• Von: Eleanor Hughes mehr
  • An: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
  • Region: Deutschland mehr
    Kategorie: Umwelt mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 1.440 Unterstützer
    1.353 in Deutschland
    Sammlung abgeschlossen

Antiwegwerfgesetz für deutsche Supermärkte

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Bereits seit 31.03.2014 gibt es in Belgien ein Antiwegwerfgesetz für Supermärkte: Verzehrbare Ware MÜSSEN karitativen Organisationen überlassen werden.
Laut einer Studie von 2013 werden in Deutschland jedes Jahr 20 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, von Haushalten UND Supermärkten.

Lebensmittel wegzuwerfen, die noch genießbar sind, ist leider fester Bestandteil unseres Konsumverhaltens. Laut einer Studie des Verbraucherschutzministeriums schmeißt jeder in Deutschland pro Jahr durchschnittlich 82kg Essen im Gegenwert von €235 weg.

Doch viele Nahrungsmittel erreichen unsere Kühlschränke nicht einmal. 1,2 bis 2 MILLIARDEN Tonnen aller weltweit produzierten Nahrungsmittel landen pro Jahr im Abfall. Laut des Unternehmens "Foodloop" wird in Deutschland pro Jahr Essen mit einem Wert von ca. 25 Milliarden Euro weggeworfen. Die Lebensmittelindustrie alleine vernichtet ca. 550.000 Tonnen pro Jahr (1,5 Milliarden Euro).

Das Problem für Supermärkte: Sie haften noch laut deutschem Gesetz auch bei verschenkten Lebensmitteln für deren Qualität. Sie müssen aus der Haftung genommen werden um der unvorstellbaren Verschwendung entgegenzuwirken, sonst können sie die Ware nicht spenden. Dies ist in Belgien ist nicht mehr der Fall, weshalb das gesamte verzehrbare Essen gespendet werden kann.

In der Studie "Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in Deutschland" von 2012, durchgeführt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, wurde das Thema ausgiebig besprochen: www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Ernaehrung/WvL/Studie_Lebensmittelabfaelle_Kurzfassung.pdf;jsessionid=8342275DE5C181BF5BD84E3A9BC6F310.2_cid296?__blob=publicationFile

- 550.000 Tonnen werden durchschnittlich vom Handel entsorgt und 1.850.000 von der Industrie.
- Im Handel sehen wir eine große Schwankungsbreite zwischen 460.000 Tonnen und 4.790.000 Tonnen. Der Median liegt bei 750.000 Tonnen im Jahr.
- Das ist ein jährlicher Umsatzverlust von 1,1% an verlorenen Lebensmitteln (310.000 Tonnen im Jahr). In dieser Menge sind aber KEINE Lebensmittel enthalten, die BEREITS an karitative Einrichtungen weitergegeben werden (190.000 Tonnen) Somit sind die tatsächlichen Verluste höher (500.000 Tonnen im Jahr).
- Die Hauptursache dafür ist das Ablaufen des Mindesthaltbarkeits- bzw. Verbrauchsdatum. Dabei sind auch verderbliche Lebensmittel ohne Datum (z.B. Brot, Obst, Gemüse). Dazu zählen aber auch die hohen Anforderungen an die Qualität und frische als auch an das Aussehen solcher Lebensmittel, die häufig die Kaufentscheidung der Kunden beeinflussen.
- Ursache des Problems ist nicht nur das (Konsum-)Verhalten der Kunden, sondern auch die Verkaufsziele der Händler. Stets volle Regale und eine große Warenvielfalt sind an einer Überproduktion bzw. einem Überangebot von Lebensmitteln mitverantwortlich. Dadurch werden mehr Waren bestellt und produziert als tatsächlich verkauft. Obst und Gemüse wird auch häufig im Verkaufsraum durch Stapeln beschädigt - obwohl noch verzehrbar, entspricht die Ware den Erwartungen der Kunden nicht mehr und werden entsorgt. Dadurch wird gutes, noch verzehrbares Essen viel zu oft entsorgt.
- Zentrales Zitat zu diesem Thema aus der Studie: "Unstrittig ist, dass die Weitergabe an karitative Einrichtungen wie die Tafeln ein sinnvoller Weg zur Abfallvermeidung ist, der womöglich noch intensiviert werden kann."

Wir wollen die Verschwendung und die Konsequenzen für die Umwelt nicht mehr hinnehmen und sind der Meinung, dass dieser "sinnvolle Weg" UNBEDINGT intensiviert werden muss - dafür ist das neue Gesetz in Belgien ein gutes Beispiel und Vorbild für Deutschland. Wir würden uns über Ihre Unterstützung freuen, damit das Thema erneut und intensiver besprochen wurde um endlich eine optimale Losung für alle zu finden.

Begründung:

Von der Einführung eines ähnlichen Gesetzes in Deutschland würden alle profitieren, nicht nur die Organisationen und Flüchtlinge, Obdachlosen und andere Menschen, denen sie helfen. Wir müssten uns nicht mehr für die mit Essen gefüllten Mülldeponien schämen während Menschen in unserem Land verhungern müssen.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

München, 28.12.2014 (aktiv bis 27.06.2015)


Neuigkeiten

Weitere Fakten und Zahlen aus Studien (inkl. Link) wurden eingefügt. Neuer Petitionstext: Bereits seit 31.03.2014 gibt es in Belgien ein Antiwegwerfgesetz für Supermärkte: Verzehrbare Ware müssen MÜSSEN karitativen Organisationen überlassen werden. ...

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CONTRA: Man kann auch gemeinnützige Tafeln als günstige Biomüll-Entsorgung missbrauchen. Die Tafeln können (dürfen ?) keine Spende ablehnen. Da müsste ein Gesetz klar differenzieren, was geht und was nicht mehr. Es muss die Möglichkeit geben, auch Spenden abzulehnen. ...



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