Sehr geehrter Oberbürgermeister Dr. Salomon, Sehr geehrter Bürgermeister von Kirchbach, Sehr geehrte Stadträte*innen,

Die Versetzung des Siegesdenkmals in die Nähe der alten Stelle bietet immer noch zusammen mit der Neugestaltung des Platzes für die Stadt Freiburg und seine Bürgerinnen und Besucherinnen eine neue Chance, sich mit seiner Geschichte auseinanderzusetzen. Das Denkmal ist ein Zeichen der damaligen Zeit. Ein zeitgenössischer Umgang mit dem Erbe der Vergangenheit verpflichtet dazu, über diese geschichtlichen Hintergründe aufzuklären und diese für die Nachwelt aufzuzeigen.

Eine Wiederherstellung der Vergangenheit kann es nicht geben. Im Gegenteil: eine neue Bewusstseinsbildung ist aktueller und dringender denn je. Der Platz um das wieder aufgestellte Denkmal des Sieges im Jahr 1871 über französische Soldaten hat bis heute formal keinen Namen, sondern war zuletzt nur mit der Straßenbahnhaltestelle "Siegesdenkmal“ verbunden.

Hierbei hat der Gemeinderat mit der Stadtverwaltung bisher jedoch viele Möglichkeiten der Gestaltung verstreichen lassen. Die Planung des Garten- und Tiefbauamts beinhaltet hierzu keine Antworten. Zuletzt wird bestenfalls eine weitere Informationstafel zur Aufklärung kommen. Das ist zu wenig! Es bedarf deshalb einer stärkeren Symbolik, die den historischen Aussagen aus der Zeit Kaiser Wilhelms etwas entgegenzusetzen vermag.

Wir, die Unterzeichner wollen nun, dass dieser Platz in Zukunft einen der heutigen Zeit angemessenen Namen trägt.

Begründung

Als "Platz des Friedens“, "Friedensplatz“ oder „Platz der Versöhnung“ würde der bis dato umkommentierten Kriegsverehrung symbolisch zeitgemäß begegnet.

Der Name "Platz des Friedens“ hat bisher den meisten Zuspruch erhalten. Im Gemeinderat wurde dieser Name von zwei Gemeinderäten genannt und unterstützt.

Als Alternative mit konkreten Bezug zum Siegesdenkmal wurde auch der Name "Platz der Versöhnung" diskutiert, der als eine Entsprechung zu dem gerade eröffneten deutsch-französischen Soldaten-Museum auf dem Hartmannsweiler Kopf verstanden werden kann.

Informationstafeln können den interessierten Besuchern über den Bezug im Platznamen und das Siegesdenkmal aufklären. Über die Namensgebung hinaus ist eine ergänzende Installation eines Kunstwerkes, das Hintergründe und Gegenwartsbezug kritisch beleuchtet weiter möglich und sinnvoll.

Die Neubenennung des bisher namenlosen Platzes ist laut BM von Kirchbach immer noch möglich. Es Bedarf kaum finanzieller Mittel; es ist keine postalische Adresse, mehr noch: alle Anrainer oder anders betroffene Institutionen wie die VAG z.B. können sich entscheiden, ob sie als Referenz / Ortshinweis das Siegesdenkmal, als ein Denkmal der Kriegsverherrlichung, oder einen Platznamen, der dem entgegen steht, verwenden wollen. Hierzu ist allein der politische Wille nötig. Diese Gelegenheit sollte in einem breiten Bündnis aus der Stadt mit der Stadt und für die Stadt genutzt werden!

Es ist die realistische, über Jahre nachhaltige Möglichkeit, als Stadt, als Bürger*in ein Zeichen für die Versöhnung mit dem benachbarten ehemaligen Erbfeind, gegen Nationalismus, Gewalt und Militarismus und für ein geeintes Europa, für ein friedliches Miteinander und gewaltfreie Konfliktlösungen für die kommenden Generationen zu setzen.

