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Education

ADHS: Individuelle Förderkonzepte und Nachteilsausgleich möglich machen

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Bayerischer Landtag, Petitionsauschuss
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  1. Launched 22/08/2019
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Schüler*innen mit ADHS können trotz Therapie ihre Bildungschancen nicht erfolgreich wahrnehmen, wenn in der Schule nicht auf ihre Schwierigkeiten eingegangen wird.

Nach den Kriterien der WHO gehört die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zur Gruppe der Verhaltens- und emotionalen Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend. Sie äußert sich durch Probleme mit Aufmerksamkeit, Impulsivität und Selbstregulation; manchmal kommt zusätzlich starke körperliche Unruhe (Hyperaktivität) hinzu. (ICD 10 F90)

ADHS wird wiederum in der Öffentlichkeit zunehmend als psychische Störung wahrge-nommen. Jedoch wird das Syndrom ADHS vielfach erst mit dem Schuleintritt erkannt, denn insbesondere ab diesem Zeitpunkt, und später mit Übergang auf die weiterführenden Schulen, entwickeln sich störungsinduzierte Schwierigkeiten. Diese Schüler*innen werden von Lehrern als störend, undiszipliniert und oft auch als lernschwach beschrieben. Sie binden überproportional viel Aufmerksamkeit, nicht selten zu Lasten anderer Schüler. Bei einer Prävalenz von 4-10 % kann pro Schulklasse von zwei bis drei Schülerinnen und Schülern mit ADHS ausgegangen werden.

Problem 1: In der Schule fehlen Informationen über das Störungsbild ADHS sowie Handlungsstrategien für den Umgang mit den betroffenen Schüler*innen.

Forderung: Die Aus- und Fortbildung der Lehrerinnen zu ADHS muss stark intensiviert werden, auch in Hinblick auf die Anerkennung des Krankheitsbildes und die Therapieoptionen. Wichtig ist es zudem, die Stärken dieser Schülerinnen hervorzuheben, die im Schulalltag oftmals nicht sichtbar werden.

Begründung/Erläuterungen:
Es gilt, die Belastung aller Beteiligten möglichst gering zu halten, was nur gelingt, wenn Lehrer sich auf die besonderen Bedürfnisse von Schülern mit ADHS einstellen und sie gezielt unterstützen können. Gelingt dies nicht, verschärfen sich im Laufe der Zeit die schulischen Probleme. Deshalb müssen Lehrkräfte geschult werden, damit sie die Anforderungen an die Schwierigkeiten der betroffenen Schüler*innen anpassen und negative Rollenzuweisungen in der Klassengemeinschaft vermeiden können.

Problem 2: Im schulischen Leistungsumfeld bereiten vor allem Konzentrationsdefizite, Vergesslichkeit und häufig begleitende Verhaltensstörungen wie Impulsivität, und Hyperaktivität sowie eine mangelnden Selbststrukturierung den betroffenen Schülern Schwierigkeiten.

Forderung: Jede Schule erstellt individuelle Konzepte zur Unterstützung und Förderung für Schülerinnen mit ADHS und evaluiert und aktualisiert diese regelmäßig. Darauf aufbauende individuelle Lernpläne werden mit den Eltern und in altersgemäßer Weise auch mit den Schülerinnen abgestimmt. Außerschulische Partner (Mediziner, Psycho-, Physio- und Ergotherapeuten) werden einbezogen.

Problem 3: Die Mehrheit der von ADHS-betroffenen Kinder und Jugendlichen verbleibt aufgrund ihrer einschränkenden Symptomatik in ihrer schulischen Entwicklung unter ihren intellektuellen Möglichkeiten, obwohl keine Intelligenzminderung vorliegt. Signifikant höher ist auch ihre Überweisung auf Förderschulen insbesondere für Erziehungshilfen, obgleich weder eine Minderbegabung noch sonderpädagogischer Förderbedarf vorliegt

Forderung: ADHS wird als Teilleistungsstörung im Bereich der Aufmerksamkeit, Ausdauer und Selbstkontrolle verstanden und anderen Teilleistungsstörungen durch Einführung eines individuellen Nachteilsausgleichs gleichgestellt. Das bedeutet, auch bei ADHS wird Zeitzuschlag, Verkürzung der Aufgaben oder die Strukturierung komplexer Aufgaben in Teilaufgaben gewährt, selbstverständlich ohne das Niveau der schulartspezifischen Lernziele zu senken.

Begründung/Erläuterungen: Ständige Überforderung führt betroffene Schüler*innen in einen Zustand von Ermüdung und Frustration. Dem muss durch individuelle Hilfe begegnet werden, ohne die fachlichen Anforderungen zu reduzieren. Ein Nachteilsausgleich erleichtert das schulische Lernen, weil Misserfolgserlebnisse verringert werden und schafft zugleich für die betroffenen Schüler eine gerechte Leistungsermittlung.

Reason

Problem 4: Eine ganz besondere Herausforderung stellen Schüler*innen mit expansivem, oppositionellem Verhalten dar. Sie sind oft unkonzentriert, unkontrolliert sowie ungeduldig. Zudem reagieren sie oft übermäßig und laut und/oder sind ständig in Bewegung, wobei sie permanente Unruhe erzeugen.

Forderung: Bei Bedarf müssen für solche von ADHS-betroffenen Schüler*innen kleinere Lerngruppen gebildet werden, die unter Hinzuziehung einer zweiten Lehrkraft eine individuelle Lenkung in der Unterrichtssituation ermöglichen. Diese Vorgehensweise muss in die Lehrerausbildung Eingang finden.

Thank you for your support, Bayerischer Elternverband e.V. from Uttenreuth
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pro

AD(H)S Kinder haben enorme kreative und soziale Potentiale, werden aber im bestehenden System der Schule gnadenlos frustriert. Wir produzieren Schulverweigerer, statt die kreativen Ideen in unserer immer komplexeren Welt zu nutzen und die Kinder zu wertvollen Mitgliedern einer bunten Gesellschaft werden zu lassen!!

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