Health

Anhebung der Vergütung! Schulgeldfreiheit! Ausbildungsreformen! Für Gesundheitsfachberufe!

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Wirtschaftsausschuss Landtag
364 Supporters 259 in Mecklenburg-Vorpommern
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  1. Launched May 2019
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Wir, die angehenden ErgotherapeutInnen, PhysiotherapeutInnen, DiätassistentInnen, MasseurInnen und med. BademeisterInnen, sprechen uns für die Schulgeldfreiheit der Gesundheitsfachberufe aus.

In Mecklenburg- Vorpommern herrscht ein großer Notstand an medizinischem Fachpersonal (siehe Bild im Anhang, „Heilmittelwirtschaftsbericht 2019“ von Buchner, Seite 30 „Der Fachkräftemangel bei Therapeuten nimmt deutlich zu“). Offene Stellen können demnach kaum besetzt werden. Warum? Es mangelt an ausgebildeten TherapeutInnen!

Bundesweit kommen sogar laut der Fachkräfteengpassanalyse (Juni 2018) auf 100 freie Arbeitsplätze in der Physiotherapie bundesweit lediglich 31 Arbeitssuchende. Dabei sind die Stellen im Schnitt 157 Tage vakant. Und es wird nicht besser: Aufgrund des demografischen Wandels werden in Zukunft auch immer mehr Menschen auf TherapeutInnen angewiesen sein.

Wie soll sich dieser Notstand in Ihren Augen ändern, wenn die Ausbildung mit bis zu 9.000 € selbst finanziert werden muss?

Das hohe Schulgeld lässt viele zukünftige TherapeutInnen daran scheitern, diese Ausbildung anzutreten und das, obwohl der Bedarf an medizinischem Fachpersonal jetzt schon nicht gedeckt ist. Ein sofortiges Handeln der Politik und die Abschaffung des Schulgeldes sind deswegen zwingend erforderlich.

Reason

Zu den monatlichen Schulgebühren von rund 250€ kommen noch die Lebenshaltungskosten hinzu. Das bedeutet für viele Schüler, dass sie neben der Vollzeitausbildung noch zusätzlich arbeiten müssen. Dadurch kommen nicht Wenige auf eine 65-Stunden-Woche. Die Stunden, die zum Lernen für Klausuren und Vorbereiten von Referaten benötigt werden, sind hier noch nicht mit einberechnet.

Für uns, als zukünftige Therapeuten, bedeuten die drei Jahre Ausbildung ein großes Abhängigkeitsverhältnis und einen noch größeren Druck. Wir müssen gute Noten schreiben, um das Weiterführen der Ausbildung gewährleisten zu können. Ein Schuljahr zu wiederholen ist finanziell überhaupt nicht denkbar. Diesem Druck halten nicht alle stand. Immer mehr SchülerInnen brechen die Ausbildung ab und immer weniger TherapeutInnen machen ihren Abschluss. Die Konsequenz: Weiterer Fachkräftemangel.

Um dieser Doppelbelastung zu entgehen, müssen viele Schüler einen Kredit aufnehmen und starten mit einem hohen Schuldenberg ins Berufsleben, den sie anschließend über viele Jahre abbezahlen müssen. Alternativ greifen die Familien ihren Kindern unter die Arme und investieren die jahrelang angesparten Reserven für ihre Kinder. Ein großer familiärer Druck ist dadurch unumgänglich.

Wir sind Schwerins TherapeutInnen von morgen und appellieren heute an Sie: Müssen wir für einen Beruf mit einer so großen Verantwortung und Relevanz für die Menschen und unsere Gesellschaft, wirklich die Ausbildungskosten selber tragen? Wie erklären Sie es Ihren WählerInnen, dass sie Ihnen im Alter keine ausreichende medizinische Fachbetreuung garantieren können?

Bildung ist Ländersache. Daher gehen wir davon aus, dass Sie sich der Dringlichkeit der Schulgeldfreiheit für unsere Profession bewusst sind und sich dieser Verantwortung unverzüglich stellen werden. Schon jetzt sind es im Vergleich in den Jahren von 2014 und 2017, 29% weniger Absolventen bei den PhysiotherapeutInnen, 33% bei den ErgotherapeutInnen und 34% weniger bei den Logopäden.

Nehmen Sie sich ein Beispiel an unseren Nachbarbundesländern Hamburg und Schleswig-Holstein. Sorgen Sie hier ebenso dem Wegzug der jungen Generation aus Mecklenburg-Vorpommern vor. Schon jetzt wird ein drastischer Rückgang der Bewerberzahlen deutlich. Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Bundesland!

Thank you for your support, Meckpomms TherapeutenAnkern from Schwerin
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