Region: Gießen
Environment

Die 'ROOS' soll für immer blühen !

Petition is directed to
Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz
474 Supporters 220 in Gießen
22% from 1.000 for quorum
  1. Launched 19/07/2021
  2. Time remaining > 2 months
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
I agree to the storage and processing of my personal data. The petitioner can see name and place and forward this information to the recipient. I can withdraw my consent at any time.

Für Arten-, Natur-, Wasser- und Klimaschutz ‘In der Roos‘, für das Leben, für uns alle.

An die Verantwortlichen aus

Magistrat, Stadtparlament, Ausschüssen, Naturschutzbehörden und Ortsbeirat Rödgen

An die Öffentlichkeit

‚In der Roos‘ ist Rödgens letzte alte Wiese innerorts. Dort leben u.a. die nach Naturschutzrecht streng geschützten Schmetterlinge Dunkler und Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Die Wiese wird extensiv, biologisch und gezielt bläulingsgerecht bewirtschaftet und gepflegt. Für den Biobetrieb ist die Fläche auch durch die unmittelbare Nähe zum Hof von hoher Relevanz. 1)

Aber das artenreiche Biotop ist durch monetäre Interessen und überkommenes städtebauliches Denken akut massiv bedroht.

Dezember 2019 wurde im „Vereinfachten Verfahren für die Wiedernutzbarmachung von ehemals bebauten innerörtlich gelegenen Bereichen” ein Bebauungsplan beschlossen. Somit kam die Behörde um die Umweltverträglichkeitsprüfung herum. Aber das vereinfachte Verfahren hätte nicht angewendet werden dürfen, weil ‚In der Roos’ nie bebaut war. 2) Und mit fachgerechter Bewertung der natur- und artenschutzrechtlichen Vorgaben hätte es so nicht zum Bebauungsplan kommen dürfen.

Sommer 2020 hat die Stadt Gießen begonnen die Wiesenknopf-Ameisenbläulinge abfangen und auf eine völlig unzureichend entwickelte Fläche “umsiedeln” zu lassen. 3) Ausgegangen wurde bei den Bläulingen ‚In der Roos‘ von einer „schwachen“ und aufgrund der „isolierten Lage“ nicht dauerhaft überlebensfähigen Population. Abgefangen wurden aber 399 Falter. Ein so hoher Wert ist in der Fachliteratur nicht bekannt.

Aktuell wird die Zerstörung der Wiese weiter betrieben. Behauptet wird, dass die Populationen der Bläulinge durch das Abfangen letztes Jahr jetzt nur noch gering sei, sodass diese Praxis ohne Bedenken fortgesetzt werden könne. Eine Trasse der geplanten Straße wird regelmäßig gemulcht, um den Aufwuchs der Falterfutterpflanze Wiesenknopf zu unterdrücken.

Auch wenn durch das Verbringen der Schmetterlinge – eine rechtswidrige Praxis nach Überzeugung der vom NABU Hessen beauftragten Kanzlei 4) – das Bläulingsaufkommen in der Roos geschwächt hat, ist davon auszugehen, dass sich dieses wieder erholt, wenn die Wiese erhalten bleibt 5).

Es geht hier aber bei weitem nicht allein um zwei stark gefährdete Schmetterlingsarten.

Jeder Meter zerstörter Boden ist einer zu viel.

Wir brauchen vitalen Boden für den Erhalt der Artenvielfalt,

als Basis unserer Nahrung, als Reservoir und Filter von Grund- und Trinkwasser, für ein ausgeglichenes Kleinklima vor Ort, sowie als Hochwasserschutz und CO2Senke gegen den Treibhauseffekt.

Genauso wie wir die einstimmige Ablehnung des Stadtverordnetenversammlung gegen ein weiteres Gewerbegebiet in den Äckern Lützellindens sehr begrüßen, 6) fordern wir von

Magistrat, Bauausschuss und Unterer Naturschutzbehörde

diese Einsicht auch bezogen auf den Lebensraum ‚In der Roos‘.

Lassen sie den Bebauungsplan fallen !

Ihre Kinder, Enkel und wir werden es Ihnen danken !

