Die europäische Gebäuderichtlinie („Richtlinie 2010/31/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Mai 2010 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“) fordert von den Mitgliedstaaten die verbindliche Einführung des Niedrigstenergiegebäudes ab 31.12.2018 für öffentliche Gebäude und ab 31.12.2020 für private (Wohn-)Neubauten. Die Unterzeichner begrüßen die EU-Gebäuderichtlinie als wichtigen Schritt zu mehr Klimaschutz und Ressourceneffizienz in Europa. Die Bundesregierung hat der EU noch keine Lösung angeboten, wie das Niedrigstenergiehaus in Deutschland umgesetzt werden soll. Das Passivhaus kann den künftigen europaweiten Standard schon heute erfüllen und vereint viele Vorteile: Der Passivhausstandard minimiert den Energieverbrauch, ist offen für alle Bauweisen, garantiert ein Maximum an architektonischer Freiheit, ist für die Bauherren wirtschaftlich, sorgt für hohe Behaglichkeit und ist die bestmögliche Basis zur Erreichung des Plusenergiestandards.
Der Passivhausstandard ist damit ein idealer Baustandard für das künftig verpflichtende Niedrigstenergiehaus und sollte von der Bundesregierung entsprechend berücksichtigt werden. Wir fordern deshalb die verantwortliche Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks und den verantwortlichen Bundesminister Sigmar Gabriel auf: Machen Sie den bewährten Passivhausstandard zum künftigen Niedrigstenergiegebäude.

Begründung

Die EU-Mitgliedsstaaten sind aufgefordert, jeweils einen eigenen Weg für die Umsetzung des Niedrigstenergiehauses (englisch: nearly zero-energy building) zu definieren. Von der deutschen Bundesregierung gibt es im Rahmen des Anfang Dezember vorgestellten Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) noch keine Hinweise, wie sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Definition des Niedrigstenergiegebäude vorstellt. Laut NAPE soll jedoch künftig das sogenannte „Effizienzhaus Plus“ vorangetrieben werden, ein Gebäude, das sich nach bisheriger Definition nicht durch besondere Energieeinsparung auszeichnet. Vielmehr kann es sich dabei auch um ein Gebäude handeln, das den gesetzlichen Mindestanforderungen (EnEV) genügt und durch Kompensationsmaßnahmen (v. a. Photovoltaik) zum Plusenergiegebäude wird. Dies stellt allerdings allenfalls eine Lösung für den Einfamilienhaussektor dar, wo ausreichend Dachfläche vorhanden ist. Zudem zeigen Modellprojekte (allen voran das Effizienzhaus Plus auf dem Regierungsgelände in Berlin), dass die Baukosten hoch und die Ergebnisse unbefriedigend sind. Gleichzeitig gibt es mit dem nicht geschützten und damit jedermann zugänglichem Passivhausstandard seit über zwei Jahrzehnten ein Gebäudekonzept, das heute schon geeignet ist, den von der EU geforderten Niedrigstenergiestandard darzustellen, und mit dem Einsatz erneuerbarer Energien auf dem Grundstück leicht zum Plusenergiestandard erweitert werden kann. Erste EU-Länder haben bereits angekündigt, das Passivhaus zum künftigen Standard erklären zu wollen. Das Passivhaus ist so energieeffizient wie kein anderer Gebäudestandard. Erreicht wird diese hohe Energieeffizienz u. a. durch eine besonders sorgfältige Planung und hohe Qualität in der Ausführung. So führt der Passivhausstandard nicht nur zu niedrigem Energieverbrauch, sondern auch zu hoher und langlebiger Bauqualität. Der Passivhausstandard ist in Deutschland seit vielen Jahren erprobt und wurde bereits zigtausendfach umgesetzt. Mit hoher Dynamik setzt sich der Standard auch im Ausland durch. Schon heute gibt es allein in Deutschland mehrere Tausend entsprechend ausgebildete Planer mit Know-how und Erfahrung im Passivhausbau. Hunderte Hersteller liefern passivhausgeeignete Komponenten. Das technologieneutrale Passivhauskonzept lässt sich mit allen verbreiteten Bauweisen unserer vielfältigen Baukultur vereinen. Mit dem Passivhaus ist ein in seinen Kriterien klar definierter Standard verfügbar, der nachweislich dazu geeignet ist, zum Effizienzhaus Plus ausgebaut zu werden. Das notwendige Nachweisverfahren ist vorhanden, die KfW fördert den Passivhausstandard schon seit Langem. Der Passivhausstandard ist nachweislich wirtschaftlich und beschert seinen Bewohnern obendrein einen sehr hohen Wohnkomfort. Damit erfüllt das Passivhaus alle Voraussetzungen, um den künftigen Niedrigstenergiestandard darzustellen, möglicherweise auch als eine von mehreren Optionen.

