Hamburg braucht mehr Wohnraum. Das ist unumstritten. Vor allem mangelt es an bezahlbaren Wohnungen in zentralen Stadtteilen, die sich wegen explodierender Mieten immer weniger Menschen leisten können. Das gilt auch für Winterhude. Dort sollen mit dem Bauvorhaben „Dorotheen-Kai“ nun über 100 dringend benötigte Wohnungen mit Mieten unter 9 Euro m² entstehen.

Ein sog. Bürgerbegehren hat jedoch mit lediglich 2372 Unterschriften eine Sperrwirkung erzielt, die zur Zeit jede weitere Planung und Realisierung der neuen Wohnungen untersagt. Man möchte lieber unter sich bleiben – begehrte Stadtviertel wie Winterhude sollen zur geschlossenen Gesellschaft werden.

Die Initiative „Winterhude für Alle“ fordert: Winterhude darf kein Luxus sein! Wir benötigen mehr bezahlbaren Wohnraum und wünschen uns ein buntes Viertel. Jetzt!

Wir fordern: Der Senat muss jetzt eingreifen! Die Sperrwirkung muss mit einer Senatsanweisung sofort aufgehoben werden.

Bitte unterstützen Sie diese Petition mit Ihrer Unterschrift. Gemeinsam können wir das schaffen!

Begründung

Hamburg benötigt dringend neuen bezahlbaren Wohnraum. Um dieses Ziel zu verwirklichen hat die Stadt 2011 mit der Wohnungswirtschaft das Bündnis für Wohnen gegründet. Mindestens 10.000 Wohnungen, davon 3.000 öffentlich gefördert, sollen jährlich entstehen.

Ohne jegliche Subventionierung durch die öffentliche Hand plant ein Hamburger Bauherr, dem das Grundstück Dorotheenstraße 14-16 in Winterhude seit Jahrzehnten gehört, den Bau von 109 Wohnungen mit einer Nettokaltmiete von unter 9 Euro m². Bis Ende 2020 sollen nahe der Alster auf dem Dach einer sanierungsbedürftigen Tiefgarage die Wohneinheiten entstehen. Ein tolles Vorzeigeprojekt, das hoffentlich Schule macht, weil es im teuren Winterhude (Durchschnittsmiete 15,41 Euro, Quelle Immowelt) und nicht nur in Randlagen der Stadt bezahlbaren Wohnraum für Studenten, junge Familien und Rentner schafft.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens sehen das jedoch anders. Augenscheinlich wollen sie aus egoistischen Gründen das Wohnungsbauprojekt um jeden Preis verhindern: Sie fürchten um den Ausblick und den Wert ihrer Luxusimmobilien. Und es ist leider heute so einfach Unterschriften gegen etwas zu sammeln. Insbesondere, wenn Fakten weggelassen oder verdreht werden. So wird zum Beispiel nicht erwähnt, dass: − die angeblich schützenswerten Grünflächen weder ein Park, noch öffentlich zugänglich sind. − sich die so genannte Grünfläche auf einer maroden Tiefgarage befindet, die bei der anstehenden Sanierung, unabhängig vom Bau der Wohnhäuser, weichen wird. − durch das Bauvorhaben der Mühlenkampkanal an dieser Stelle erstmals öffentlich für die Hamburger zugänglich gemacht wird.

Der derzeitige Stopp des Bauvorhabens „Dorotheen-Kai“ ist ein fatales Zeichen, insbesondere für alle Unternehmen, die ebenfalls planen bezahlbaren Wohnraum mittels Nachverdichtung in Hamburg zu schaffen. Wer wird sich bei einem Scheitern des Projekts noch das Bauen im Herzen von Hamburg antun? Hier muss die Hamburger Politik und Verwaltung reagieren, damit nicht jedem Gegner von Neubaumaßnahmen in seiner Nachbarschaft nachgegeben wird. Nach dem Motto: „Es lebe das Sankt-Florians-Prinzip“!

Wir fordern hiermit den Bürgermeister und den Senat auf zu Handeln und bezahlbares Wohnen auch im Zentrum Hamburgs zu ermöglichen. Heben Sie die Sperrwirkung des Bürgerbegehrens in Hamburg-Winterhude gegen den Bau der Wohnungen in der Dorotheenstraße auf!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Winterhude für Alle aus Hamburg
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Pro

Viele Mieter aus Winterhude müssen ihre Wohnungen durch Mieterhöhungen aufgeben. Durch den Bau vieler teurer Eigentumswohnungen ist der Mietpreis in den letzten Jahren explosionsartig angestiegen. Für viele alteingesessene aus Winterhude bedeutet es einen Umzug in die Randgebiete.Selbst in Barmbek ist der Mietpreis enorm gestiegen.Wäre schön wenn die Leute in unserem Viertel bleiben könnten.

Contra

Bunte Viertel gibt es schon. Wer die will zieht nach Wilhelmsburg, Veddel, Billstedt o. ä.