Reason

‚In der Roos‘ allein Grund ist genug für eine Kampagne. Der Widerstand für den Erhalt der Wiese ist aber auch Anlass für eine umfassende Forderung nach einem überfälligen Wendepunkt in Gießen im Umgang mit der Lebensgrundlage Boden hin zu einem Ende der Baupläne ins Grüne.

Die ganze Begründung mit weiterreichenden Forderungen und Argumenten zu Landwirtschaft, Ernährung, Wohnen, Bauwirtschaft , Ökologie und Schutz der Lebengrunglagen senden wir gerne zu. Hier ist die Textlänge zu limitiert. Bitte einfach eine Mail an in-der-roos@hollerbusch.work

Eine Zeit lang ist der Offene Brief voller Länge auch im Web dort lesen:

https://www.giessener-zeitung.de/2021/07/20/wiese-in-not/

1) Auf den im Bebauungsplan betroffenen hofnahen Flächen (mehr als die Bläulingswiese) haben die Schafe und Kühe des Naturland-Biohofs während der Stallzeit im Winter Auslauf. Würde diese Möglichkeit wegfallen wäre das dem viel zitierten Tierwohl sehr zuwider. Auch eine Halle müsste der Hof aufgrund der städtischen Planung aufgeben.

2) Im „Vereinfachten Verfahren“ nach § 13a BauGB setzt das Bundesverwaltungsgericht (mit Urteil vom 25. Juni 2020 – 4 CN 5/18 –, BVerwGE 169, 29-39 Rn. 25 f.) ein enges Verständnis an den Begriff „Innenentwicklung“. So genügt es nicht bloß, dass sich eine Fläche im Zusammenhang eines bebauten Ortsteils befindet, sondern es soll nur auf solche Flächen zugegriffen werden, die bereits baulich in Anspruch genommen wurden und durch die damit einhergehende Versiegelung ihre bodenrechtliche Schutzwürdigkeit jedenfalls teilweise schon verloren haben. Die zu erhaltenden Flächen bestehen aber aus landwirtschaftlich genutzten Wiesen, Streuobst und Gärten.

3) Das Abfangen und Aussetzen der Bläulinge an anderer Stelle wurde von der Unteren Naturschutzbehörde per Ausnahme zugelassen. Auf der Fläche wo die Wiesenknopf-Ameisenbläulinge ausgesetzt wurden gab es schon Populationen beider Schmetterlingsarten.

Die Bestimmungen der s.g. Ausgleichsmaßnahme schreiben vor, die gewählte “Ersatzfläche“ bläulingsgerecht weiter zu entwickeln. Also durch gezielte Mahd die Falterfutterpflanze Wiesenknopf und die Wirtsameise zu fördern. Das dauert aber mehrere Jahre und rechtlich muss eine Ausgleichsmaßnahme erst volle Wirkung entfalten, bevor mit dem Grund der Maßnahme, also der Zerstörung an anderer Stelle begonnen werden darf. Im Jahr 2020 wurden zwar Bestimmungen für die Entwicklung der Fläche erlassen, aber prompt nicht eingehalten. Auch in 2021 wurden diese nur mangelhaft umgesetzt (Randsäume mit gemäht, zu tiefe Mahd, Schnittgut zu kurz liegen gelassen, zu schweres Gerät verwendet).

Zudem haben einige Wiesenknopf-Ameisenbläulinge den Weg zurück ‚In die Roos‘ gefunden. Das widerlegt die Behauptung, es würde sich um eine isolierte Population handeln. Damit liegt auch nahe, dass die Populationen „In der Roos“ für die umliegenden Teilgebiete des Natura 2000 Gebietes Auenwiese Josolleraue, in der die Bläulinge auch als Erhaltungsziele ausgewiesen sind, von Bedeutung sind.

4) Die Auffassung des NABU Landesverbandes Hessen, vertreten durch die Kanzlei Philipp-Gerlach und Teßmer, dass die Maßnahmen des Abfangens und “Umsiedelns“ in diesem Jahr rechtswidrig sind manifestiert sich in verschiedenen Rechtsbehelfen. So ist dem ausführlichen Schreiben vom 14. Juni 2021 an die Untere Naturschutzbehörde Gießen dargelegt worden, mit welchen rechtlichen Mängeln die Abfang- und Ausgleichsmaßnahme behaftet ist. Dieses Schreiben ist auch Grundlage der am selben Tag eingelegten Fachaufsichtsbeschwerde beim Regierungspräsidium Gießen.

