3 Unterschriften
Petition richtet sich an: Stadt Gelsenkirchen
Diese Petition setzt sich für die Restaurierung und den Erhalt des prachtvollen und stadtbildprägenden gründerzeitlichen Gebäudes von 1888 an der Ecke Kurt-Schumacher-Straße / Uechtingstraße in Gelsenkirchen, genannt "Engelsburg", ein. Von den bekanntgewordenen Plänen der Stadtverwaltung, dieses abzureißen und durch einen Park zu ersetzen ist abzusehen, stattdessen muß eine Restaurierung und Herrichtung zur Neunutzung oder, falls dies nicht möglich sein sollte, zumindest ein Erhalt der Fassade vor einem eventuellen dahinterliegenden Neubau geprüft werden.
Begründung
Gelsenkirchen entwickelt sich immer mehr zur gesichts- und geschichtslosen Stadt. Allzu leicht wird hier im Umgang mit restaurierungsbedürftiger historischer Architektur die Abrißbirne geschwungen. Dies begann mit den höchst fragwürdigen Abrissen des gründerzeitlichen Rathauses und Hauptbahnhofs in den 1970er/80er Jahren und setzt sich seitdem mit vielen weiteren traurigen Beispielen fort. Immer wieder werden schöne Häuser der Jahrhundertwendezeit abgerissen, die leider von dubiosen Geschäftemachern heruntergewirtschaftet und zu Sozialbetrugsmaßnahmen durch Vermietung an Armutszuwanderer unter menschenunwürdigen Bedingungen mißbraucht wurden. Sobald die Stadt diese enteignen oder erwerben kann, werden sie ohne über Alternativen der Erhaltung, Restaurierung und Neunutzung nachzudenken unter dem Label "Schrotthaus" abgebrochen, wofür die Stadt sich feiern läßt. Die Abqualifizierung dieser Bauten als "Schrotthäuser" oder "Problemimmobilien" offenbart hierbei erschreckende Ignoranz und eine ungute Haltung - als könnten die Gebäude etwas dafür, daß mit ihnen Schindluder getrieben wurde. Zugleich verkennt die Verwaltung dabei, daß diese Häuser mit ihren meist prächtig verzierten Fassaden nicht nur das Straßenbild verschönern, sondern auch aus Gelsenkirchens "großer Zeit" stammen, als die Stadt, welche 1875 die Stadtrechte erhielt, florierte und prosperierte, so daß mit jedem Abriß ein Stück Erinnerungskultur verlorengeht.
Das gleiche Schicksal droht nun dem sehr großen und prachtvollen gründerzeitlichen Gebäude von 1888 an der Kurt-Schumacher-Straße, Ecke Uechtingstraße, das wegen einer ursprünglich auf dem Dach befindlichen Engelsskulptur als "Engelsburg" bezeichnet wird. Es ist an dieser Stelle stadtbildprägend und äußerst attraktiv. Innerhalb der Bebauung dieses als "Schalker Meile" bezeichneten Straßenabschnitts der Kurt-Schumacher-Straße hebt es sich von den überwiegend nichtssagenden,großteils schäbig-schmuddeligen anderen Fassaden positiv ab.
Leider ist es jedoch stark mitgenommen. Auch hier haben dubiose Geschäftemacher den Bau für ihre Zwecke mißbraucht und herunterkommen lassen. Nachdem ein Vorbesitzer es gelb gestrichen hatte, wurde es von Vandalen mit blauer Farbe beschmiert, aktuell wurde es mit einem minderwertigen, abblätternden und zur Fassade nicht passenden blau-weißen Anstrich versehen und bietet ein trauriges Bild. Nachdem die Stadt Gelsenkirchen das Haus nun den unseriösen Vorbesitzern abnehmen konnte und in ihren Besitz gebracht hat, wäre eine Restaurierung und Ertüchtigung dieses Baujuwels möglich. Stattdessen läßt die Stadt verlauten, sie plane, das Gebäude abzureißen und an dieser Stelle keinen Neubau, sondern einen Park anzulegen, eine "Maßnahme der Klimafolgenanpassung".
https://www.waz.de/lokales/gelsenkirchen/article409487210/gelbes-haus-stadt-gelsenkirchen-will-engelsburg-abreissen.html
Es erscheint sehr irritierend, daß ausgerechnet an dieser kaum geeigneten Stelle eine Klimaanpassungsmaßnahme durchgeführt werden soll, nachdem die Stadt dies bislang, etwa bei der Neugestaltung des Heinrich-König-Platzes (der ohne nennenswerte Begrünung großflächig versiegelt wurde, was Experten ausdrücklich rügten) stets vernachlässigt und versäumt hat. Eher handelt es sich hier um ein Alibi, um ein unliebsames Gebäude, um das es viel Ärger gab, loszuwerden.
Im Juli 2025 äußerte sich der jüngst verstorbene Dr. Lutz Heidemann, ehemaliger Stadtplaner, Denkmalpfleger und Architekturexperte fachkundig zur Sache und wies zutreffend auf die Landmarkenfunktion und faszinierende Geschichte der "Engelsburg" sowie auf die gar nicht geprüften Probleme bei der Anlage eines Mini-Parks hin. Völlig richtig verwies er zudem auf die in Gelsenkirchen vorhandene, im Stadtteil Ückendorf bei der Sanierung von Haus Reichstein und bei der Herrichtung der Bochumer Straße gewonnene und zutage getretene denkmalpflegerische Expertise, die auch hier zum Einsatz kommen könnte und sollte.
https://www.waz.de/lokales/gelsenkirchen/article409509936/engelsburg-soll-weg-ist-das-ein-gewinn-fuer-die-stadt.html
Dementsprechend fordern wir die Stadt Gelsenkirchen auf, von den Abrißplänen abzusehen und stattdessen idealerweise eine komplette Restaurierung und Ertüchtigung des Gebäudes anzugehen, sollte dies nicht möglich sein (was aber nur durch ein unabhängiges Sachverständigengutachten erwiesen werden kann, nicht durch eine bloße Behauptung der Verwaltung, dem sei so), immerhin die Erhaltung und Instandsetzung der schönen historischen Fassade zu gewährleisten und einen paßgenauen Neubau daran anzuschließen. Durch Ansiedlung attraktiver Geschäfte im Erdgeschoß und hochwertigen Wohnraum in den oberen Stockwerken könnte der Standort enorm aufgewertet und zugleich das Stadtbild nicht weiter abgewertet werden. Auch eine Aufnahme der "Engelsburg" in die Denkmallliste und die Anbringung einer "Erinnerungsorte"-Tafel wäre unbedingt zu prüfen.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
29.01.2026
Sammlung endet:
30.09.2026
Region:
Gelsenkirchen
Kategorie:
Kultur
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