Region: Germany
Media

ARD-Radio via Satellit und Kabel: keine Entwertung der Empfangsgeräte durch Umstellung auf AAC!

Petition is directed to
Intendantinnen und Intendanten der ARD-Anstalten
566 Supporters
6% achieved 10.000 for collection target
  1. Launched 14/06/2021
  2. Time remaining > 4 months
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
I agree to the storage and processing of my personal data. The petitioner can see name and place and forward this information to the recipient. I can withdraw my consent at any time.

Petition an die Intendantinnen und Intendanten der ARD-Anstalten

Joachim Knuth (NDR)

Dr. Yvette Gerner (Radio Bremen)

Patricia Schlesinger (RBB)

Prof. Dr. Karola Wille (MDR)

Manfred Krupp (hr)

Tom Buhrow (WDR)

Prof. Dr. Kai Gniffke (SWR)

Dr. Katja Wildermuth (BR)

Martin Grasmück (SR)

Wir fordern die ARD auf, die Verbreitung ihrer Hörfunkprogramme über Satellit Astra 19,2° Ost auch über das Jahr 2021 hinaus in den kompatiblen Standards MPEG 1 Layer II und AC3 in transparenter Audioqualität fortzusetzen und die Umstellung auf den Codec-Standard AAC zu unterlassen.

Wir – das sind Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen ARD-Hörfunk über Satellit oder Kabelanschluss nutzen: aufgrund der großen, überregionalen Programmvielfalt, aufgrund des Zugangs zu den Kulturwellen aller ARD-Anstalten und zu den Mehrkanalton-Sendungen der Kulturwellen, aufgrund der nicht auf UKW verfügbaren Zusatzprogramme, aufgrund der bislang exzellenten Audioqualität, die von keinem anderen Empfangsweg erreicht wird. Wir schätzen den stabilen Empfang und die unkomplizierten Empfangsgeräte, die Möglichkeit eines einfachen 1:1-Programm-Mitschnittes sowie die Nutzbarkeit der Angebote ohne Erfordernis einer Internet-Infrastruktur.

Einige von uns sind als Kabelnetz-Betreiber aktiv, setzen ARD-Hörfunk von Satellit in Kabelnetze um – sowohl digital (DVB-C) als auch teils noch in Form eines umfangreichen, überregionalen UKW-Angebotes. Wir wünschen, dass unsere Investitionen in Empfangstechnik und auch die Investitionen unserer Kundinnen und Kunden nicht durch die Umstellung auf einen weitgehend inkompatiblen Übertragungsstandard entwertet werden. Wir wünschen mit der verfügbaren Technik verwendbare, gängigen deutschen Broadcast-Standards entsprechende Signale hoher Qualität.

Reason

Bislang verbreitet die ARD ihre Hörfunk-Programme über Satellit in exzellenter Qualität. Stereo-Programme werden in 320 kBit/s MPEG 1 Layer II und einige Kulturwellen zusätzlich in 448 kBit/s AC3 ausgestrahlt. Letzteres erlaubt auch Mehrkanalton, was für Hörspiele ebenso genutzt wird wie für die Übertragung von Konzerten.

Durch die Einspeisung in Kabelnetze wird auch den Haushalten mit Kabelanschluss der Zugang zu diesem überregionalen und hochqualitativen Verbreitungsweg möglich. Insgesamt steht dieses Angebot damit knapp 90% aller Haushalte zur Verfügung. [1]

Seit 2018 wird der DVB-Kabelempfang als UKW-Nachfolgesystem beworben. Es werden spezielle Empfangsgeräte dafür angeboten.

Die ARD beabsichtigt nun, Ende 2021 die Verbreitung ihrer Hörfunkprogramme via Satellit auf den Audiocodec AAC umzustellen. [2]

Es droht das Aus für viele Empfangsgeräte.