Zuletzt ist am 07. Juli '21 die Rechtsauffassung im Widerspruch gegen die der Ausgleichsmaßnahme zugrundeliegenden Ausnahmegenehmigung deutlich gemacht worden:

"Bezüglich der Widerspruchsbegründung beziehen wir uns auf unser Schreiben vom 14.06.2021, indem wir bereits dargelegt haben, dass die erteilte Genehmigung nicht den Anforderungen des § 45 Abs. 7 S. 3 BNatSchG entspricht und daher rechtswidrig ist. Es steht zu befürchten, dass der Erhaltungszustand der Population durch die Zerstörung der Teilpopulation „In der Roos“ verschlechtern wird. Der Ersatzlebensraum „Krebswiesen“ ist nicht geeignet, weitere Exemplare der Schmetterlingsart dort anzusiedeln. Vielmehr ist von einem gesättigten Zustand auszugehen.

... Es wird daher nochmals beantragt bis zur Entscheidung im Widerspruchsverfahren, sowie einer Entscheidung der beim Regierungspräsidium Gießen anhängigen Fachaufsichtsbeschwerde, den Vollzug auszusetzen." 

5) Trotz ökologisch widersinnigen Absammelns sind noch immer Bläulinge in unbekannter Menge ‚In der Roos‘. Und die Tiere finden nach der Verbringung zurück. Entscheidend für eine Erholung des Falterbestands sind eine hohe Dichte der Futterpflanze Großer Wiesenknopf und der Wirtsameise – beides ist ‚In der Roos‘ gegeben, wenn sie nicht weiter zerstört wird.

6)

http

s://www.giessener-allgemeine.de/giessen/giessen-stellt-sich-gegen-regionalversammlung-90808652.html

Thank you for your support, Daniel Witt from Gießen
Question to the initiator

Translate this petition now

new language version

News

  • Hallo

    und herzlichen Dank für dein Interesse und Engagement für die 'Roos'
    und den Planeten, der uns nicht gehört.

    ° Wir haben die beiden Gießener Tageszeitungen dazu gebracht am Wochenende doch wieder über die 'Roos' zu berichten. Und das, obwohl ein Redakteur noch vor Kurzem meinte, da sei nichts mehr zu machen.

    ° Alle Fraktionen im Gießener Stadtparlament sind über den Offenen Brief informiert.

    ° Für diesen Samstag, 31. Juli um 11:00, lädt Finn Becker, Sohn des Naturland-Biohofs der die Wiese pflegt, herzlich zu einer Infoveranstaltung ein.
    Treffpunkt ist direkt vor Ort auf dem Fußweg zwischen Helgenstockstr. und Dreieck, Rödgen, (Gießen).

    ° Bist du Teil eines Verbands, einer Gruppe? Dann frage bitte, ob ihr als Organisation den Offenen... further

Not yet a PRO argument.

No CONTRA argument yet.

Why people sign

  • 7 hours ago

    Weil wir um jedes Eckchen Natur kämpfen müssen und unsere Wohnraum Probleme anders lösen müssen.

  • 11 hours ago

    Weil ich mir wünsche, dass wir keine Flächen mehr versiegeln und andere Konzepte umsetzen.

  • 1 day ago

    Weil es so mit der halbherzigen Klima und Umweltpilituk nicht weiter gehen.Wir haben keine Zeit mehr.Die letzten Jahrzehnte wurde dem Kapitalismus gefrönt und nur an die Auszahlung der Dividenten an die Aktionäre gedacht, statt an alternative Energiequellen zu denken.

  • 2 days ago

    Ich bin in Rödgen aufgewachsen

  • 2 days ago

    Für Mensch und Tier

Tools for the spreading of the petition.

You have your own website, a blog or an entire web portal? Become an advocate and multiplier for this petition. We have the banners, widgets and API (interface) to integrate on your pages.

Signing widget for your own website

API (interface)

/petition/online/die-roos-soll-fuer-immer-bluehen/votes
Description
Number of signatures on openPetition and, if applicable, external pages.
HTTP method
GET
Return format
JSON

More on the topic Environment

Help us to strengthen citizen participation. We want your petition to get attention and stay independent.

Donate now

openPetition international