Petition richtet sich an:
Herrn Prof. Dr. Michael Piazolo, Herrn Ministerialbeauftragten für Realschulen Buchhorn, Petitionsausschuss des bayrischen Landtages
Wir fordern faire, gleich anzuwendende, Bewertungsvorgaben und Prüfungsbedingungen für bayerische Schülerinnen und Schüler, die zur Erlangung des Sekundarabschluss 2 (Mittlere Reife) an bayrischen Realschulen führen!
Es mag richtig sein, dass gewisse Prüfungsvoraussetzungen, die seit seit Jahrzehnten zur Erlangung der "Mttlleren Reife" an Bayerischen Realschulen geführt haben und weiter führen, die gleichen sind und wenn überhaupt nur im Hintergrund in Frage gestellt wurden.
Ich stelle mir schon seit Jahren, wenn auch nicht direkt betroffen gewesen, die Frage, was hier eigentlich falsch läuft - oder ist die Ungleichbehandlung bei der Prüfungsbewertung richtig?
Vielleicht liegt es ja daran, dass während/mit und trotz Corona genau in diesem Jahr die Ungleichbehandlung extremer und "unfairer" empfinden als in den Jahren zuvor. Die Mehrheit der Schüler/innen findet es unfair, bei Notenverschlechterung in die mündliche Prüfung zu müssen, bei Notenverbesserung die bessere Note ohne mündliche Prüfung zu erhalten. Der Lehrplan wurde/wird coronabedingt angepasst. Die Abschlussprüfung nicht. Eine Farce schlechthin!
Das bayerische Schulsystem hat von je her schon immer einen sehr hohen Anspruch an sich aber gewisse Dinge gehören eigentlich schon seit Jahren geändert und überdacht.
Es gibt Schüler/innen, die soviel Selbstbewusstsein verinnerlichen, dass sie sich durch nichts und niemanden und auch nicht durch Corona aus der Ruhe bringen lassen. Manch einem hat Corona sogar in die Karten gespielt weil sich herausgestellt hat, dass ihnen Homeschooling und Unterricht mit halber Klassenstärke mehr liegt, als das volle Programm.
Aber was ist das für eine Vorbereitung auf die Abschlussprüfung gewesen, wenn sich fast die ganze Klasse mit 27 Personen verschlechtert hat und auch in der mündlichen Prüfung nicht wieder in die Spur zurückfinden kann/konnte.
Zwischen Bekanntgabe der schriftlichen Noten und mündlichen Prüfung liegen nur 3 Tage - zu wenig! Einige müssen sogar an einem einzigen Tag in mehreren Fächern in die mündliche Prüfung. Die 14-tägige Verschiebung bringt gar nichts, wenn die Lehrkraft auf fach- und prüfungsbezogene Fragen seitens der Schüler/innen mehrfach ihre Unwissenheit bekundet und auf Google verweist.
Gut jetzt kann man natürlich nicht grundsätzlich den Lehrern dafür die Schuld geben, wenn man sich nicht nur in einem Fach sondern in mehreren Fächern verschlechtert hat.
Auf der anderen Seite warum bekommt jemand mit der schlechteren Jahresfortgangsnote die bessere Note im Zeugnis geschenkt, sobald er in der Prüfung auch nur eine Note besser ist?
Im umgekehrten Fall muss aber der/diejenige mit der besseren Jahresfortgangsnote sofort in die mündliche Prüfung, wenn er sich auch nur eine Note verschlechtert. Und dann muss er/sie in der Mündlichen Prüfung sogar 2 Noten besser sein als in der schriftlichen Prüfung um seine bessere Note zurückzubekommen. Ey Leute oben in der Regierung beim Kultusministerium: schafft faire Vorraussetzungen und Bedingungen für alle SchülerInnen.
Die Begründung, dass "schriftlich" höher gewichtet wird als Jahresfortgang oder "mündlich" ist eine Farce und Bestrafung für all die Schüler/innen, die über das ganze Schuljahr konstant Leistungen gebracht haben und dann vielleicht an einem Tag durch verschiedene Umstände nicht ihre eigentlich gewohnten Leistungen abrufen konnten.
Diejenigen die das ganze Schuljahr nur minimal das nötigste tun/getan haben und einen Tag erwischen an dem es passt müssen aber nicht beweisen, dass sie die bessere Note auch verdient haben.
So bekommt eine Schülerin, die im ganzen Schuljahr in einem bestimmten Fach einmal die Note 2, 1 x 3, 1 x 4 und ansonsten mehrfach nur 5er und 6er geschrieben hat eine Fortgangsnote 3 und durch eine schriftliche Note 2 in der Abschlussprüfung sogar eine 2 im Zeugnis. Eine Schülerin mit Jahresfortgangsnote (nur 1er und einer 2 im Schuljahr) schreibt in der schriftlichen Prüfung eine 2 und kann normalerweise selbst durch eine Note 1 in der mündlichen Prüfung keine Note 1 mehr im Abschlusszeugnis erhalten, weil die mündliche Prüfung nur einfach gewertet wird. Dadurch erhält sie die gleiche Note wie diejenigen die sich das ganze Jahr gern haben lassen...
Applaus sehr faires Schulsystem - Extraklasse!
Dieses Bewertungssystem gilt in Bayern an Realschulen in fast allen Fächern!
Mit einer Ausnahme: Französisch!
In diesem Fach müssen auch alle Schüler/Innen, die in der schriftlichen Prüfung eine Veränderung der Note "nach oben" erreichen in die mündliche Prüfung!
Und das ist meiner Meinung nach auch fair!
Und es ist auch fair, wenn das in allen Fächern so praktiziert werden würde, weil sich dann keiner benachteiligt fühlen muss und keiner auf die Prüfung hin explizit nur versucht zu verlassen...
Zu meiner Zeit musste grundsätzlich jede/r in die mündliche Prüfung, der eine Notenabweichung zur Vornote hatte. Egal ob besser oder schlechter.
Wacht endlich auf und ändert was
Helft uns bitte deswegen, damit wir allen Kindern glaubhaft vermitteln, dass es etwas Wert ist, ganzjährig den Lehrstoff konstant zu erlernen und nicht nur auf einen Tag hin zu fokussieren.
Helft uns auch deswegen, damit die Ungleichbehandlung in der Prüfungsbewertung bei Veränderung der Noten, egal ob zum Guten oder Schlechten, ein Ende findet.
Jede/r Schüler/In mit einer Notenveränderung von der Jahresfortgangsnote zur schriftlichen Abschlussprüfung sollte dies durch eine mündliche Prüfung bestätigen müssen, dass Er/Sie die bessere Note verdient! Warum sollen nur die, die das ganze Jahr bewiesen haben was sie können, eine mündliche Prüfung machen müssen?
Gleiches Recht für Alle!