Die in Deutschland verkauften DVB-Kabelradios unterstützen den AAC-Codec nicht. Es droht eine massenhafte Entwertung aktueller Technik, die seit 2018 und bis heute als vermeintlich zukunftssicheres System erworben wurde / wird.

Das gleiche gilt für viele der Bestandsgeräte, die zum Radiohören über Satellit oder Kabelanschluss genutzt werden. Darunter befinden sich auch hochwertige HDTV-Receiver mit besonderer Eignung für Hörfunk durch Programmnamen-Anzeige und teils RDS-Anzeige.

Der UKW-Kabelempfang wird weitgehend verstummen.

Kabelnetze müssen nach Umstellung auf AAC auf einen Großteil der ARD-Hörfunkprogramme via UKW verzichten. Kein DVB-UKW-Umsetzer unterstützt AAC (Stand 6/2021).

Es droht voraussichtlich eine deutliche Minderung der Audioqualität.

Um die bislang gebotene Audioqualität mit AAC zu erreichen, müsste eine Bitrate von 256 kBit/s LC-AAC genutzt werden. Lässt man noch vertretbare Abstriche an der Qualität zu, wären mindestens 160 kBit/s LC-AAC nötig. [3], [4]

Die ARD plant mit „niedrigen Bitraten“. [2] Es ist zu befürchten, dass weniger als 160 kBit/s verwendet werden.

AAC erschwert den Zugang zu den Mehrkanalton-Sendungen.

Für Mehrkanalton-Sendungen ist ebenfalls AAC vorgesehen. Dafür gibt es keine breite Endgeräteunterstützung. Auch kann die Stereo-Fassung künftig nicht mehr separat übertragen werden. Damit sind weder Mehrkanalton- noch Stereo-Setups korrekt bedient.

Es droht vorsätzliche Obsoleszenz vieler Empfangsgeräte.

Eine Entwertung aktueller Empfangsgeräte durch die ARD ist ökologisch und auch hinsichtlich des Umganges mit der Rundfunkbeitrag-entrichtenden Bevölkerung verwerflich. Das betrifft sogar noch unverkaufte Geräte, die sich auf dem Weg zwischen Hersteller und Endkunden befinden.

Keine Anzeige von Zusatzinformationen mehr möglich.

Der Nutzungskomfort sinkt ebenfalls, da keine Anzeige von Zusatzinformationen (Radiotext) mit Bestandsgeräten mehr möglich ist.

Kleinere / regionale Kabelnetze werden benachteiligt.

Eine Umwandlung (Transcoding) von AAC in den kompatiblen Standard MPEG 1 Layer II ist möglich, aber für Betreiber kleinerer und regionaler Netze nicht finanzierbar. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Netzbetreiber keine Einspeiseentgelte von der ARD erhalten, also sämtliche Kosten auf die angeschlossenen Haushalte abwälzen müssen. [5]

Solche Netze müssen den ARD-Hörfunk 1:1 durchleiten, ihn also künftig in AAC anbieten. Kundinnen / Kunden dieser Netze hätten entwertete Empfangsgeräte und könnten auch nicht auf ein Kabel-UKW-Angebot ausweichen, da auch dort der ARD-Hörfunk nicht mehr angeboten werden kann.

Fazit: viel Ärger bei Nutzerinnen / Nutzern, nur minimale Ersparnis auf Seiten der ARD.

Für die Hörfunkverbreitung via Satellit hat die ARD einen Aufwand von ca. 17,6 Mio. EUR je 4 Jahre angemeldet [6]. Legt man dies auf sämtliche Beitragskonten [7] um, ergibt sich ein Betrag von knapp 10 Cent je Jahr und Beitragskonto – also ein Betrag von weniger als 1 Cent je Monat und Beitragskonto.

