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Bild zur Petition mit dem Thema: Baden-Württemberg braucht die Realschule als reale Schule! Baden-Württemberg braucht die Realschule als reale Schule!
  • Von: Silke Sommer-Hohl mehr
  • An: Landtag
  • Region: Baden-Württemberg mehr
    Kategorie: Bildung mehr
  • Status: Die Petition befindet sich in der Prüfung beim Empfänger
    Sprache: Deutsch
  • In Bearbeitung
  • 15.359 Unterstützende
    13.845 in Baden-Württemberg
    Sammlung abgeschlossen

Baden-Württemberg braucht die Realschule als reale Schule!

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Der baden-württembergische Kultusminister Andreas Stoch plant bis spätestens Herbst 2015 ein Gesetzesvorhaben, das als „Weiterentwicklung“ der Realschule getarnt ist. Dies bedeutet die Abschaffung dieser erfolgreichen Schulart in ihrer bisherigen Form. Offen bekennt sich das Ministerium, in welche Richtung das bildungspolitische Schiff fährt: „Die Landesregierung hat sich zum Ziel gemacht, das Schulsystem Baden-Württembergs zu einem Zwei-Säulen-System weiterzuentwickeln.“ (www.kultusportal-bw.de/site/pbs-bw/get/documents/KULTUS.Dachmandant/KULTUS/kultusportal-bw/Realschulen/Konzept%20Weiterentwicklung%20der%20Realschulen.pdf)

Die Umsetzung dieses Konzepts der „Weiterentwicklung der Realschule“ erfordert eine Schulgesetzänderung im Landtag von Baden-Württemberg. Wir fordern die Abgeordneten dringend auf, diesem Gesetz nicht zuzustimmen.

Wir appellieren: Unterstützen Sie den Erhalt unserer vielfältigen Schullandschaft in Baden-Württemberg. Sie ist der Spiegel der Unterschiedlichkeit unserer Kinder und steht für eine reelle Chancengleichheit.

Die Realschule bietet in ihrer bisherigen Form den Kindern verlässliche Strukturen, feste Lehrerbezugspersonen, Stabilität in einer Klassengemeinschaft, Kontinuität in ihrem schulischen Bildungsweg sowie eine solide Grundlage für weitere Qualifikationen. Das geplante Gesetz setzt diese wichtigen Konstanten erfolgreichen Lernens für unsere Kinder aufs Spiel. Wieso werden Kinder ihrer schulischen Heimat beraubt?

Wir fordern den Erhalt der traditionellen Realschule als tragende Säule der baden-württembergischen Schullandschaft. Das ist der Beitrag für wirkliche Bildungsgerechtigkeit! Wir fordern:

• Die Realschule soll ausschließlich das mittlere Niveau anbieten, das zur Mittleren Reife führt. Sie soll weiterhin die hohe Attraktivität für Schülerinnen und Schüler bieten, die sich nach dem Realschulabschluss für das Duale System oder das Berufliche Gymnasium entscheiden. • Unsere Kinder müssen vor dem „Durchreichen“ in die nächste Klassenstufe geschützt werden. • Die Realschule darf keine drittklassige Schulart („Gemeinschaftsschule light“) werden. • Gleichbehandlung der Realschule in finanzieller, personeller und pädagogischer Hinsicht.

Wir bitten alle, denen die erfolgreiche Bildung unserer Kinder an einer starken Realschule am Herzen liegt, unsere Petition zu unterstützen und Freunde und Bekannte über diese Petition zu informieren. Nutzen Sie dazu Mails, soziale Netzwerke sowie die Möglichkeit des Sammelns von Unterschriften, die openPetition anbietet (auch als pdf-Ausdruck auf dieser Plattform).

Im Namen aller Unterzeichner/ -innen

Silke Sommer-Hohl Bündnis pro Bildung - Baden-Württemberg e.V.

Begründung:

Die Realschule ist seit Jahrzehnten die erfolgreichste Schulart! Sie wird ihrer heterogenen Schülerschaft gerecht und ist die tragende Säule des Wirtschaftsstandorts Baden-Württembergs: Unternehmen, Handel wie auch Handwerk schätzen die hohe Qualität und Wertigkeit des Realschulabschlusses, der durch das neue Konzept verwässert wird. Eltern schicken ihre Kinder gerne auf die Realschule. Sie bietet ihnen eine solide Grundausbildung sowie die Möglichkeit zum Aufstieg. Kinder sind in der Realschule gut aufgehoben, weil sie ihnen eine klare Struktur bietet.