Aktuelle Neuigkeiten zur Initiative Platzname können Sie auf unserer Facebookseite verfolgen www.facebook.com/IniPlatzname-1448267251954935/?modal=admin_todo_tour

Im Namen aller Unterzeichner*innen.

Freiburg im Breisgau, 19.11.2017

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Initiative Platzbenennung Siegesdenkmal aus Freiburg
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  • Wir haben unser eigentliches Ziel aber leider verfehlt. 20 Stimmen für und 19 Stimmen gegen Europaplatz war das knappste Ergebnis im Gemeinderat. Unser Vorschlag scheiterte mit 19 Stimmen. Wir sehen darin keine Niederlage, eher eine Bestätigung unseres Engagements und bedanken uns auch auf diesem Weg bei allen Unterstützern im GR und der Bevölkerung für eine sehr intensive Zeit. Immerhin haben sich 39 Stimmen für Frieden als Kontrapunkt bekannt!

    Nun sind die Antragsteller und Befürworter, die Verwaltung mit OB Dieter Salomon an der Spitze, BM von Kirchbach und vor allem das Bündnis 90/Die Grünen Freiburg mit der CDU Freiburg gefordert und stehen "im Wort".

    Sie müssen dem "Friedensprojekt" Europa mehr als nur den Platz am Siegesdenkmal widmen, sondern den Sonntagsreden vom Dienstag auch Inhalte und Taten folgen lassen. Damit auch ein wirklicher Kontrapunkt zum Siegesdenkmal enstehen und eine Umwidmung gelingen kann.

    Sie sollten Projekte mitinitieren (Kulturaustausch, Öffentliche Kunst, Installationen, Performance zum Stadtfest, etc.) oder zumindest mitfinanzieren und nicht wieder auf die Bürgerschaft warten.

    Mit der Entscheidung der Umbenennung der VAG-Haltestelle Siegesdenkmal in Europaplatz wird die Umwidmung des Platzes weiter gestärkt und das sog. Siegesdenkmal in einen anderen Kontext gestellt. Zu schön wäre Friedensplatz gewesen..Jetzt gilt es für Frieden in Europa zu werben.

    Eben - nicht nur reden, sondern aktives auseinandersetzen, für ein friedlich geeintes und agierendes Europa. Für mehr sozialen Frieden in Europa, weniger Nationalismus und Ausgrenzung. Das ist und bleibt die Aufgabe, die wir weiter gemeinsam angehen.

  • Die Entscheidung um einen Namen für den Platz am sogenannten Siegesdenkmal steht Heute auf der Agenda des Gemeinderats.
    Hierbei sind die Favoriten u.a. "Europaplatz" als Vorschlag der Verwaltung und mit Unterstützung des Kreisverbands der Grünen, sowie "Friedensplatz" - genannt von der SPD und als Alternative auch von der Fraktion UL.

    Angesichts der furchtbaren und zum Teil völkerrechtswidrigen Kriegshandlungen in Nordsyrien,
    der Verlängerung von sechs(!) Bundeswehreinsätzen;
    aber auch der Aufrüstung auf 2% des Bruttoinlandsprodukts und dem Aufbau einer eigenen europäischen Armee, sind wir dringender denn je auch in Freiburg gefordert unmissverständlich für mehr Frieden in der Welt einzustehen.

    Aus diesen Gründen haben die Ini.Platzname mit dem Friedensforum spontan aufgerufen mit anderen friedensbewegten Menschen vor der Gemeinderatssitzung um 16:00 Uhr vor dem Bürgerhaus Zähringen für ein eindeutigeres Zeichen Freiburgs für Frieden zu werben, nämlich den Platz um das Denkmal "Friedensplatz" und nicht "Europa-Platz" zu benennen.

  • Heute hat die Initiative zur Platzbenennung am Siegesdenkmal, einem losen Bündnis aus friedensbewegten Menschen und Organisationen das Ergebnis einer Onlinepetition an den zuständigen Bürgermeister Herrn von Kirchbachim Dezernat III für Kultur, Integration, Soziales und Senioren übergeben.

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.