2.750 Unterschriften
Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
Wir fordern den Deutschen Bundestag auf, die Einführung einer verpflichtenden persönlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag abzulehnen. Sollte eine solche Regelung dennoch beschlossen werden, muss die Ausstellung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung weiterhin unbürokratisch telefonisch oder digital möglich bleiben.
Die geplante Regelung trifft nicht diejenigen, die das System missbrauchen. Sie trifft vor allem diejenigen, die ohnehin jeden Tag mit gesundheitlichen Einschränkungen leben müssen.
Für Menschen mit Migräne bedeutet eine Attacke häufig stundenlange oder sogar tagelange starke Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel sowie eine extreme Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Viele Betroffene können in dieser Situation kaum aufstehen, geschweige denn sicher Auto fahren, öffentliche Verkehrsmittel nutzen oder längere Wartezeiten in einer Arztpraxis überstehen.
Trotzdem sollen sie künftig gezwungen werden, genau das zu tun – nicht weil sie medizinische Hilfe benötigen, sondern um ihre Erkrankung gegenüber Arbeitgebern nachzuweisen.
Damit wird aus Krankheit zusätzliche Belastung.
Aus Genesung wird Bürokratie.
Aus Vertrauen wird Misstrauen.
Die Folgen reichen weit über die Betroffenen hinaus. Angehörige müssen ihre Arbeit unterbrechen, um Erkrankte zu begleiten. Arztpraxen werden mit zusätzlichen Terminen belastet, obwohl kein medizinischer Mehrwert entsteht. Wertvolle Behandlungszeit geht verloren, während Wartezeiten weiter steigen.
Besonders schwer wiegt jedoch das gesellschaftliche Signal dieser Reform: Menschen mit chronischen Erkrankungen werden erneut zu den Verlierern politischer Entscheidungen. Statt Barrieren abzubauen und Teilhabe zu ermöglichen, werden neue Hürden geschaffen. Statt moderne und digitale Lösungen auszubauen, wird ein zusätzlicher bürokratischer Zwang eingeführt.
Millionen Menschen mit Migräne und anderen chronischen Erkrankungen wollen arbeiten. Sie wollen ihren Beitrag leisten. Sie kämpfen bereits jeden Tag gegen Schmerzen, Erschöpfung und Vorurteile. Was sie brauchen, ist Unterstützung – nicht noch mehr Misstrauen.
Wir fordern deshalb:
• den Erhalt der telefonischen und digitalen Krankschreibung,
• den Schutz chronisch kranker Menschen vor unnötigen Belastungen,
• eine Entlastung statt einer weiteren Überforderung von Arztpraxen,
• eine Gesundheitspolitik, die Teilhabe ermöglicht statt erschwert.
Wer krank ist, braucht Ruhe, Behandlung und Unterstützung. Wer krank ist, braucht keinen zusätzlichen Behördenlauf. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag löst kein Problem – sie schafft neue. Für Patienten. Für Angehörige. Für Arztpraxen. Für das gesamte Gesundheitssystem.
Begründung
Diese Petition ist wichtig, weil die geplante Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag Millionen Menschen treffen würde, die bereits heute mit gesundheitlichen Einschränkungen leben müssen.
Menschen mit Migräne, chronischen Schmerzen und anderen chronischen Erkrankungen kämpfen nicht nur mit ihren Symptomen, sondern oft auch mit Vorurteilen und mangelndem Verständnis. Viele möchten trotz ihrer Erkrankung arbeiten, Verantwortung übernehmen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Die geplante Regelung setzt jedoch genau bei diesen Menschen an und schafft neue Hürden, anstatt bestehende Barrieren abzubauen.
Für Migränebetroffene bedeutet eine Attacke häufig starke Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Seh- oder Sprachstörungen sowie eine extreme Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Viele sind während einer Attacke kaum in der Lage, das Haus zu verlassen. Sie dennoch zu verpflichten, eine Arztpraxis aufzusuchen, bedeutet zusätzlichen Stress, zusätzliche Schmerzen und eine verzögerte Genesung – allein für die Ausstellung eines Nachweises.
Gleichzeitig drohen erhebliche Folgen für das Gesundheitssystem. Bereits heute arbeiten viele Arztpraxen an ihrer Belastungsgrenze. Millionen zusätzlicher Arztkontakte würden wertvolle Zeit und Ressourcen binden, ohne dass dadurch die medizinische Versorgung verbessert wird. Die Folge wären längere Wartezeiten und eine weitere Überlastung der Praxen.
Besonders problematisch ist das Signal, das von einer solchen Regelung ausgeht: Chronisch kranke Menschen geraten unter einen Generalverdacht und müssen ihre Erkrankung immer wieder neu beweisen. Das untergräbt Vertrauen, erschwert die Teilhabe am Arbeitsleben und verstärkt das Gefühl vieler Betroffener, mit ihren Erkrankungen nicht ernst genommen zu werden.
Eine moderne Gesundheitspolitik sollte Menschen in Krankheit unterstützen und nicht zusätzlich belasten. Sie sollte digitale Möglichkeiten nutzen, Bürokratie abbauen und die Lebensrealität chronisch kranker Menschen berücksichtigen.
Diese Petition setzt sich deshalb für eine Gesundheits- und Sozialpolitik ein, die auf Vertrauen, Vernunft und Menschlichkeit basiert – statt auf zusätzlichen Hürden für diejenigen, die ohnehin jeden Tag mit ihrer Erkrankung kämpfen.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
06.07.2026
Sammlung endet:
05.01.2027
Region:
Deutschland
Kategorie:
Gesundheit
Übersetzen Sie jetzt diese Petition
Neue SprachversionWarum Menschen unterschreiben
Werkzeuge für die Verbreitung der Petition.
Sie haben eine eigene Webseite, einen Blog oder ein ganzes Webportal? Werden Sie zum Fürsprecher und Multiplikator für diese Petition. Wir haben die Banner, Widgets und API (Schnittstelle) zum Einbinden auf Ihren Seiten. Zu den Werkzeugen
Ich kenne Betroffene.