Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Menschen, die ehrenamtlich gemeinnützig arbeiten, eine Möglichkeit erhalten Ausgaben, die in Zusammenhang mit dieser Tätigkeit stehen, steuermindernd bei der jährlichen Steuererklärung geltend zu machen:a) durch Anrechnung von nachgewiesenen Ausgabenb) durch einen pauschalen definierten Steuererlass

Begründung

Wenn ich Geld gemeinnützig spende, kann ich das von der Steuer absetzen. Wenn ich Arbeitszeit, Kompetenz,Material-, Fahrt- und Bürokosten bei meinen ehrenamlichen Tätigkeiten einbringe, kann ich im Gegensatz zu meinen berufsbezogenen Ausgaben vor dem RentnerInnenstatus, nichts mehr mehr geltend machen. Ich arbeite derzeit in sieben ökologischen, sozialen und kulturellen Projekten mit, darunter zwei Projekte in der Flüchtlingsarbeit. Bürgerschaftliches Engagement hat zur Zeit einen hohen gesellschaftsstabilisierenden Anteil, die wirtschaftlichen Ressourcen der AkteurInnen werden dabei nicht gesehen. Die finanziellen Ressourcen der gemeinnützigen Träger sind mit abnehmender Tendenz im Blick. So entwickelt sich auf Dauer das persönliche bürgerschaftliche freiwillige Engagement zu einer Initiative, die man sich finanziell leisten können muss, weil vorausgesetzt wird, dass man nicht nur Zeit sondern auch Geld einbringt.Die Wahrnehmung des skrupellosen Umgehens der Steuerpflicht, auf welchen geraden und krummen Wegen auch immer, und der Blick auf meinen Steuerbescheid geben mir das Gefühl, eine "nützliche Idiotin" zu sein.

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Neuigkeiten

  • Pet 2-18-08-6110-031209

    Einkommensteuer


    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 15.12.2016 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte.

    Begründung

    Mit der Petition wird gefordert, dass im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit
    erfolgte Ausgaben steuermindernd geltend gemacht werden können.
    Die Forderung geht im Einzelnen dahin, dass Ausgaben, die im Zusammenhang mit
    einer gemeinnützigen ehrenamtlichen Tätigkeit anfallen, bei der jährlichen
    Steuererklärung durch Anrechnung von nachgewiesenen Ausgaben oder durch ein
    pauschal definierten Steuererlass geltend gemacht werden können.
    Zusätzlich wird darauf verwiesen, dass Geldspenden an gemeinnützige
    Einrichtungen von der Steuer absetzbar seien. Im Gegensatz hierzu seien jedoch
    Material-, Fahrt- und Bürokosten einer ehrenamtlichen Tätigkeit nicht absetzbar. Ein
    Erwerbstätiger könne derartige Kosten bei den Werbungskosten in Ansatz bringen,
    ein ehrenamtlich tätiger Rentner hingegen nicht.
    Zu den Einzelheiten des Vorbringens wird auf die mit der Petition eingereichten
    Unterlagen verwiesen.
    Die Eingabe ist auf der Internetseite des Deutschen Bundestages veröffentlicht
    worden. Es gingen 79 Mitzeichnungen sowie 11 Diskussionsbeiträge ein.
    Der Petitionsausschuss hat der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre Haltung
    zu der Eingabe darzulegen. Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung lässt sich
    unter Einbeziehung der seitens der Bundesregierung angeführten Gesichtspunkte
    wie folgt zusammenfassen:
    Mit Blick auf das vorgetragene Petitum stellt der Petitionsausschuss fest, dass
    gemeinnützige Körperschaften nicht nur für Geldspenden, sondern auch für sog.
    Aufwandsspenden Zuwendungsbestätigungen ausstellen dürfen. Daher können

    Spender entsprechende Aufwendungen wie z.B. Fahrtkosten steuermindernd geltend
    machen. Zu den Einzelheiten hierzu verweist der Petitionsausschuss auf das
    Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF-Schreiben) zu den
    Aufwandsspenden vom 25. November 2014.
    Darüber hinaus wird mit der Petition ein pauschaler Steuererlass für ehrenamtliche
    Tätigkeit oder grundsätzlich die steuerliche Absetzbarkeit von Material-, Fahrt- und
    Bürokosten gefordert, die in Zusammenhang mit einer ehrenamtlichen Tätigkeit
    entstehen. Hierzu hält der Petitionsausschuss zunächst fest, dass das ehrenamtliche
    Engagement von Bürgern unseres Staates große Anerkennung verdient, da es einen
    wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft leistet. Bürgerinnen und Bürger die sich
    ehrenamtlich für andere einsetzen, schaffen ein großes soziales Netzwerk und
    leisten einen wesentlichen Beitrag zu einem menschlichen, wertebewussten
    Miteinander in unserer Gesellschaft.
    Die Erfüllung dieser für unser Gemeinwohl wichtigen Aufgabe wurde im steuerlichen
    Bereich in der jüngeren Vergangenheit durch verschiedene gesetzliche Maßnahmen
    gewürdigt. So wurde mit dem Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes der
    Übungsleiterfreibetrag von 2.100 Euro auf 2.400 Euro sowie die
    Ehrenamtspauschale von 500 Euro auf 720 Euro angehoben.
    Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich betätigen, verfolgen in der Regel nicht
    das Ziel, mit dieser Tätigkeit auch Einnahmen zu erzielen. Soweit im Rahmen einer
    ehrenamtlichen Tätigkeit gleichwohl Einnahmen erzielt werden, unterliegen diese
    grundsätzlich der Einkommensteuer, können aber unter Anwendung der oben
    genannten Freibeträge bis zu gewissen Grenzen steuerfrei bleiben. Insoweit ist eine
    nur unentgeltlich ausgeübte Tätigkeit steuerlich irrelevant.
    Hinsichtlich der Aufwendungen, die im Zusammenhang mit einer ehrenamtlichen
    Tätigkeit entstehen, führt die grundsätzliche steuerliche Anerkennung von
    ehrenamtlichem Engagement aus steuersystematischen Gründen nicht dazu, dass
    diese Aufwendungen steuerlich auch abziehbar sind. Erwerbsbedingte
    Aufwendungen können steuerlich lediglich dann berücksichtigt werden, wenn diese
    in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang mit steuerpflichtigen Einkünften
    stehen. Angesichts dessen können etwaige Aufwendungen – etwa die in der Petition
    angeführten Fahrt-, Material- und Bürokosten –, die im Zusammenhang mit einer
    ehrenamtlichen Tätigkeit entstehen, nach geltendem Recht steuerlich nur insoweit
    berücksichtigt werden, als die Einnahmen nicht steuerfrei gestellt werden. Auf die

    eingangsgenannte Möglichkeit der Aufwandsspenden nimmt der Petitionsausschuss
    in diesem Zusammenhang noch einmal Bezug.
    Angesichts des Dargelegten kann der Petitionsausschuss insgesamt nicht in
    Aussicht stellen, im Sinne des vorgetragenen Anliegens tätig zu werden. Er empfiehlt
    daher, das Petitionsverfahren abzuschließen.

    Begründung (PDF)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.