Wir wehren uns gegen die geplanten Änderungen:

  1. Die Realschule soll künftig das „grundlegende“ Niveau (das zum Hauptschulabschluss führt) und das „mittlere“ Niveau (das zum Realschulabschluss führt) anbieten.

Das „höhere Niveau“, das zur allgemeinen Hochschulreife führt, ist an Realschulen nicht vorgesehen! Das Kultusministerium: „Sofern gewünscht ist, auch das erweiterte Niveau anzubieten, besteht die Möglichkeit einer Weiterentwicklung zur Gemeinschaftsschule.“ (s. Link oben). Die Realschulen werden systematisch unter Druck gesetzt: Die äußeren und inneren Bedingungen werden im Gegensatz zur Gemeinschaftsschule und zum Gymnasium gezielt verschlechtert (z.B. höherer Klassenteiler). In der Konsequenz bedeutet dies, dass der Realschule verwehrt wird, ihr bisheriges Niveau beizubehalten, wenn sie sich nicht zur Gemeinschaftsschule umstrukturiert.

  1. Von Klasse 5 nach 6 soll "Sitzenbleiben" nicht mehr möglich sein.

Durch die Nichtversetzung in der Orientierungsstufe werden Lücken und Defizite lediglich verfestigt. Leistungsschwache Kinder werden nicht ausreichend gefördert, leistungsstarke Kinder ausgebremst. Das Niveau sinkt zwangsläufig.

  1. In Klasse 7 und 8 sollen die Kinder stundenweise nach ihrem Leistungsvermögen getrennt werden.

Die für „individualisierte Lernformen“ zur Verfügung gestellten Mittel sind derart gering, dass nur in wenigen Stunden eine äußere Differenzierung vorgesehen ist. Die Kinder werden durch die zeitweise Trennung aus dem Klassenverband gerissen, entwurzelt und „abgestempelt“.

  1. Realschüler sollen die Möglichkeit bekommen, am Ende von Klasse 9 den Hauptschulabschluss zu machen.

Das bedeutet eine erneute Aufteilung der Schülerinnen und Schüler nach der achten Klasse. In Klasse neun sollen Haupt- und Realschulklassen gebildet werden. Wenn Schulen die dazu erforderliche Schülerzahl nicht erreichen, müssen Lehrerinnen und Lehrer in einer Klasse auf zwei unterschiedliche Abschlüsse gleichzeitig vorbereiten. Dieser Vorschlag übersieht, dass unterschiedliche Schularten unterschiedliche Bildungsaufträge haben. Die Realschule wird mit diesem Konzept ihrem spezifischen Bildungsauftrag nicht gerecht. Die Realschule wird dadurch einer „Spirale nach unten“ ausgesetzt.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Stuttgart, 28.03.2015 (aktiv bis 27.07.2015)


Neuigkeiten

NOCHMALS ZUR ERINNERUNG! ÜBERGABE DER UNTERSCHIRFTEN UNSERER PETITION "BADEN-WÜRTTEMBERG BRAUCHT DIE REALSCHULE ALS REALE SCHULE" MITTWOCH, 28.10.2015; 14.00 UHR Bündnis pro Bildung BW Gepostet von Silke Sommer-Hohl · 16. Oktober um 16:31 · Bearbeitet ...

>>> Zu den Neuigkeiten


Debatte zur Petition

PRO: Das Zweisäulenmodell gab es bereits vor 60 Jahren (Volksschule und Gymnasium) ohne Sonderpädagoik und mit Inklusion. Die Schwachen waren die Verlierer und die Lehrer griffen zur Wahrung der Autorität auf den Rohrstock zurück. Die neuen Vorstellungen haben ...

PRO: Man kann jetzt schon sehen was der Wunsch der Eltern ist: die reale Realschule oder das Gymnasium. GMS für Kinder mit WRS-Empfehlung. Die katholische, private Realschule bei uns um die Ecke hat normalerweise 4 Klassen pro Jahrgang. Im kommenden Schuljahr ...

CONTRA: IHR WOLLTET GRÜN! und nun erstickt daran! Wer vor den Wahlen nicht wusste worauf er sich einlässt ist selber schuld, aber der Satz:" Das haben wir vorher ja nicht gewusst" kennt man in der Deutschen Geschichte ja. Die haben euch das deutlich so angekündigt!!!

CONTRA: Was passiert mit den wenigen Schülern und Schülerinnen, die "übrig" bleiben, nicht auf das Gymnasium gehen können und nicht auf die Realschule in "alter" Form? Die Haupt -und Werkrealschule ist ja schon seit der CDU-Regierung vielen Reformen ausgesetzt, ...

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