Düsseldorf soll das Konzert von Max Korzh am 26.06.2026 absagen

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Oberbürgermeister Stephan Keller

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Petition richtet sich an: Oberbürgermeister Stephan Keller

Wir fordern, dass die Stadt Düsseldorf das für den 26.06.2026 geplante Konzert von Max Korzh in der MERKUR SPIEL-ARENA nicht stattfinden lässt.

Die Stadt soll gemeinsam mit den zuständigen Stellen und den Betreibern der Arena prüfen, ob eine Absage oder Verlegung des Konzerts notwendig ist, um Konflikte und Spannungen zu vermeiden.

Begründung

Am 26.06.2026 soll der belarussische Künstler Max Korzh ein großes Stadionkonzert in der MERKUR SPIEL-ARENA in Düsseldorf geben – beworben als einziges Stadionkonzert in Deutschland und als exklusive Großveranstaltung. Diese Show findet in einer Stadt statt, die offiziell Solidarität mit der Ukraine betont und viele geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer aufgenommen hat.

Die öffentliche Haltung von Max Korzh zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wirkt aus meiner Sicht widersprüchlich. Er spricht sich zwar allgemein gegen den Krieg aus, vermeidet aber konsequent, Russland als Aggressor und Wladimir Putin als Verantwortlichen klar zu benennen. Sein „Antikriegssong“ „Svoj dom“ bleibt ebenfalls bei allgemeinen Formulierungen, ohne Russland ausdrücklich als angreifende Seite zu nennen. Viele Ukrainerinnen und Ukrainer empfinden diese Haltung nicht als klare Unterstützung der angegriffenen Seite, sondern als bewusste Neutralisierung der Verantwortung.

Noch schwerer wiegen die Erfahrungen mit seinen Konzerten in der EU. Beim Stadionkonzert in Warschau im August 2025 kam es nach Angaben der polnischen Polizei zu massiven Problemen: Sie meldete 109 Festnahmen und Verfahren wegen Angriffen, Pyrotechnik und anderer Delikte. Die Regierung leitete Abschiebungsverfahren gegen 63 Personen ein, darunter 57 Ukrainerinnen und Ukrainer und 6 Belarusen; der Premierminister sah sich veranlasst, öffentlich Stellung zu nehmen. Damit wurde ein Konzert von Max Korzh zu einem sicherheits- und migrationspolitischen Vorfall mit internationaler Aufmerksamkeit.

Beim Konzert in Bukarest im Mai 2026 berichteten Medien und Augenzeugen, dass Sicherheitskräfte gezielt ukrainische Fahnen einsammelten oder deren Nutzung untersagten, während gleichzeitig russische Fahnen und andere russische Symbolik im Publikum sichtbar und zugelassen waren. Während des Konzerts skandierte ein Teil des Publikums lautstark eine in der Ukraine und anderen Ländern verbreitete, deutlich ablehnende Parole gegen Wladimir Putin. Max Korzh unterbrach diese Rufe von der Bühne aus und bat darum, keine anderen Namen zu rufen. Viele Beobachter sahen darin mehr als nur den Versuch, „Politik aus dem Konzert herauszuhalten“. Sie werteten es als bewusste Unterdrückung eines legitimen, klar antirussischen Protests und als Signal, dass auf seinen Konzerten weder Wladimir Putin noch andere Verantwortliche des Angriffskriegs offen kritisiert oder als Aggressoren benannt werden sollen

Hinzu kommen wirtschaftliche Verflechtungen mit dem russischen Musikmarkt. Die Karriere von Max Korzh war lange mit dem russischen Label „Respect Production“ und einer Infrastruktur verbunden, die in Russland angesiedelt ist. Berichten zufolge arbeitet sein Management weiterhin auf dem russischen Markt, und seine Inhalte werden nach wie vor über russische Plattformen wie VK und Dienste aus dem Yandex‑Umfeld verbreitet. Große Stadionkonzerte in der EU steigern seine Reichweite, seine Streamingzahlen und damit indirekt auch die wirtschaftliche Stärke eines kulturellen Umfelds, das teilweise in Russland verankert ist.

Für Düsseldorf bedeutet dieses Konzert daher aus meiner Sicht nicht nur eine Unterhaltungsveranstaltung, sondern eine politisch und gesellschaftlich hochsensible Situation:

  • Es besteht ein reales Risiko von Spannungen und Zwischenfällen, wie die Beispiele Warschau und Bukarest zeigen.
  • Es drohen Konflikte um ukrainische Symbolik und antirussische Slogans auf einem städtischen Großevent.
  • Es entsteht ein Reputationsrisiko für eine Stadt, die sich offiziell solidarisch mit der Ukraine zeigt, zugleich aber einem Künstler eine Bühne bietet, dessen Auftritte bereits zu Skandalen und zur Einschränkung pro‑ukrainischer Ausdrucksformen geführt haben.

Ich halte es deshalb für notwendig, dass die Stadt Düsseldorf dieses Konzert nicht stattfinden lässt oder zumindest grundlegend neu bewertet. Es geht nicht darum, Kunstfreiheit grundsätzlich einzuschränken, sondern darum, verantwortungsvoll zu entscheiden, welche Großereignisse in Kriegszeiten zu Symbolen der Stadt werden sollen – und ob ein Konzert von Max Korzh auf der Hauptarena Düsseldorfs mit der erklärten Solidarität mit der Ukraine vereinbar ist.

Eine ausführliche Dokumentation mit Quellen zu diesen Punkten ist hier einsehbar:
Google Docs

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Nazar Pazenko, Aichach
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Angaben zur Petition

Petition gestartet: 01.06.2026
Sammlung endet: 30.11.2026
Region: Düsseldorf
Kategorie: Kultur

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