Zum Vergleich: allein für die Produktion von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ werden ca. 14 Cent je Monat und Haushalt verwendet, also mehr als das 14-fache. [8]

[1] Digitalisierungsbericht Video 2020, S. 27

https://www.die-medienanstalten.de/publikationen/digitalisierungsbericht-video/digitalisierungsbericht-2020

[2] https://www.infosat.de/radio/astra-192-ost-ard-h-rfunkprogramme-ziehen-um

[3] https://api.semanticscholar.org/CorpusID:49188017

[4] BBC R&D White Paper WHP 061, June 2003, S. 26

http://downloads.bbc.co.uk/rd/pubs/whp/whp-pdf-files/WHP061.pdf

[5] https://www.teltarif.de/kabelfernsehen-fernsehen-kabel-frk/news/73118.html

[6] 22. KEF-Bericht, S. 98

https://kef-online.de/fileadmin/KEF/Dateien/Berichte/22._Bericht.pdf

[7] Rundfunkbeitrag - Jahresbericht 2019, S. 12/13

https://www.rundfunkbeitrag.de/e175/e6373/Jahresbericht_2019.pdf

[8] Ausgaben für den Tatort im Ersten

https://www.ard.de/die-ard/wie-wir-funktionieren/Ausgaben-fuer-den-Tatort-100

Bildrechte: Andrzej Rembowski / Pixabay License https://pixabay.com/de/service/license / https://pixabay.com/de/photos/radio-konsole-studio-audio-ton-4292411

Thank you for your support, Christian Schubert from Berlin
Question to the initiator

Translate this petition now

new language version

News

Um die bislang gebotene Audioqualität mit AAC zu erreichen, müsste eine Bitrate von 256 kBit/s LC-AAC genutzt werden. Lässt man noch vertretbare Abstriche an der Qualität zu, wären mindestens 160 kBit/s LC-AAC nötig. Die ARD plant mit „niedrigen Bitraten“. Es ist zu befürchten, dass weniger als 160 kBit/s verwendet werden.

No CONTRA argument yet.

Why people sign

  • 4 days ago

    Die ARD verschlechtert ihr Hörfunkangebot durch Verschlechterung des Tonformats und den Wegfall des Radiotext (Anzeige des Musikstücks).

  • Peter Höninger Eckernförde

    5 days ago

    Ich habe zwei hochwertige Satelliten-Empfänger von Technisat in Betrieb. Neben Fernsehsendungen höre ich mindestens genauso viel ARD-Radiosender. Wenndie neue AAC -Technik eingefüh wird, sind diese Geräte für mich nutzloser Elektroschrott. Das ist nicht gerade ein nachhaltiges Vorgehen der ARD-Verantwortlichen.

  • 5 days ago

    Eine technische Änderung die mehr Nachteile als nutzen bringt ist keine Sache die man befürworten kann. Abertausend Geräte werden zu Elektronikschrott, das ist in der heutigen Zeit und war es auch schon immer nicht Tragbar.

  • Wolf U. Delfs Murrhardt

    5 days ago

    Zu erwartetende Qualitätseinsparung. Weiterhin müssen teilweise neue Geräte erworben werden.

  • Dirk Roesner Halle (Saale)

    6 days ago

    Was bringt es an Ersparnis auf dem Transponder? Wir bezahlen dafür mit der Haushaltspauschale! Es kann doch nicht sein, dass uns auch noch der Radioempfang in schlechterer Qualität präsentiert werden soll. Tausende Geräte werden nicht mehr funktionieren. Bitte helfen Sie mit !

Tools for the spreading of the petition.

You have your own website, a blog or an entire web portal? Become an advocate and multiplier for this petition. We have the banners, widgets and API (interface) to integrate on your pages.

Signing widget for your own website

API (interface)

/petition/online/ard-radio-via-satellit-und-kabel-keine-entwertung-der-empfangsgeraete-durch-umstellung-auf-aac/votes
Description
Number of signatures on openPetition and, if applicable, external pages.
HTTP method
GET
Return format
JSON

More on the topic Media

Help us to strengthen citizen participation. We want your petition to get attention and stay independent.

Donate now

openPetition international