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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützer unserer Petition für das Passivhaus!

    Sie waren so freundlich und haben zur Jahreswende unsere Petition unterzeichnet, mit der wir die Minister Gabriel und Dr. Hendricks aufgefordert haben, das Passivhaus als künftiges Niedrigstenergiehaus einzuführen.

    Wir haben uns über die rege Beteiligung an der Petition sehr gefreut. Dass wir niemals die rechtlich notwendige Zahl an Unterstützern erreichen werden, war uns ja von Anfang an bewusst - dennoch hielten und halten wir die Onlinepetition für ein probates Mittel, Öffentlichkeitsarbeit für das Passivhaus zu machen.

    Vielleicht haben Sie ja auch in Zukunft Lust, sich für die Passivhaus-Idee einzusetzen? Unser Verein Pro Passivhaus e. V. freut sich immer über neue „Passivisten“, die sich mit uns für die Energieeffizienz als zweite Säule der Energiewende einsetzen. Vielleicht sind Sie aber auch längst Mitglied – ansonsten finden Sie weitere Informationen über den Verein unter www.propassivhaus.de

    Inzwischen gibt es auch schon wieder neuen Anlass für uns alle, uns aktiv für das Passivhaus einzusetzen: Das Förderprogramm „Energieeffizient Bauen“ der KfW soll laut bisherigen Entwürfen ab April 2016 das Passivhaus nicht mehr explizit als förderfähigen Standard nennen. Wo es bisher im Merkblatt noch offiziell „KfW-Effizienzhaus 40 (inklusive Passivhaus)" hieß, verzichtet man künftig auf den ausdrücklichen Einschluss des Passivhauses. Auch der Nachweis mittels PHPP scheint künftig nicht mehr akzeptiert zu werden. Den aktuellen Stand finden Sie unter:
    www.verlagsprojekte.de/passivhaus-news/341-bringt-die-kfw-das-passivhaus-um.html

    Hier sollte jeder Passivhäusler aktiv werden: Schreiben Sie an Ihnen bekannte KfW-Mitarbeiter, sprechen Sie Ihren Wahlkreisabgeordneten an oder machen Sie bei Kammern und Verbänden Druck. Wir müssen deutlich machen, dass das Passivhaus nicht das alleinige Business des Passivhaus Instituts ist, sondern längst Allgemeingut und Geschäftsgrundlage bzw. Standbein hunderter Planer, Hersteller, Bauunternehmen...

    Ihnen noch einmal vielen Dank für Ihre Unterstützung.

    Roland Matzig, Johannes Laible
    Vorstand Verein Pro Passivhaus

Pro

Das PH wird sich durchsetzen, weil es die kostengünstigste Bauvariante eines nzeb ist. Dämmen spart im Hausleben deutlich mehr, als ständig fossile Energie (oder Holz) zu verbraten UND CO2 auszuspucken. Dem Staat sollte die absolute CO2-Minderung wichtig sein und auch dem Bürger sollte das PH zum Eigennutz klar empfohlen werden. Hier fehlt die neutrale Aufklärung zu den Strategien! Das Thema sollte an mehreren unabhängigen Stellen monetär und PE-mäßig untersucht werden. Ein Zwang zum PH kommt nicht gut an. Aber warum sträubt sich die Politik gegen die Auseinandersetzung mit dem PH?

Contra

Abhängig vom Kunden, seiner Einstellung, seinen Wünschen und Neigungen, dem Standort des Hauses sowie dem Gebäudekonzept/Architektur ist es meiner Meinung nach nicht gesagt, dass die Ausführung als Passivhaus immer die richtige, für die jeweilige Konstellation passendste Lösung ist. Vielleicht ist ja mal ein Sonnenhaus, mal ein Passivhaus, mal ein Plusenergiehaus, mal ein "Ich weiß ich heute noch nicht was es morgen noch an Enwicklungen geben wird -Haus" richtig. PE runter - Ja, PH mit Zwang – Nein.