45 Unterschriften
Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag
Ambulante Gesundheitsversorgung stärken – Patientinnen und Patienten sowie Arztpraxen entlasten
Ich fordere den Deutschen Bundestag auf, die Auswirkungen der aktuellen Gesundheitsreformen auf die ambulante Versorgung umfassend zu überprüfen und gesetzliche Änderungen vorzunehmen, wenn sie zu einer Verschlechterung der Patientenversorgung, einer höheren finanziellen Belastung der Versicherten oder einer Schwächung der ambulanten ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung führen.
Begründung:
Ich arbeite als Medizinische Fachangestellte einer urologischen Facharztpraxis im ländlichen Raum und erlebe täglich, wie angespannt die ambulante Versorgung bereits heute ist. Innerhalb von fünf Jahren seit der Praxiseröffnung haben mehr als 7.000 Patientinnen und Patienten unsere Praxis aufgesucht und wurden von uns versorgt. Darunter befinden sich Menschen, die einmalig wegen akuter Beschwerden behandelt wurden, ebenso Patientinnen und Patienten, die aufgrund urologischer oder onkologischer Erkrankungen regelmäßig auf unsere Betreuung angewiesen sind (ambulante Chemotherapien und Immuntherapien). Trotz des bestehenden Fachärztemangels nehmen wir weiterhin neue Patientinnen und Patienten auf. Ein Aufnahmestopp würde bedeuten, dass viele Menschen keinen zeitnahen Facharzttermin mehr erhalten oder lange Anfahrtswege in Kauf nehmen müssten. Viele Facharztpraxen arbeiten bereits heute an ihrer Belastungsgrenze.
Mit großer Sorge sehe ich die beschlossenen Änderungen bei der Vergütung der ambulanten Versorgung.
Der Wegfall der extrabudgetären Vergütung für:
- offene Sprechstunden,
- sowie der zusätzlichen Vergütungen über die Terminservicestelle 116117,
- und Hausarztvermittlungsfälle vermittelte Patientinnen und Patienten nimmt Praxen wichtige Anreize, kurzfristig zusätzliche Termine anzubieten. Gerade Praxen, die sich trotz hoher Auslastung um eine schnelle Versorgung bemühen, werden dadurch finanziell benachteiligt.
Die Leidtragenden sind am Ende die Patientinnen und Patienten. Längere Wartezeiten, eine geringere Zahl verfügbarer Termine und eine weitere Belastung der ambulanten Versorgung verschärfen den bereits bestehenden Fachärztemangel – insbesondere im ländlichen Raum. Eine gute ambulante Versorgung kann nur bestehen, wenn medizinische Leistungen angemessen vergütet werden und Patientinnen und Patienten nicht durch steigende Eigenbeteiligungen – beispielsweise durch höhere Zuzahlungen für Arzneimittel – oder durch Einschränkungen notwendiger Leistungen zusätzlich belastet werden.
Ich fordere den Deutschen Bundestag daher auf,
- die Streichung der extrabudgetären Vergütung für offene Sprechstunden sowie für Terminvermittlungen über die Terminservicestelle 116117 und Hausarztvermittlungsfälle erneut zu prüfen,
- eine auskömmliche Vergütung der ambulanten ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung sicherzustellen,
- zusätzliche finanzielle Belastungen für gesetzlich Versicherte (insbesondere durch erhöhte Zuzahlungen bei Arzneimitteln in Apotheken) kritisch zu überprüfen und nach Möglichkeit zurückzunehmen,
- Maßnahmen gegen den Fachärztemangel zu verstärken,
- die wohnortnahe fachärztliche Versorgung langfristig zu sichern und
- gesetzliche Regelungen nachzubessern, wenn sie nachweislich die Versorgung der Patientinnen und Patienten verschlechtern.
Gesundheit ist keine Ware!
Wer jeden Tag Verantwortung für kranke Menschen übernimmt, braucht verlässliche Rahmenbedingungen.
Eine hochwertige medizinische Versorgung darf weder an Personalmangel noch an unzureichender Finanzierung scheitern.
Patientinnen und Patienten müssen sich darauf verlassen können, auch in Zukunft zeitnah und ohne zusätzliche finanzielle Hürden medizinisch versorgt zu werden.
Begründung
Gerade unsere Krebspatientinnen und Krebspatienten sind auf eine regelmäßige Behandlung angewiesen. Viele erhalten alle vier Wochen neue Medikamente/ Rezepte. Eine Verordnung für mehrere Wochen ist häufig nicht möglich, weil die Therapie jedes Mal anhand aktueller Laborwerte und des Gesundheitszustands angepasst werden muss. Wenn für jede Medikamentenabgabe höhere Zuzahlungen anfallen, bedeutet das für viele Betroffene eine erhebliche finanzielle Belastung – zusätzlich zu der ohnehin schwierigen Situation, die eine Krebserkrankung mit sich bringt.
Auch ich bin persönlich betroffen. Als alleinerziehende Mutter muss ich regelmäßig Medikamente einnehmen. Bereits heute stellen Zuzahlungen eine spürbare finanzielle Belastung für mich dar. Zusammen mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten – etwa für Energie, Lebensmittel und erhöhten Spritkosten – wird jeder zusätzliche Eigenanteil im Gesundheitswesen für viele Familien zu einer echten Herausforderung.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
11.07.2026
Sammlung endet:
10.01.2027
Region:
Deutschland
Kategorie:
Gesundheit
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Neue SprachversionWarum Menschen unterschreiben
Die Gesundheitsreform wird tausenden von Menschen das Leben kosten weil die Versorgung nicht mehr gewährleistet werden kann. Die ohnehin schon prekäre Situation darf nicht noch verschlimmert werden. Überall Kürzungen und Einsparungen auf Kosten der Menschen und deren Gesundheit - krank werden darf man eigentlich nicht mehr sonst ist man verloren!
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Ich bin sowohl beruflich wie auch privat betroffen. Man löst das Rentenproblem nicht mit einer Verschlechterung der Gesundheitsversorgung. Das ist menschenverachtend und stärkt das allgemeine Misstrauen in die Regierung.