Kein Gendering per Verordnung!

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an
Öffentliche Verwaltung

2 Unterschriften

Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.

2 Unterschriften

Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.

  1. Gestartet 2021
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Gescheitert

Petition richtet sich an: Öffentliche Verwaltung

Was vor etwa 20 Jahren eher schleppend mit dem Binnen-I begann, hat mit dem im Schriftbild weitaus auffälligeren Gender-Sternchen deutlich an Fahrt aufgenommen: Die Diskussion um die Ansprache beider, bzw. eines dritten und weiterer Geschlechter auch in der Kommunikation öffentlicher Behörden und Einrichtungen mit ihrem jeweiligen Publikum.
So richten sich öffentliche Verwaltungen landauf, landab zunehmend an ihre Bürger*innen, Volkshochschulen sprechen ältere Interessierte nunmehr durchweg mit Senior*innen an, und im öffentlichen Rundfunk, allen voran im Deutschlandfunk, wird dem G-Stern eine breiter werdende akustische Bühne geboten – mithilfe eben jener berühmten kleinen „Atempause“ dort, wo dieser kleine Stern im Schriftbild erscheint. Das klingt schon sehr gewöhnungsbedürftig und artifiziell.
Die Stadtverwaltung Hannover geht indes seit gut einem Jahr einen deutlichen Schritt weiter, indem sie den Stern, wo immer möglich, hinter sich lässt und stattdessen zu einer rigorosen Verpartizipierung von Personen- und Berufsbezeichnungen schreitet – dies noch dazu per „verbindlicher Empfehlung“ an ihre Bediensteten. Hinter diesem Oxymoron verbirgt sich nichts anderes als eine handfeste Dienstanordnung, bei deren Missachtung Sanktionen drohen.
Müssen wir uns diese Sprachpolitik als Bürgerinnen und Bürger, Hörerinnen und Hörer, Kursbesucher – und besucherinnen eigentlich gefallen lassen?
Kein Gendering per Verordnung! Falls eine öffentliche Einrichtung plant, Gendern mittels Sternchen, Partizipien oder anderen Hilfskonstruktionen verbindlich anzuordnen, muss vor jeglicher Beschlussfassung die Zustimmung der Mehrheit der Betroffenen eingeholt werden – per (lokalem) Volksentscheid oder eine andere demokratische Form der Abstimmung!

Begründung

Sprache ist zwar Spiegel der Gesellschaft, folgt jedoch andererseits Gesetzen der Ästhetik und (Sprach-)Ökonomie.
Vor allem aber ist Sprache allgemeines Kulturgut, das bewusst oder unbewusst durch Beiträge aller Angehöriger der Sprachgemeinschaft gestaltet wird und nicht einseitig durch Behördenerlasse reguliert werden darf. 
Wer den jahrzehntelang geltenden Konsens, nach dem maskuline Pluralformen weibliche (und andere) Personen einschließen, aufgibt und die ebenfalls lange Zeit (und noch immer, so in diesem Text) praktizierte Doppelung als umständliche Kompromisslösung ablehnt, darf die eigene Meinung nicht ohne weiteres einer Mehrheit aufzwingen. Falls die Mehrheit der Betroffenen diese Meinung teilt, muss im Anschluss über sinnvolle, praktikable und gerechte Alternativen diskutiert werden.
Gender-Stern oder -Gap gehören eindeutig nicht zu diesen, denn sie schließen in vielen Fällen die männlichen Vertreter aus – auch hörbar: Der maskuline Plural ist etwa in dem erwähnten Fall der Senior*innen weder herauszulesen noch zu hören. Dafür wären schon zwei * nötig: Senior*inn*en … . Ebenso wenig können Partizipien die ultima ratio sein: Ein/e Lehrende/r muss beileibe kein/e professionelle/r Lehrer/in sein, sondern kann einem viel weiter gefassten Personenkreis angehören.
Vertreterinnen und Vertreter aus der Sprachwissenschaft waren bei den Beratungen im Hannoveraner Stadtrat offenbar nicht beteiligt – oder wurden überhört. Andernfalls wären gerade genannte (und weitere) Mankos der dabei beschlossenen sprachlichen Neuregelungen zumindest aufgefallen.

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 13.02.2021
Sammlung endet: 13.04.2021
Region: Deutschland
Kategorie: Soziales

Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützende,
    der Petent oder die Petentin hat innerhalb der letzten 12 Monate nach Ende der Unterschriftensammlung keine Neuigkeiten erstellt und den Status nicht geändert. openPetition geht davon aus, dass die Petition nicht eingereicht oder übergeben wurde.

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