Deutschland hat mit dem Altenpflegeberuf schon vor Jahren einen Beruf geschaffen, der aufgrund seiner speziellen Ausbildungsinhalte hervorragend auf die Pflege von Älteren, besonders auch demenzkranken Menschen abgestimmt und inzwischen weltweit von Fachleuten als vorbildlich angesehen wird.

Jetzt will die GroKo den Altenpflegeberuf abschaffen und ihn mit der Gesundheits- und Krankenpflege und der Kinderkrankenpflege zu einem Beruf zusammenlegen. Sie hoffen sie den Pflegeberuf attraktiver zu machen und mehr Fachpersonal zu gewinnen. Einen Beleg für diese Hoffnung gibt es aber leider nicht. Ich glaube, dass die geplante generalistische Ausbildung weder die Attraktivität steigert noch zu mehr dringend benötigten Auszubildenden führt, im Gegenteil. Die derzeit ständig zunehmende Bewerberzahl für die Altenpflegeausbildung (zumindest in NRW), wird mit dem Umbau in eine generalistische Pflegeausbildung, einbrechen. Die Konsequenzen für eine ohnehin schon sehr schwierige Personalsituation sind also abzusehen.

Drei hochqualifizierte Fachberufe in gleicher Zeit zu einem Beruf ausbilden, ist ohne Kompetenzverlust meiner Meinung nach nicht möglich.

Die überwiegende Mehrzahl derjenigen, die sich dafür entscheiden, AltenpflegerIn zu werden, tut dies ganz bewusst. Sie will alten Menschen helfen. Menschen, die unser Land nach dem Krieg wieder aufgebaut und zu dem gemacht haben, was es heute ist - eines der reichsten Länder der Erde! Sie möchten genau diese Menschen dabei unterstützen, ihren Lebensabend in Würde und Eigenverantwortung zu gestalten.

AltenpflegerInnen haben aufgrund ihrer spezifischen Kompetenz in den vergangenen Jahren wesentlich zur Weiterentwicklung und zu zahlreichen Innovationen in der Altenhilfe beigetragen. Ihr Wissen, dass es bei der Pflege im Alter immer vorrangig um den Erhalt der Lebensqualität und Selbstbestimmung geht, hat ein Pflegeverständnis profiliert, dass den ganzen Menschen in den Mittelpunkt stellt und Pflege immer auch als Anlass sozialer Arbeit begreift.

Ich bin der Meinung, dass man in einem interdisziplinären Team sehr gut miteinander arbeiten und Bildungsinhalte gut miteinander verknüpfen kann.

Aber jeder dieser hochspezialisierten Fachrichtungen muss ein eigenständiges Berufsbild bleiben.

Begründung

Grundsätzlich ist niemand davor geschützt Pflegeleistungen früher oder später in Anspruch zu nehmen.

Die Ansätze und Ziele in den Bereichen Alten- und Krankenpflege (die Kinderkrankenpflege sei hier mal ganz außen vor) sind jedoch sehr verschieden:

Im Krankenhaus werden die Patienten nur kurze Zeit gepflegt. Sie sollen möglichst rasch als geheilt entlassen werden.

Die Altenhilfe ist dagegen eine Langzeitpflege und Beziehungsarbeit. Der alternde Mensch soll trotz körperlicher oder mentaler Einschränkungen einen möglichst angenehmen Lebensabend verbringen. Den Betroffenen ist es wichtig, ihre Würde und Autonomie zu wahren. Viele Menschen haben große Angst davor, dass im Alter ihr Wille ignoriert wird, etwa der Wunsch, einen aus medizinischer Sicht notwendigen Eingriff zu unterlassen.

Wenn Menschen in eine Senioreneinrichtung gehen haben sie oft eine negative Vorstellung. Aber alle haben den gleichen Wunsch…die Menschen dort sollen ihnen gut tun. Sie möchten sich geborgen und wohl fühlen. Sie möchten keine neue Familie wohl aber ein neues zuhause finden. Und ein zuhause ist nicht der umbaute Raum sondern Zuhause ist man dort ...

Wo jemand mit Sorge auf mich wartet Wo ich Fehler machen darf Wo ich Raum zum Träumen habe Wo ich meine Füße ausstrecken kann Wo ich gestreichelt werde Wo ich geradeaus reden kann Wo ich laut singen darf Wo immer ein Platz für mich da ist Wo ich ohne Maske herumlaufen kann Wo einer meine Sorgen anhört Wo ich still sein darf Wo jemand meine Freude teilt Wo jemand das Essen zubereitet Wo mir Trost gespendet wird Wo ich Wurzeln schlagen kann Wo ich Leben kann

Diese Erwartung der Menschen zu erfüllen und manchmal auch auszuhalten erfordert eine besondere Form der Ausbildung. In einer generalistischen Ausbildung für drei unterschiedliche Berufsbilder können die vielfältigen Besonderheiten der einzelnen Pflegeberufe nicht in adäquater Form Berücksichtigung finden.

Aber wen interessiert schon, dass es bald vielleicht keine Altenpfleger, sondern nur noch generalistisch ausgebildete Pflegekräfte geben wird?

Dabei betrifft das Thema uns alle, denn mit der Ausbildungsreform steht das Bild des alternden Menschen in unserer Gesellschaft auf dem Spiel, ja, und somit auch die Frage, wie wir selbst, wenn wir eines Tages alt und pflegebedürftig sind, versorgt werden möchten.

Ich bin der Meinung unabhängig vom Alter hat der Mensch immer die beste Versorgung verdient. Und nur weil ein Mensch alt ist darf man ihn nicht pathologisieren.

Weiterhin bin ich davon überzeugt , dass man in einem interdisziplinären Team sehr gut miteinander arbeiten und Bildungsinhalte gut miteinander verknüpfen kann. Aber jeder dieser hochspezialisierten Fachrichtungen sollte ein eigenständiges Berufsbild bleiben.

Und am Ende bleibt… Wir brauchen Spezialisten statt Generalisten *Weil wir es uns WERT sind**

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Manuela Garbrecht aus Geilenkirchen
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Pro

Die Modellprojekte zur Generalisierung dienen als Rechtfertigung für die Abschaffung der Altenpflegeausbildung. Wer hat die Evaluationen dieser Modellprojekte schon mal hinterfragt? Sie, Prof. Dr. Martina Hasseler hat im November 2012 ihre Ergebnisse veröffentlicht. Ergebnis: die Aussagekraft der Evaluationen ist eingeschränkt.

Contra

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