• Von: Nicht öffentlich
  • An: BVV Neukölln
  • Region: Neukölln mehr
    Kategorie: Kultur mehr
  • Status: Die Petition wurde vom Petenten zurückgezogen bzw. wird nicht weiter verfolgt
  • Gescheitert
  • 726 Unterstützer
    Sammlung abgeschlossen

Erhaltet die Neuköllner Kunstszene!

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Sehr geehrte Vorsitzende / sehr geehrter Vorsitzender der BVV Neukölln!

Bereits vor der anstehenden Bezirksverordnetenwahl möchten wir die sich dann neu konstituierende Bezirksverordnetenversammlung (BVV) auffordern, sich mit der Zukunft der Neuköllner Kulturlandschaft zu befassen. Die von uns aufgestellten Forderungen stimmen weitgehend mit dem 2009 verfassten und von der BVV beschlossenen Kulturentwicklungsplan des Kulturamt Neukölln überein. Wir fordern Sie hiermit auf, diese Maßnahmen nun tatsächlich auch umzusetzen und somit die Kultur Neuköllns im Bestand zu sichern und zu befördern.

In einer Straßensammlung haben bereits 700 Bürger unseren unten angefügten Aufruf unterzeichnet. Wir hoffen, durch diese Online-Petition die Dringlichkeit unserer Forderungen noch einmal verdeutlichen zu können.

In der neuen Legislaturperiode der BVV werden sich die Weichen für die zukünftige Entwicklung Neuköllns als Kulturstandort entscheiden!

Begründung:

Neukölln hat in den letzten Jahren Aufsehen erregt mit seiner lebendig wachsenden Kreativ-Szene. Bei dem Schlagwort Neukölln denken Menschen nicht mehr nur an soziale Vernachlässigung, sondern auch an eine erstaunlich positive Entwicklung im Bereich der Kultur. Die zahlreichen in Neukölln ansässigen KünstlerInnen, das Kommunikative in der Kunst, die vielen Galerien und Kulturinstitutionen sowie nicht zuletzt die beiden Festivals 48 Stunden Neukölln und NACHTUNDNEBEL tragen maßgeblich dazu bei,

• dass die Lebensqualität im Bezirk bedeutend gesteigert wird,
• dass trotz der vielen sozialen Probleme ein nachbarschaftliches Miteinander möglich ist
• dass der Bezirk schließlich für bestimmte Wirtschaftzweige zunehmend attraktiver wird

Allerdings ist die kulturelle Blüte Neuköllns akut bedroht. Der Boom der Kreativen könnte ebenso rasch abebben wie er entstanden ist. Eine dauerhafte Entwicklung oder auch nur Stabilisierung ist gefährdet durch folgende Faktoren:

• Die plötzliche Streichung einer beträchtlichen Anzahl von Stellen auf dem 2. Arbeitsmarkt, mit deren Hilfe sich viele Kulturinstitutionen in den vergangenen Jahren zumindest über Wasser halten konnten, sorgt für einen erheblichen Personal- und Finanzierungsnotstand bei den Beschäftigungsträgern aus dem Kulturbereich. Insbesondere die beiden Kunstevents 48 Stunden Neukölln und NACHTUNDNEBEL sind existentiell betroffen und können unter diesen Umständen möglicherweise gar nicht fortgeführt werden.
• Der Anstieg kultureller Aktivitäten im Bezirk und der Zuzug von KünstlerInnen nach Neukölln stehen in keinem Verhältnis mehr zu der Summe, die das Kulturamt im Rahmen des Programms Dezentrale Kulturarbeit zur Verfügung stellt und die seit Jahren stagniert.
• Die Kürzung des Programms Soziale Stadt, das die Aufgabe hat, problematischen Entwicklungen in städtebaulich, wirtschaftlich und sozial benachteiligten Quartieren entgegen zu wirken, wird – sofern die vom Berliner Senat beschlossene Kompensierung nicht langfristig gesichert bleibt – auch für die Kulturszene Neuköllns schwerwiegende Konsequenzen haben, da entsprechende Projektmittel nicht mehr über die Quartiersfonds beantragt werden könnten und auch die sogenannten Kunstfilialen nicht mehr finanziert würden.
• Die steigenden Mieten in vielen Quartiersgebieten sorgen für eine Verschärfung der finanziellen Situation vieler Kulturschaffender, die sich trotz ihres gesellschaftlichen Beitrages ohnehin ständig am Rande des wirtschaftlichen Existenzminimums bewegen. Die Folge ist, dass sich viele KünstlerInnen eine Wohnung oder gar ein Atelier hier nicht mehr leisten können und schlimmstenfalls den Bezirk verlassen müssen.

