Wer wir sind
Wir sind Natur Konkret. Seit 2016 führen wir drei Landwirtschaftsbetrieb in Brandenburg, heute mit über 2000 Hektar. Jeden Herbst rasten die Kraniche direkt vor unserer Haustür.
Guido Leutenegger und sein Team arbeiten daran, Naturschutz, Biodiversität und die Produktion hochwertiger Nahrungsmittel in Einklang zu bringen.
Ein Warnsignal für Linum
Linum im Rhinluch ist seit Jahrzehnten einer der bedeutenden Kranichrastplätze Deutschlands und Europas. Jeden Herbst machen hier auf ihrer langen Reise in den Süden Zehntausende Kraniche Station.
Doch im Herbst 2026 erleben wir eine auffällige und besorgniserregende Entwicklung: Die Zahl der rastenden Kraniche liegt bislang deutlich unter den Grössenordnungen vergangener Jahre.
Das sollte ein Warnsignal sein.
Der Schlafplatz allein macht noch keinen Rastplatz
Kraniche legen auf ihrem Zug Tausende Kilometer zurück. Während ihrer Rast müssen sie Energiereserven für den Weiterflug aufbauen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die landwirtschaftlichen Flächen rund um Linum. Auf abgeernteten Mais- und Getreidefeldern suchen die Kraniche nach zurückgebliebenen Körnern und anderer energiereicher Nahrung.
Doch die Landwirtschaft hat sich verändert. Moderne Erntemaschinen arbeiten immer effizienter und können weniger Erntereste auf den Feldern zurücklassen. Gleichzeitig werden abgeerntete Flächen häufig rasch weiterbearbeitet oder begrünt. Stoppelflächen, die früher länger als Nahrungsräume für Kraniche und andere Zugvögel zur Verfügung standen, können dadurch schneller verschwinden.
Die Ursachen müssen jetzt untersucht werden
Ob und in welchem Umfang diese Veränderungen zum aussergewöhnlichen Rückgang der Kranichzahlen 2026 beitragen, ist bislang nicht abschliessend geklärt.
Genau deshalb muss diese Frage jetzt untersucht werden.
Ebenso müssen Trockenheit, Wasserstände, Störungen und mögliche Veränderungen des Zuggeschehens berücksichtigt werden.
Es geht nicht darum, vorschnell eine einzelne Ursache verantwortlich zu machen. Es geht darum, die aussergewöhnliche Entwicklung ernst zu nehmen und herauszufinden, was sich am Traditionsrastplatz Linum verändert hat.
Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam
Diese Petition richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Landwirtschaft.
Im Gegenteil: Die Landwirte rund um Linum bewirtschaften jene Kulturlandschaft, die den Kranichen seit Jahrzehnten Nahrung bietet. Sie sind unverzichtbare Partner für den Erhalt dieses Rastplatzes.
Wer freiwillig Stoppelflächen länger erhält, Äsungsflächen bereitstellt oder seine Bewirtschaftung zugunsten der Kraniche anpasst, erbringt eine wichtige Leistung für den Natur- und Artenschutz.
Diese Leistung muss fair bezahlt werden.
Unser Ziel ist ein Modell, bei dem Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam dafür sorgen, dass Linum auch in Zukunft ein bedeutender Rastplatz für Kraniche bleibt.
Warum wir jetzt handeln müssen
Wir dürfen nicht warten, bis aus einer aussergewöhnlichen Saison eine dauerhafte Entwicklung geworden ist.
Wenn sich die Bedingungen an einem seit Jahrzehnten bedeutenden Rastplatz verändern, müssen die Ursachen frühzeitig erkannt werden.
Jetzt können geeignete Massnahmen erprobt werden. Jetzt können gemeinsam mit den Landwirten Nahrungsflächen gesichert werden. Und jetzt können wir untersuchen, was die Kraniche benötigen, damit sie Linum weiterhin als Rastplatz nutzen.
Unsere gemeinsame Verantwortung
Der Kranich gilt als Vogel des Glücks. Seine Rufe und die grossen Schwärme am Himmel gehören seit Generationen zum Herbst in Linum.
Die Vögel legen auf ihrem Zug durch Europa Tausende Kilometer zurück. Linum ist für sie eine wichtige Station auf dieser Reise.
Diesen aussergewöhnlichen Rastplatz zu bewahren, liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung.
Unser Appell
Deshalb appellieren wir an das Land Brandenburg, den Landkreis Ostprignitz-Ruppin, das Landesamt für Umwelt und die Gemeinde Fehrbellin:
Handeln Sie jetzt.
Untersuchen Sie die Ursachen.
Sichern Sie Wasser und Schlafplätze.
Und sorgen Sie gemeinsam mit den Landwirten dafür, dass die Kraniche rund um Linum ausreichend Nahrung finden.
Denn ohne Nahrung kein Rastplatz.
Ohne Rastplatz keine Kraniche.
Bitte unterstützen Sie diese Petition mit Ihrer Unterschrift und helfen Sie mit, den Kranichrastplatz Linum für kommende Generationen zu erhalten.
Für die Kraniche. Für Linum. Für Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam.
Herzlichen Dank für Ihr Engagement.
Guido Leutenegger, Gründer von Natur Konkret
Zahlen und Quellen
Am 22.09.26 wurden 3.200 Kraniche gezählt. Laut NABU ist das für diesen Zeitpunkt der niedrigste Wert seit mehr als zehn Jahren.
Zählungen am Schlafplatz Linum (Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e.V.):
- 29.09.26: 10.270 Kraniche
- 30.09.25: 56.630 Kraniche
- 1.10.24: 66.240 Kraniche
https://oberes-rhinluch.de/projekte-themen/kranichschutz
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/artenschutz/kranich/kranichzug-aktuell.html
https://doi.org/10.1016/j.agee.2015.12.021
Wir müssen versuchen, in Einklang mit der Schöpfung zu leben. Der Rückgang der Kranichbestände sollte untersucht werden und ggf. korrigierende Massnahmen ergriffen werden. Wir in der Schweiz versuchen immer auf die Natur Rücksicht zu nehmen, z.B. Treppen für Fische bei Schleusen etc. Es braucht nicht viel, aber wir sollten etwas tun. Diese Vögel fliegen seit Jahrhunderten diese Route und bis jetzt hat es immer geklappt. Das Kranichsterben sollte untersucht werden. Wir haben die Mittel und Möglichkeiten.