Gemeinsame Petition der Bürgerinitiativen in Pankow Wilhelmsruh, Rosenthal und Niederschönhausen:

Für ein Verkehrskonzept für den Pankower Norden Gegen Schwerlastverkehr und Verkehrslärm in Wohngebieten

Wir, Bürgerinitiativen in Wilhelmsruh, Rosenthal und Niederschönhausen sowie alle Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieser Petition fordern ein modernes und langfristig wirksames Verkehrskonzept für den Norden von Pankow und die angrenzenden Stadtteile. Dieses muss die immer stärker werdenden Konflikte zwischen Schwerlast- und Pendlerverkehr einerseits und den gleichzeitig intensiv nachverdichteten Wohngebieten andererseits lösen. Es muss nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität für alle gewährleisten und auch für die Industrie und Pendler eine Perspektive ohne Dauerkonflikt mit den Wohngebieten aufzeigen.

Ein Verkehrskonzept für den Pankower Norden muss beinhalten:

1.Kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zur Reduzierung von Verkehrslärm, Schwerlastverkehr und Verkehrsgefahren in Wohngebieten

  • Regulierung und Verringerung des Schwerlastverkehrs in Wohngebieten z.B. durch Lenkung über Verkehrskorridore, sowie Nacht- und Wochenendfahrverbote
  • Anordnung von Tempo 30 auch auf Straßen des übergeordneten Netzes in reinen und allgemeinen Wohngebieten, möglichst einheitliche Tempo 30-Regelungen. Umsetzung des Koalitionsvertrags zu diesem Punkt.
  • Planung und Bau von Entlastungsstraßen zur Umgehung von Wohngebieten. Insbesondere ist der Bau der Tangentialverbindung-Nord nördlich von Rosenthal auf der hierfür freigehaltenen Fläche zu prüfen.
  • Mittel- und langfristig Verlagerung lärm- und verkehrsintensiver Industrie aus dem Stadtgebiet heraus durch Anbieten von Ersatzflächen und politische Unterstützung. Keine Neuansiedlung lärm- und verkehrsintensiver Industrie in der Nähe von Wohngebieten.

2. Lärmsanierung von Straßen:

  • Vermeidung aller weiteren Verzögerungen beim Baubeginn für den 3. Bauabschnitt der Friedrich-Engels-Straße.
  • Teilerneuerung des Oberflächenbelages Kreuzung Haupt-/Schillerstraße sowie Schlaglochbeseitigung

3. Keine neuen Verkehrsschneisen durch reine Wohngebiete:

  • kein konzeptloser Ausbau der Kastanienallee für Schwerlast- und Pendlerverkehr mitten durch ein reines Wohngebiet und Umwandlung in eine baumlose Straße.

4. Integrierte und abgestimmte Fahrrad-Infrastruktur:

  • Keine neuen Konflikte zwischen Bäumen, Stadtnatur und Fahrradverkehr, sondern eine Radverkehrs-Infrastruktur, die dem Bedarf und dem Umfeld angepasst ist.
  • Wo Radstreifen auf Hauptverkehrsstraßen nicht möglich sind, müssen in Wohngebieten Radverkehrsstraßen mit Vorrangregelung eingerichtet werden.
  • Schnelle und sichere Radverkehrsanbindung von zentralen ÖPNV Bahnhöfen, zum Beispiel den Norden Pankows an den S+U-Bahnhof Pankow.
  • Rad-Schnellverbindungen zwischen Stadtteilen, zum Beispiel Frz. Buchholz, Rosenthal, Wilhelmsruh entlang des Nordgrabens.

5. Echte Alternativen für Pendler:

  • Wiederinbetriebnahme der Heidekrautbahn
  • Verlängerung der M1 und der U8 bis ins märkische Viertel, Verlängerung der U2 nach Norden
  • Bessere tangentiale Busverbindungen zum Beispiel zu den Ortsteilen Wilhelmsruh und Rosenthal

Begründung

Durch ihre Lage zwischen Industriegebieten in Reinickendorf und dem Zugang zum ehemaligen Westteil der Stadt einerseits und dem Autobahnanschluss zur A114 und zu den Ausfallstraßen in das Umland im Nordosten von Berlin andererseits sind Wilhelmsruh, Rosenthal und Niederschönhausen zu einer Verkehrs-Drehscheibe für Schwerlast- und Pendlerverkehr geworden (Übersichtskarte auf www.verkehr-pankow.de). Die besonderen Brennpunkte hierbei sind die Hauptstraße in Wilhelmruh, die Kastanienallee, die Schönhauser Straße und die Friedrich-Engels-Straße in Rosenthal sowie Wohngebiete rund um die Germanenstraße und die Wackenbergstraße in Niederschönhausen.

