Kind in den Klassen 1 bis 6 lieber im Religionsunterricht zu lassen. 

·      Weder die Schulbehörde noch die Schulen informieren die Eltern über ihr grundgesetzlich geschütztes Recht auf Abmeldung vom Religionsunterricht.

·      Seit 2023 wird der Religionsunterricht verpflichtend von Religionslehrkräften mit exklusiver Beauftragung durch die Religionsgemeinschaften erteilt. Damit liegt die Betonung des Faches auf dem Bekenntnisunterricht – nicht dem Religionskundeunterricht.

Wir fordern, dass Schulen verpflichtet werden, den Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 1-6 ein alternatives Unterrichtsfach Philosophie/Ethik anzubieten, in dem es um Sinn- und Existenzfragen und grundsätzliche Werte des Zusammenlebens geht. Über ein solches Angebot, das es in vielen anderen Bundesländern bereits gibt, müssen Eltern proaktiv und transparent informiert werden.

Begründung

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 19.05.2025
Sammlung endet: 17.05.2026
Region: Hamburg
Kategorie: Bildung

Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der GEW-Petition, 
    wir haben die Petition beim Eingabenausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft eingereicht. Am 19.6.26 hat openPetition Sie/dich darüber informiert und auch Links zu einigen öffentlichen Reaktionen beigefügt. Mittlerweile hat sich die Bürgerschaftskanzlei bei der GEW gemeldet und ist dabei, die Unterzeichner*innen zu „verifizieren“.  Es dauert also seine Zeit.
    Die Senatorin der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung, Frau Ksenija Bekeris, hatte sich noch am Tage der Petitions-Einreichung in einer unmissverständlichen Weise dem NDR-Fernsehen gegenüber geäußert, dass von Regierungsseite keine Änderung an der bestehenden unbefriedigenden Situation geplant sei. Wir stehen also sicherlich vor einer längeren Auseinandersetzung. Aber wir bleiben am Ball und werden auch weiter über die Entwicklung informieren.  
    Nach Ende der Sommerferien in Hamburg (17.8.26) wird sich der Arbeitskreis Philosophie und Religion (AK PuR) der GEW-Hamburg wieder treffen und die nächsten Schritte planen. 
    Angenehme und erholsame Sommertage wünschen im Namen des AK PuR 
    Karin Hufert und Gerhard Lein 

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    liebe Unterzeichnerinnen und Unterzeichner
     
    der GEW-Petition „Philosophie/Ethik – Für eine Alternative zum Religionsunterricht in den Klassen 1 bis 6 an Hamburger Schulen“.
     
     
    4720 Unterschriften haben wir am 8. Juni 2026 an die Vorsitzende des Eingabemausschusses der Hamburgischen Bürgerschaft, Frau Botzenhart (Grüne), übergeben. Eine dieser Unterschriften war sicher Ihre. Wir sagen Ihnen herzlichen Dank dafür.
     
    Ein Jahr lang wurde auf openPetition gesammelt, nicht nur elektronisch. Viele Menschen wurden von den Aktiven des AK PuR (Philosophie und Religion) der Hamburger GEW auch auf Wochen- und Floh-Märkten, vor Theatern und bei sonstigen Veranstaltungen angesprochen. erklärten sich zur Unterschrift bereit, die dann von uns in die Datenbank bei openPetition übertragen wurden. Über 700 dieser Unterzeichner*innen haben ihren Schritt auf openPetition auch kommentiert, manche anonym und in vielen Fällen unter öffentlicher Namensnennung. Auch Meinungsäußerungen und Erfahrungsberichte über Widerstände an Schulen, die die Nicht-Teilnahme-Entscheidung am Religionsunterricht von Eltern so nicht akzeptieren wollten. Dabei steht doch genau dieses Recht im Hamburger Schulgesetz, § 7 Abs. 3: „Über die Teilnahme am Religionsunterricht entscheiden die Sorgeberechtigten, nach Vollendung des 14. Lebensjahres die Schülerinnen und Schüler.“
     