Zusammen mit den unterzeichnenden Bürgerinnen und Bürgern fordern wir daher als Vertreter verschiedener Neuköllner Kulturinstitutionen:

• eine dauerhafte Erhöhung des Etats für das Programm Dezentrale Kulturarbeit um mindestens 50 %;
• die Schaffung von so vielen Stellen für die beiden Festivals 48 Stunden Neukölln und NACHTUNDNEBEL, dass eine Kontinuität in der Koordinierung gewährleistet ist; sowie eine Erhöhung des Zuschusses vom Kulturamt auf mindestens ein Drittel der für das jeweilige Festival veranschlagten Kosten;
• eine anhaltende Sicherstellung der Finanzierung des bundesweit einzigartigen Systems der Kunstfilialen als Strukturelement der soziokulturellen Stabilisierung der Quartiere;
• die Anerkennung und Festschreibung von Kultur als wichtige Aufgabe, die ressortübergreifend wahrgenommen wird und für die mindestens alle zwei Jahre eine Fortschreibung des Kulturentwicklungsplans vorzulegen ist;
• die Schaffung eines zentralen Ortes, an dem sich die Neuköllner Kunstszene präsentieren kann, sowie die Bereitstellung einer bestimmte Anzahl von kostengünstigen Probenräumen und Ateliers im Bezirk;
• eine Finanzierung von Öffentlichkeitsarbeit – wie z.B. für Neukölln Update, einer Website, die mit ihrer Darstellung des Kulturlebens in Neukölln ein wichtiges Mittel für die Vernetzung vieler Neuköllner KünstlerInnen und Kulturträger ist;
• eine Finanzierung von Fortbildungsveranstaltungen, die sich, wie z.B. die Kunststaffel, speziell an KünstlerInnen und Kulturschaffende richten.

Dieser Aufruf wurde initiiert von:

Kulturnetzwerk Neukölln e.V.
Schillerpalais e.V.
kunstreuter international e.V.
WerkStadt Kulturverein Berlin e.V.
Traumpfad e.V.
44 Cool Girls

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Berlin, 01.09.2011 (aktiv bis 30.11.2011)


Neuigkeiten

Petition abgelaufen, daher möchten wir weiteren Folgebenachrichtigungen erhalten. Vielen Dank Beste Grüße, Ilka Normann

>>> Zu den Neuigkeiten


Debatte zur Petition

PRO: Das Kunst- und Kulturfestival 48 Stunden Neukölln muss vom Bezirk weiter gefördert werden!

PRO: Auch, wenn es nach 13 x 48 Stunden Neukölln so aussieht: Nein, dieses Kunst- und Kulturfestival ist in und für Neukölln keine Selbstverständlichkeit! Organisation bedeutet u.a.: Jedes Jahr neue Anträge schreiben, neue (ehrenamtliche) Mitarbeiter/innen ...

CONTRA: Um vorweg schon mal alle Missverständnisse zu beseitigen: ich bin FÜR die Petition. Ich störe mich lediglich an einer Formulierung: die "Stellen auf dem 2. Arbeitsmarkt". Warum sollten wir uns als KünstlerInnen/Kulturschaffende diese diskriminierende ...

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Petitionsverlauf

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