Der Schwerlastverkehr sucht sich völlig unreguliert tags und nachts seinen Weg durch die Wohngebiete, wo die 40-Tonner auf häufig bereits stark beschädigten Straßen fahren. Die Lärmbelastungen in diesen Wohngebieten entsprechen somit denen eines Industriegebiets. Statt durch Alleen, Gärten und Wohnbebauung ist das Ortsbild durch Pendler- und LKW-Karawanen, sowie abends und nachts durch illegal parkende LKW geprägt. Die Menschen werden gesundheitsgefährdenden Lärm ausgesetzt und bis weit in die Nebenstraßen hinein ist die Nachtruhe nicht mehr gewährleistet. Stadtteilzentren wie in Wilhelmsruh veröden durch die sinkende Aufenthaltsqualität im Umfeld der Hauptstraße.

Die Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitik hat auf diese Situation bislang nicht reagiert und agiert ohne erkennbaren Plan und Konzept. Wohngebiete werden weiter intensiv nachverdichtet, Wohngebietsstraßen sollen ohne dahinterliegendes Konzept und Anschluss für Schwerlastverkehr ausgebaut werden, gleichzeitig werden aber längst überfällige Maßnahmen zur Straßen- und Lärmsanierung jahrelang verzögert. Eingaben von Bürgerinnen und Bürgern bei Senat, Bezirk und Verkehrslenkungsbehörde laufen seit vielen Jahren ins Leere oder werden gar nicht oder ausweichend beantwortet. Senat und Bezirk weisen sich die Verantwortung für die Probleme gegenseitig zu und lassen bislang keine erkennbare Bereitschaft zu Maßnahmen erkennen, die die Lösung dieses Dauerkonflikts zwischen Industrie und Wohnbevölkerung ermöglichen könnten.

Wir sind nicht bereit, dies länger hinzunehmen und fordern Politik und Verwaltung zu einem ergebnisorientierten Dialog und zu umgehendem Handeln auf.

Erstunterzeichnerinnen / Erstunterzeichner:

Ingo Baenisch Verein für nachhaltige Verkehrsentwicklung e.V. Bürgerinitiative Kastanienallee (Rosenthal)

Dr. Thomas Zoller Verein für nachhaltige Verkehrsentwicklung e.V. Bürgerinitiative Schönhauser Straße (Rosenthal)

Torsten Hofer Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin (SPD)

Michael Lange Koordinator Arbeitskreis Verkehr Wilhelmsruh-Rosenthal (SPD)

André Lohmar Sprecher Bürgerinitiative Hauptstr./Schillerstr. (Wilhelmsruh) (DIE LINKE)

Parteiorganisation DIE LINKE in Wilhelmsruh

Heinrich Goeddecke Bürgerinitiative Hauptstr./Schillerstr. (Wilhelmsruh)

Klaus Fiessinger Bürgerinitiative Wackenbergstraße (Niederschönhausen)

Angelika Krüger Bürgerinitiative Friedrich-Engels-Straße (Rosenthal)

Dr. D. Stiebing Bürgerinitiative Friedrich-Engels-Straße (Rosenthal)

T. Mohs Bürgerinitiative Friedrich-Engels-Straße (Rosenthal)

H. Lavicka Bürgerinitiative Friedrich-Engels-Straße (Rosenthal)

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Neuigkeiten

  • Liebe Petentinnen und Petenten,

    hiermit möchten wir Ihnen mitteilen, dass wir dank Ihrer Unterstützung das Quorum (d.h. die Mindestzahl an Unterschriften, die von der Plattform openpetition.de als notwendig für eine politische Relevanz der Petition vorgegeben worden sind) erreicht haben !

    An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal herzlich bei allen Menschen bedanken, die uns beim Sammeln der Unterschriften tatkräftig unterstützt haben !

    Derzeit haben wir über 3.200 Unterschriften, die unser Anliegen unterstützen. Das ist ein großer Erfolg und ein kraftvolles Signal an Politik und Verwaltung. Wir werden daher voraussichtlich im März die Petition an die Adressaten offiziell und öffentlichkeitswirksam übergeben.