    Die Übergabe vor dem imposanten Gebäude des Rathauses sendete das NDR Hamburg Journal in einem ausführlichen Bericht: https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/lehrergewerkschaft-fordert-ethik-statt-religion-bereits-ab-klasse-1,ethik-104.html
     
    Auch das Hamburger Abendblatt berichtete sowie die Tageszeitung/TAZ:
    https://www.abendblatt.de/hamburg/politik/article412111033/muessen-kinder-in-der-grundschule-nicht-mehr-am-religionsunterricht-teilnehmen.html (Bezahlschranke)
    https://taz.de/Hamburger-Petition-fuer-Ethikunterricht/!6186133&s=Gretchenfrage/
     
    Sogar der Zentralrat der Konfessionsfreien, eine säkulare Lobby-Organisation in Berlin, unterstützte mit einer eigenen Erklärung: https://konfessionsfrei.de/konfessionsfreie-unterstuetzen-hamburger-gew-forderung-nach-ethikunterricht-ab-klasse-1/
     
    Und hier noch einmal der Bericht auf der Homepage der GEWhttps://www.gew-hamburg.de/themen/aktionen-und-kampagnen/2026-06/gew-hamburg-uebergibt-petition
     
    Wie geht es nun weiter? Die Bürgerschaftskanzlei sichtet zunächst alle Unterschriften, stellt sicher, dass dahinter reale Personen stehen. Dabei fallen immer einige Unterschriften weg (z.B. bei Fehlern in den Angaben zur Person). Das ist zwar schade, aber nicht weiter schlimm, denn – wie die Vorsitzende des Eingabe-Ausschusses bei der Übergabe sagte – selbst bei nur einer einzigen Unterschrift wäre eine Petition schon gültig. Die große Zahl aber macht mehr Eindruck und verstärkt das politische Gewicht. Danach wird der Senat zur Stellungnahme aufgefordert und diese im Eingabenausschuss erörtert und bewertet. Schließlich wird es dann auch eine schriftliche Antwort geben. Wir dürfen gespannt sein.
     
    Der AK PuR der GEW wird weiter am Ball bleiben und berichten. Nicht jedem einzelnen Unterzeichnenden persönlich, aber in den Publikationen der GEW (z.B. auf der Homepage). Wir sind sicher, dass uns dieses politische „Dickschiff“ noch länger begleiten wird. Und wer von Ihnen selbst aktiv werden will, kann uns gerne schreiben: akpur@gew-hamburg.de. Zuweilen haben ja Leser*innen-Briefe an die Medien oder Stellungnahmen gegenüber Politiker*innen durchaus eine überraschende Wirkung.
     
    Mit nochmaligem Dank an alle Unterstützenden und der Bitte: Bleiben Sie weiterhin beharrlich, aber gleichzeitig auch geduldig mit den Abläufen in der politischen Auseinandersetzung.
     
    Mit herzlichen Grüßen
    Karin Hufert und Gerhard Lein
     
    Für den AK PuR der GEW Hamburg
     

In den "RUfa"-Gremien verhandelt die Schulbehörde ausschließlich mit Religionsgemeinschaften. Säkulare Verbände haben keinen Sitz – obwohl Konfessionsfreie die größte Einzelgruppe sind. Ein „für alle“ ohne deren Repräsentation ist widersprüchlich und führt zur Marginalisierung. Nach § 7 HmbSG muss Religionsunterricht "in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften" erteilt werden, für andere Weltanschauungen werden nur „Achtung und Toleranz“ gefordert, keine Gleichrangigkeit.

Seit 2012 bietet Hamburg den Religionsunterricht für alle (RUfA) an. Unabhängig von der eigenen Haltung lernen Schüler:innen, wie Religionen und Weltanschauungen das Leben prägen. Ziel ist es, Dialogfähigkeit zu fördern – also respektvoll über Überzeugungen sprechen und Unterschiede verstehen zu können. Auch ethische und gesellschaftliche Fragen werden behandelt, um Orientierung und Reflexion zu ermöglichen. Philosophie und Ethik spielen hierbei ebenfalls eine wichtige Rolle- wieso also trennen?

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