Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
Gesetzlich versicherte Elternteile können aktuell pro Kind 15 Arbeitstage Kinderkrankengeld erhalten, Alleinerziehende 30 Tage und bei mehreren Kindern liegt die Obergrenze bei 35 beziehungsweise 70 (Alleinerziehende) Arbeitstagen im Jahr. Das Kinderkrankengeld beträgt in der Regel 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts.
Ist das Kind über den privatversicherten Elternteil versichert, erhält das gesetzlich versicherte Elternteil kein Kinderkrankengeld. Dies gilt auch im umgekehrten Fall.
Diese aktuelle gesetzliche Regelung benachteiligt Familien in gemischten Versicherungsverhältnissen. Sie trifft zum Beispiel Konstellationen, in denen ein Elternteil selbständig ist und der andere angestellt.
So wenn ein Elternteil als Soldat oder Lehrkraft privat beziehungsweise beihilfeberechtigt ist oder ein Elternteil wegen eines höheren Einkommens oberhalb relevanter Grenzen privat versichert ist. Wenn in solchen Fällen das Kind beim privatversicherten oder besserverdienenden Elternteil abgesichert ist, entfällt der Anspruch des gesetzlich versicherten Elternteils auf Kinderkrankengeld. Damit entsteht eine Versorgungslücke genau dann, wenn Familien ohnehin unter Zeitdruck, Einkommensverlusten und organisatorischer Belastung stehen.
Besonders problematisch ist das, weil Sorgearbeit in Deutschland noch immer ungleich verteilt ist. Bei den Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern waren 2023 rund 1,4 Millionen Mütter, aber nur rund 301.000 Väter. Auch wenn diese Petition alle Familien im Blick hat, wirkt sich ein unzureichendes System deshalb oft zulasten von Frauen und Müttern aus.
Eltern tragen dieses Land mit.
Sie stemmen den demografischen Wandel, halten Arbeitsalltag und Fürsorge zusammen und kämpfen gleichzeitig mit maroden Schulen, fehlenden Kitaplätzen und zu viel Bürokratie. In Deutschland gibt es rund 14 Millionen Minderjährige, während etwa 18,7 Millionen Menschen 65 Jahre oder älter sind. Gerade deshalb braucht Familienpolitik mehr öffentliche Aufmerksamkeit – und breite Unterstützung auch von Großeltern und Senior:innen, die mit ihrer Stimme Zukunftspolitik möglich machen können.
Gefordert wird:
- Kinderkrankengeld am Bedarf des betreuenden Elternteils ausrichten Anspruch auf Kinderkrankengeld soll bestehen, wenn das betreuende Elternteil gesetzlich versichert ist und wegen der Betreuung eines kranken Kindes tatsächlich Verdienstausfall hat – unabhängig davon, ob das Kind über den anderen Elternteil privat oder gesetzlich versichert ist.
- Die gesetzliche Lücke schließen. Familien in gemischten Versicherungsverhältnissen dürfen nicht länger durchs Raster fallen, nur weil das Kind aus den geltenden Versicherungsregeln heraus privat abgesichert ist.
- Zugang vereinfachen und verständlich machen. Informationen zu Kinderkrankengeld und ähnlichen Unterstützungsleistungen sollen bundesweit verständlich, digital, barrierearm und in mehreren Sprachen verfügbar sein, damit Eltern ihre Rechte überhaupt kennen und nutzen können.
- Familienpolitische Infrastruktur ernst nehmen. Wer von Eltern Leistung erwartet, muss verlässliche Kitas, funktionierende Schulen und unbürokratische Unterstützung schaffen.
Begründung
Als Vater, Angestellter und ehrenamtlicher in der Kommunalpolitik aktiver Mensch, erlebe ich, dass hier eine gute Lösung noch an der Realität hakt. Ich selber habe keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld, da mein Sohn bei meiner Frau versichert ist, die sich privat versichern muss. Ähnliches erlebe ich im Freundes- und Bekanntenkreis.
Haben gleiche Verhältnisse, meine Frau müsste jedesmal einspringen.
Mein eigenes Tagesgehalt über 1-2 Tage ade wen ich einspringen würde, für Kinderbetreuung im Krankheitsfall.
Das ist gegenüber meiner Frau ein Nachteil.
Sie kann nicht arbeiten, ich muss auf Gehalt verzichten, wen ich betreue.
Homeoffice Regelungen lasse ich nicht gelten, ein vernünftig arbeiten ist je nach Erkrankung des Kindes und Betreuunggrad nicht möglich.
Und nicht jeder kann Home Office ,z.b Schichtarbeit etc.
Das Gesetz in gehört überarbeitet, sozialverträglich und wirschsftslich sinnvoll.