    Die Petition kann noch weitere 6 Monate gezeichnet werden ! Wir sind daher auch weiterhin für jede neue Unterstützerin/Unterstützer dankbar. Machen Sie unser Anliegen an Politik und Verwaltung noch kraftvoller und sprechen Sie Menschen an, die noch nicht unterschrieben haben. Jede Stimme zählt !

    Mit besten Grüßen,

    Verein für nachhaltige Verkehrsentwicklung e.V.

  • Liebe Petentinnen und Petenten,

    wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung unserer Petition !

    Wir haben bereits über die Hälfte der für das Quorum notwendigen Unterschriften gesammelt. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir allerdings noch ca. 1.200 Unterschriften sammeln. Wir sind bereits in den Straßen, Supermärkten Ständen hierfür unermüdlich unterwegs. Falls Sie noch Familienangehörige, Freunde, oder KollegInnen haben, die unsere Arbeit auch unterstützen möchten bitten wir Sie, den Link zur Petition weiterzuleiten ! Auch Minderjährige, die die Ziele der Petition verstehen und unterstützen, dürfen unterschreiben (das Petitionsrecht kennt kein Mindestalter).

    Die Petition ist die Grundlage für unsere Arbeit im Verein für nachhaltige Verkehrsentwicklung e.V. (www.verkehr-pankow.de) in diesem Jahr. Hier können Sie sich informieren, was wir im letzten Jahr geleistet haben, und was wir für 2019 vorhaben:

    verkehr-pankow.de/2019/01/06/rueckblick-und-ausblick-nach-dem-ersten-jahr-des-vereins-fuer-nachhaltige-verkehrsentwicklung-e-v/#more-1167

    Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unserem Newsletter (ca. 1x/Monat): verkehr-pankow.de/newsletter-service/

    Abschließend möchten wir Sie noch auf die Petition "Pankower Tor zum Vorbild für die Verkehrswende machen" aufmerksam machen, die aus unserer Sicht ebenfalls einen wichtigen Beitrag zu einer modernen Verkehrspolitik in Pankow leistet.

    www.openpetition.de/petition/online/pankower-tor-zum-vorbild-fuer-die-verkehrswende-machen

    Mit besten Grüßen,

    T. Zoller
    I. Baenisch
    Verein für nachhaltige Verkehrsentwicklung e.V.
    www.verkehr-pankow.de

Pro

Weil die Landes- und Bezirkspolitiker die genannten Probleme offenbar "aussitzen" bzw. ignorieren wollen.

Contra

Auf welchen Flächen soll eine in´s MV verlängerte M1 verkehren? Auf dem Bürgersteig? Auf der Fahrbahn der Kraftfahrzeuge? Müssten die Platanen weichen? Wo soll sie wenden?

Warum Menschen unterschreiben

  • vor 1 Tag

    Ich wohne in der Beuthstraße im Erdgeschoss. Meine tochter wacht ständig durch den lärm auf.

  • vor 4 Tagen

    als Anwohner und lätmgeschädigtet.

  • vor 5 Tagen

    Nachhaltige, umfassende und zukunftsorientierte Verkehrskonzepte sind überfällig!

  • vor 7 Tagen

    Die Entwicklung des Verkehrs im Berliner Norden von Malchow über Karos, Blankenburg, Französisch-Buchholz, Niederschoenhausen bis Rosenkavalier und Wilhelmsruh ist zu nicht mehr hinnehmbaren Belastung aller Nutzer der Straßen und des öffentlichen Nahverkehrs geworden. Laermbelastungen, Gesundheitsgefaehrdungen. Zeitbelastungen durch Staus für jeden Nutzer, Straßenschaeden u.a. sind die unmittelbaren Folgen. Neue Regelungen und Investitionen in die Infrastruktur und in das Verkehrskonzept sind dringend erforderlich. Deshalb unterstütze ich die Petition und verweise auf eine notwendige Erweiterung auf die Stadtteile im Nord-Ost-Raum. Dr. Heimberger

  • vor 7 Tagen

    Ich bin Anwohnerin in Wilhelmsruh und bin vom ständigen Lärm betroffen. In idylischen kleinen Straßen fahren immer mehr Schwerlaster. Die Gefahren für die Kinder insbesondere steigen dadurch enorm.

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