Petition is addressed to:
Studierendenwerk Kassel
Sehr geehrtes Studierendenwerk Kassel,
sehr geehrte Mitglieder des Senats der Universität Kassel,
wir, die Unterzeichner*innen dieser Petition, setzen uns für die Einführung von Halal-zertifizierten Fleischgerichten in den Mensen und Cafeterien der Universität Kassel ein.
Die Universität Kassel steht für Vielfalt, Toleranz und Gleichberechtigung. Viele Studierende an unserer Hochschule sind Muslime und wünschen sich die Möglichkeit, in der Mensa eine warme Mahlzeit zu genießen, die ihren religiösen Ernährungsgrundsätzen entspricht.
Derzeit ist das Angebot an halal-konformen Gerichten stark eingeschränkt oder gar nicht vorhanden, was dazu führt, dass ein erheblicher Teil der Studierenden auf andere Angebote außerhalb der Universität ausweichen oder ganz auf Fleischgerichte verzichten muss. Dies steht im Widerspruch zu den Grundwerten von Inklusion und Chancengleichheit, die die Universität Kassel aktiv fördert.
Ein halal-zertifiziertes Fleischgericht pro Woche (z. B. Hähnchen oder Rind) wäre ein wichtiger Schritt in Richtung interkultureller Sensibilität und sozialer Gerechtigkeit. Solche Angebote existieren bereits erfolgreich an anderen deutschen Universitäten, wie z. B. in Frankfurt, Hannover, Berlin und München – dort mit durchweg positiver Resonanz.
Wir bitten das Studierendenwerk Kassel daher, gemeinsam mit zertifizierten Lieferanten und Partnern zu prüfen, wie ein dauerhaftes, bezahlbares und transparentes Halal-Angebot in das Mensakonzept integriert werden kann.
Damit würde die Universität Kassel ein starkes Zeichen für gelebte Vielfalt setzen und ein Umfeld schaffen, in dem sich alle Studierenden willkommen und respektiert fühlen.
Mit freundlichen Grüßen
Die Unterzeichnerinnen dieser Petition*
Reason
Argumentationsliste für Gespräche mit dem Studierendenwerk / Senat:
1. Soziale und kulturelle Inklusion
- Rund ein Viertel der Studierenden in Kassel hat einen internationalen Hintergrund, viele davon muslimisch.
- Ein halal-Angebot wäre ein konkreter Beitrag zur Teilhabe aller Studierenden an der Mensa-Infrastruktur.
- Es stärkt das Gefühl der Zugehörigkeit und zeigt, dass kulturelle Vielfalt aktiv gelebt wird.
2. Gleichbehandlung und Religionsfreiheit
- Das Grundgesetz schützt die Religionsfreiheit (Art. 4 GG).
- Ein halal-Angebot ist keine Bevorzugung, sondern eine praktische Umsetzung religiöser Gleichberechtigung im Alltag.
- Andere Ernährungsbedürfnisse (z. B. vegan, vegetarisch, laktosefrei) werden bereits berücksichtigt – halal wäre eine logische Ergänzung.
3. Wirtschaftliche und organisatorische Umsetzbarkeit
- Viele Großhändler und Cateringunternehmen bieten mittlerweile zertifiziertes Halal-Fleisch zu vergleichbaren Preisen an.
- Der logistische Mehraufwand ist gering, wenn ein wöchentlicher Halal-Tag oder ein einzelnes Halal-Gericht eingeführt wird.
- Durch die hohe Nachfrage würde sich das Angebot wirtschaftlich schnell selbst tragen.
4. Beispiel guter Praxis anderer Universitäten
- Mehrere Universitäten in Deutschland (z. B. Frankfurt, Darmstadt, Hannover, München) bieten erfolgreich Halal-Gerichte an.
- Diese Beispiele zeigen, dass Halal-Angebote unkompliziert integrierbar sind und breite Zustimmung finden.
5. Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum Dialog
- Halal bedeutet nicht nur „religiös erlaubt“, sondern umfasst oft auch bewusste und respektvolle Schlacht- und Tierhaltungspraktiken.
- Ein transparenter, zertifizierter Einkauf kann zur Qualitätssteigerung und bewussteren Ernährung beitragen.
- Zudem fördert ein solches Angebot den interkulturellen Dialog auf dem Campus.
Vorschlag für die Umsetzung
- Einführung eines wöchentlichen Halal-Menüs (z. B. mittwochs oder donnerstags).
- Zusammenarbeit mit zertifizierten regionalen Lieferanten.
- Klare Kennzeichnung der Gerichte in der Mensa-App und an den Speiseplänen.
- Evaluation nach einem Semester, um Nachfrage und Zufriedenheit zu messen.
Die Universität Kassel steht für Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion. Dennoch sind muslimische Studierende derzeit faktisch vom Fleischangebot der Mensa ausgeschlossen, da keine Halal-Option vorhanden ist.
Ein Halal-Angebot wäre kein Sonderwunsch, sondern ein Zeichen gelebter Chancengleichheit und Religionsfreiheit im Alltag. Andere Hochschulen – z. B. Frankfurt, Hannover und München – haben bereits erfolgreich Halal-Gerichte eingeführt, mit durchweg positiver Resonanz.
Ein wöchentliches Halal-Menü würde:
– die Teilhabe vieler Studierender verbessern,
– das Image der Universität als offene, inklusive Institution stärken,
– und einen wertvollen Beitrag zum interkulturellen Dialog auf dem Campus leisten.
Vielfalt zeigt sich auch auf dem Teller – die Universität Kassel sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen.
Weil halal Fleisch gesünder ist