Das Bundesministerium für Gesundheit, respektive der Deutsche Bundestag wird aufgefordert, ein Verbot der Finanzierung homöopathischer Behandlungsmethoden, insbesondere der Globuli, durch gesetzliche Krankenkassen zu beschließen. Homöopathie darf keine Kassenleistung mehr sein.

Reason

Jeder sozialversicherungspflichtig beschäftigte Mensch in Deutschland bezahlt jeden Monat einen Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung. Dieser Beitrag dient dazu, der Solidargemeinschaft für die Gesundheit notwendige medizinische Versorgung zu finanzieren (§1 SGB5). Die Fördermittel der Krankenkassen werden also durch alle Bürger gemeinschaftlich finanziert. Daher ist bei der Entscheidung darüber, was als Kassenleistung gilt und was nicht, genaue Begründungspflicht geboten - §2 Abs. 1 des fünften Sozialgesetzbuchs: "Qualität und Wirksamkeit der Leistungen haben dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse zu entsprechen und den medizinischen Fortschritt zu berücksichtigen".

Jedoch gibt es bis heute keine klinische Studie, die beweist, dass Homöopathie tatsächlich wirkt. Allein die Tatsache, dass mit teilweise so hoher Potenzierung des Wirkstoffes gearbeitet wird, dass dieser in den Milchzuckerkügelchen gar nicht mehr nachgewiesen werden kann, lässt erhebliche Zweifel an ihrer Wirksamkeit aufkommen. Daher ist davon auszugehen, dass Globuli nicht über den Placebo-Effekt hinaus wirken. Ihre Finanzierung durch gesetzliche Krankenkassen widerspricht somit eindeutig dem o.g. Paragraphen, da die Qualität und Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln keineswegs dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Kenntnisse entsprechen.

Des Weiteren verfehlen sie völlig das in §12 SGB5 angeführte Wirtschaftlichkeitsgebot: "Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen."

Seit Jahren wird der Begriff darüber, was einer Kassenleistung entspricht und was nicht, stets weiter eingeschränkt. Immer wieder werden Debatten über die Beendigung der Förderung von teils schwerwiegenden Behinderungen, z.B. Mukoviszidose, geführt, Brillenträger sind meist auf sich alleine gestellt, und von der Finanzierung von ordentlicher Pflege/Betreuung für's Alter sind wir noch sehr weit entfernt.

Wieso also müssen wir Kassenpatienten jährlich mehrere Millionen Euro für Zuckerkügelchen, die nachweislich nicht über den Placebo-Effekt hinaus wirken, ausgeben, wo es viele Dinge gäbe, die notwendiger und erwiesenermaßen wirksam sind?

Die Finanzierung von homöopathischen Mitteln durch gesetzliche Krankenkassen verstößt ganz klar gegen ihren eigenen Solidaritätsgrundsatz, ihren allgemeinen Vorschriften und ihrem Wirtschaftlichkeitsgebot und ist damit zu beenden.

Thank you for your support, Florian Widmann from Isny/Bolsternang
Question to the initiator

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    Mit freundlichen Grüßen

    Florian Widmann

pro

Die Vermittlung anti-wissenschaftlicher Weltsichten ist ein generelles gesellschaftliches Problem. Menschen, die ihre Meinung auf "Alternative Fakten" basieren, tragen dazu bei, den sachlichen Diskurs in der Gesellschaft zu untergraben. Homöopathie ist hierbei ein Baustein. Durch das Finanzieren dieser als nicht wirksam erwiesenen "Behandlung", wird sie ungerechtfertigterweise geadelt. Aberglaube und Hokus Pokus gehören nicht in unsere Zeit. Wenn wir akzeptieren, dass nicht faktenbasiert argumentiert wird, fördern wir ideologische Weltsichten, die mit Fakten widerlegbar sind.

contra

Ob die Wirkung homöopathischer Mittel in Studien nachgewiesen ist oder nicht, spielt für den wirtschaftlichen Aspekt keine Rolle. Es kann durchaus finanziell vorteilhaft sein, wenn Menschen durch Homöopathie gefährliche Nebenwirkungen vermeiden und zumindest an eine Besserung ihrer Symptome glauben und schließlich wieder gesund werden. Leider gibt es sogar Ärzte, die bei grippalen Symptomatiken Antibiotika geben, nur damit der Patient mit irgendwas nachhause geht, dass er sich dann in den Rachen stecken kann. Warum keine Petitionen gegen diese oder ähnliche Problematiken?

Why people sign

  • 2 days ago

    Ich wurde einmal von einem Ersatzarzt behandelt und dieser verschrieb mir homöopathische Mittel gegen Halsentzündungen. Dies war an einem Freitag. Das komplette Wochenende habe ich mit schmerzen und einer immer schlimmer werdenden Entzündung flach gelegen bis ich am nächsten Montag zu meinem Hausarzt konnte und der mir dann richtige Medizin verschrieb. Danach war ich nach 3 Tagen wieder Fit.

  • 5 days ago

    Die Anerkennung der Homöopathie gefährdet den Fortschritt der medizinischen Forschung

  • 5 days ago

    Weil Homöopathie keine nachgewiesene Wirksamkeit hat, die Kostenübernahme der Krankenkasse das aber suggeriert.

  • 5 days ago

    Homöopathie wirkt nicht über den Plazeboeffekt hinaus. Trotzdem nimmt sie nicht nur eine Sonderstellung im deutschen Arzneimittelgesetz ein, sondern wird auch noch auf Kosten der Allgemeinheit von den Krankenkassen bezahlt. Das ist nicht nur Geldverschwendung, sondern auch noch gefährlich, da es Wirksamkeit suggeriert und Menschen davon abhält, wirklich wirksame Behandlungen ins Auge zu fassen.

  • 5 days ago

    Homöopathie ist Schwachsinn

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