0 Unterschriften
Die Petition wurde abgeschlossen
Petition richtet sich an: Bayerischer Landtag
Die wichtigsten Themenbereiche, in denen dringend Verbesserungen notwendig sind:
- Stationshopping
- Fehlzeiten
- Arbeitszeit
- Urlaubsplanung
- Streikrecht
- Praxisanleitung
In diesen und mehr Bereichen, fehlt es an Wertschätzung der eigenen Nachwuchskräfte, oder sie werden sogar aktiv verheizt - obwohl sie doch so dringend gebraucht werden. Eine einfache Möglichkeit wäre, eine Sonderzahlung für alle bayerischen Nachwuchskräfte im Gesundheitswesen auf den Weg zu bringen. Mindestens aber die garantierte Sanktionsfreiheit sicherstellen, wenn wir Auszubildende uns in Tarifrunden selbst für unsere Ausbildungsbedingungen engagieren wollen! Und ja, auch während der Berufsschulzeit!
Begründung
Wir, die Auszubildenden im bayerischen Gesundheitssystem, fordern die längst überfällige Wertschätzung für unsere Arbeit und nachhaltige Verbesserungen der Ausbildungsbedingungen! Vor allem wir haben uns in der Pandemiezeit besonders engagiert und eingesetzt, um die Patientenversorgung in den Krankenhäusern mit den Kolleginnen aufrechtzuerhalten. Und das als Nachwuchskräfte, die eigentlich erst noch in das komplexe Arbeitsumfeld „Krankenhaus und Pflege“ eingearbeitet werden sollen. Trotz unserer wichtigen Arbeit wurden wir bisher wenig berücksichtigt, z.B. beim Corona-Bonus für Pflegekräfte. Da braucht sich die bayerische Politik nicht wundern, dass so viele ausgelernte Pflegekräfte direkt wieder die Branche verlassen. Mal ganz davon abgesehen, dass vorgeschriebene Ausbildungsinhalte während der Pandemie de facto vielerorts nicht mehr vermittelt werden konnten. Durch den anhaltenden Personalmangel ist leider jetzt schon viel zu wenig Zeit, um Patienten angemessen versorgen zu können. Und trotzdem gibt es junge Menschen wie uns, die sich für eine Ausbildung im Gesundheits- und Pflegebereich entscheiden!
Die aus unserer Sicht drängendsten Probleme, die die Pflegeausbildung unattraktiv machen und für eine hohe Abbruchquote und geringe Zufriedenheit in der Ausbildung sorgen:
- Stationshopping: Oft sind Stationen so sehr auf uns angewiesen, dass wir von Stationsleitungen angerufen werden, um unseren Dienst oder gar die Station getauscht zu bekommen. Danach hat man sich dann zu richten. Egal was in irgendwelchen Ausbildungsplänen steht. Passiert das häufiger, sprechen wir vom „Stationshopping“ - gute Ausbildung oder Freizeitplanung ist so nicht möglich! Wir fordern: Verlässliche Einsatzpläne und vor allem Anleitungsstunden.
- Fehlzeiten: Das veraltete Instrument der Pflichtstunden je Einsatzort bzw. die Fehlzeitenregelung schwebt dauerhaft wie ein Damoklesschwert über uns. Bloß nicht krank werden, sonst muss man die Fehlzeit im entsprechenden Bereich nachholen. Lieber reinschleppen, bevor es die Prüfung gefährdet. Gerade in unserer Branche, mit vielen sensiblen Bereichen, ist dieser Druck hochdramatisch. Wir fordern: Abschaffung der Fehlzeitenregelung.
- Arbeitszeit: In externen Einrichtungen gelten natürlich häufig andere Regelungen bezüglich der gewöhnlichen täglichen Arbeitszeit. So müssen wir schon mal auf unsere vertraglich festgesetzte 5-Tage-Woche verzichten. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn bei ambulanten Pflegediensten keine 8h Arbeit/Ausbildung am Stück begleitet werden können, sondern nur Teilschichten. Um alle notwendigen Pflichtstunden erreichen zu können, muss dann auch mal 6 Tage pro Woche gearbeitet werden. Freizeit für Berufsausgleich oder Zeiten für theoretische Wissensaufbereitung in diesem Einsatz? Fehlanzeige! Wir fordern: Bessere Abstimmung mit externen Einrichtungen und garantierte 5-Tage-Woche.
- Urlaubsplanung: Für die eigene Erholung trägt maßgeblich der eigene Urlaubswunsch bei. Doch im Gesundheitsbereich wird Urlaub häufig komplett vorgegeben. Dadurch ist Urlaub mit Partnerin oder mit Freunden während der Ausbildung oft unmöglich. Zusammen mit der Dienstplanung bedeutet das, dass wir unser Leben über Berufseinsteigerinnen ohne Mitspracherecht zu führen haben. Und wäre das nicht schlimm genug, ist es je nach Einrichtung auch noch unterschiedlich, ob überhaupt Urlaubstage „frei geplant“ werden können oder alles vorgegeben wird. Wir fordern: Einheitliche Regelungen zur Urlaubsplanung.
- Streikrecht: Bei Streiks im Rahmen von Tarifverhandlungen wird Auszubildenden die sich im Schulblock befinden, häufig die Streikteilnahme - wohlgemerkt garantiert durch Art. 9 GG – verwehrt. Ob durch „Hinweisschreiben“ der Schule oder gar persönliches Einschüchtern der Auszubildenden durch Lehrpersonal. Die Androhung von Fehlzeiten, schlechten Noten oder gar Verweisen ist keine Seltenheit. Wir fordern: Klare Regelung der höchsten bayerischen Bildungsbehörden.
- Praxisanleitung: Die Ausbildungsqualität vor Ort lässt sich unter anderem an der erhaltenen Praxisanleitung messen. Dabei werden die gesetzlich vorgeschriebenen 10% der praktischen Ausbildungszeit selten erreicht. Teils verursacht durch den anhaltenden Personalmangel und damit durch Praxisanleiterinnen, die sich gerne Zeit nehmen würden aber oft nicht können. Dann heißt es schon mal, „dann lauf halt heut mal wo anders mit, ich habe keine Zeit“. Doch gerade eine gute Anleitung und Reflexion sind es, die später gute Fachkräfte ausmachen. Dafür werden Praxisanleitungen speziell geschult, selten aber für die Zusatzqualifikation entlohnt. Kein Wunder also, dass auch hier Nachwuchs schwierig zu bekommen ist. Wir fordern: In allen Bereichen braucht eine konsequente Kontrolle der Anleitungszeiten.
Zeit die Versprechungen, die immer wieder verkündet werden, wahr zu machen!
ver.di Fachbereichsjugendvorstand
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
22.03.2023
Sammlung endet:
21.06.2023
Region:
Bayern
Kategorie:
Gesundheit