Education

Erhalt der Förderschule Lernen in Niedersachsen

Petition is directed to
Präsidenten des Niedersächsischen Landtages
6,156 Supporters 5,688 in Lower Saxony
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  1. Launched October 2021
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Wir fordern das Land Niedersachsen hiermit auf, für den Erhalt der Förderschule Lernen über das Jahr 2028 hinaus Sorge zu tragen und das bisher angekündigte Ende der Beschulung für das Schuljahr 2022/2023 zu streichen. Ferner müssen mehr Lehrer für den Förderbereich ausgebildet werden, da auch im inklusiven Bereich ein deutlicher Förderschullehrermangel herrscht.

Reason

Wir möchten eine Wahlfreiheit für Eltern, deren Kinder einen Förderbedarf Lernen attestiert bekommen haben. Die Förderschule Lernen sehen wir als substanziell notwendig an, um jedes Kind optimal fördern zu können. Nicht jeder Schüler mit Förderbedarf Lernen ist auf einer Regelschule beschulbar.

Der Höchstförderbedarf mit maximal 3 Stunden an inklusiven Schulen pro Schüler/Woche wird von uns als viel zu gering betrachtet, zumal aufgrund der Lehrerknappheit im Förderschulbereich die Maximalförderung an allgemeinbildenden Schulen in der Regel nicht gewährleistet ist.

Eine optimale, dem Förderschulkind angemessene Förderung kann nur in den seltensten Fällen geleistet werden. Es gibt Kinder, die im geschützten Raum einer Förderschule gefördert werden müssen, frei von psychischem, sozialem und emotionalem Druck.

Von daher müssen diese Förderschulen über 2028 hinweg erhalten bleiben. Die Förderschule Lernen bietet Kindern die Möglichkeit, einen Hauptschulabschluss zu erlangen, den sie nur unter sehr erschwerten Bedingungen an einer Regelschule mit Inklusion erhalten würden.

Unsere Forderung wird ausdrücklich untermauert durch zwei Artikel der UN-Behindertenrechtskonvention:

Artikel 5 Absatz 4 des UN-BRK besagt:

„Besondere Maßnahmen, die zur Beschleunigung oder Herbeiführung der tatsächlichen Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen erforderlich sind, gelten nicht als Diskriminierung im Sinne dieses Übereinkommens.“

Förderschulen sind besondere Maßnahmen, die nicht zur Diskriminierung beitragen, weil sie für Kinder mit Lernproblemen einen Schutzraum bieten.

Artikel 24 Absatz 2 c)

Bei der Verwirklichung dieses Rechts stellen die Vertragsstaaten sicher, dass

angemessene Vorkehrungen für die Bedürfnisse des einzelnen getroffen werden.

Aus Artikel 24 Absatz 2c) kann man auch die besondere Betreuung auf Förderschulen ableiten. Es gibt inzwischen immer mehr Kinder, die nicht mehr im Regelschulsystem beschulbar sind und ohne Förderschulen keinen Unterricht in einem sozialen Umfeld mehr hätten.

Nachtrag: Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte spricht sich in seiner Pressemitteilung vom 23.02.2022 für die Beibehaltung der Förderschule "Lernen" nach derzeitigem Stand aus. Die Beibehaltung wäre derzeit sinnvoll und notwendig. 

https://www.vnl-vdr.de/aktuelles/vnl-zur-inklusiven-schule.html

Thank you for your support, Stefani Steckhan from Salzgitter
Question to the initiator

News

Ziel der Un-Behindertenrechtskonvention ist es, dass alle Menschen zur sozialen, beruflichen, gesellschaftlichen Teilhabe befähigt werden. Wenn "Sondereinrichtungen" einige Menschen diesem Ziel näher bringen, ist dies im Sinne der Konvention und soll mir recht sein! Junge Menschen, die an einer Förderschule Lernen begleitet wurden und sich an einem kleinen, überschaubaren System auch sozial-emotional stabilisieren konnten, finden ihren Weg in eine selbstbestimmtes Leben.

Die Un-Behindertenrechskonvention sieht als Ziel die Abschaffung aller Sondereinrichtungen. Gerade aus ihr die Rechtfertigung für einen Fortbestand der Fõrderschulen herleiten zu wollen, ist kurios. Wenn wir Sondereinrichtungen abschaffen, können wir Regelschulen ausreichend sonderpädagogisch ausstatten und zwar zum Wohle aller Kinder.Auch viele nicht-Inklusionsschüler haben Förderbedarfe, die Klassen sind in ihrer Heterogenität von 1-6 (Schulnoten) dringend auf individuellere Fõrderung angewiesen ohne dass bestimmte Kinder exkludiert werden.

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