Wir fordern das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst eindringlich dazu auf, von der Kürzung der Mittel für die Landesgraduiertenförderung abzusehen.

Begründung

Sehr geehrte Frau Ministerin Bauer,
sehr geehrte Damen und Herren des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst,

auf der Homepage des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst kann man nachlesen, dass sich das Ministerium mit verschiedenen Förderprogrammen für Nachwuchswissenschaftler*innen einsetzt, um einen Beitrag zu deren weiterer Qualifizierung und zu den Beschäftigungsbedingungen des Mittelbaus an den Hochschulen zu leisten. Denn, so die Begründung: „von der Qualität und dem Entwicklungspotenzial der jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler lebt die Innovationskraft der Hochschulen und Forschungseinrichtungen.“ (mwk.baden-wuerttemberg.de).

Diesem Statement können wir uns nur mit Nachdruck anschließen. Entgegen jedoch der Versicherungen auf der Homepage, den strukturellen Unsicherheiten der Nachwuchswissenschaftlerinnen und besonders der Doktorandinnen mit einer „zuverlässigen Grundfinanzierung“ (ebd.) zu begegnen, verfolgt das Ministerium momentan das Ziel, die Mittel für die Landesgraduiertenförderung signifikant zu kürzen. Dies bedeutet nicht nur, dass keine weiteren Promotionsstipendien ausgeschrieben werden können, sondern auch, je nach Höhe der Kürzungen, dass sogar laufende Projekte gefährdet sind (doktorandenkonvent.uni-heidelberg.de).

Dies ist für die Stipendiat*innen und ihre persönliche und berufliche Zukunft eine untragbare Situation, denn eine solche Zukunftsunsicherheit ist nicht nur überaus hinderlich für eine auf intrinsischer Motivation beruhende, zeitintensive wissenschaftliche Qualifikationsarbeit. Durch die Intransparenz und Kurzfristigkeit in der Kommunikation ergeben sich zudem ganz grundlegende Schwierigkeiten bei der Planung eines weiteren beruflichen Werdegangs.

Auf fachlicher Ebene bedeutet die Gefährdung unterschiedlichster innovativer Projekte zugleich die Gefährdung richtungsweisender Forschungsergebnisse in den jeweiligen Wissenschaftsdisziplinen, womit ein erheblicher Verlust für die (wissenschaftliche) Öffentlichkeit einhergeht. Exzellente Wissenschaft braucht exzellenten Nachwuchs und dieser braucht zuverlässige systematische Förderung.

Für ein Bundesland wie Baden-Württemberg, das sich als „Innovationsland“ (mwk.baden-wuerttemberg.de) versteht und auf seine breit gefächerte und leistungsfähige Bildungslandschaft zu Recht stolz ist, ist eine Entwicklung, bei der unvorhergesehen dem wissenschaftlichen Nachwuchs die bereits zugesicherte Unterstützung versagt wird, überaus kurzsichtig.

Ohne Forschungsvorhaben auf allen Gebieten der Wissenschaft ist langfristig weder im Bereich von Forschung und Lehre noch in der Wirtschaft Fortschritt und die Sicherung von Qualität denkbar. Investitionen in Forschungsprojekte sind daher grundsätzlich solche, die sich auf zukünftige Nutzungen und Entwicklungen beziehen. Eine stabile und nachhaltige Förderung von exzellenten universitären Forschungsprojekten sollte für ein Land wie Baden-Württemberg selbstverständlicher Bestandteil der Bildungsförderung sein.

Die Landesgraduiertenförderung stellt hierfür bisher einen zentralen Pfeiler dar. Nur mit verlässlicher und kontinuierlicher Förderung schafft sie die Grundlage für die Sicherstellung wissenschaftlicher Forschung auf höchstem Niveau, was sich nicht nur auf universitäre Lehre und damit auf Schulbildung, sondern auch auf die Wirtschaftsleistung und kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen eines Landes auswirkt.

Wir fordern daher das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst eindringlich dazu auf, von der Kürzung der Mittel für die Landesgraduiertenförderung abzusehen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Isabella Managó aus Heidelberg
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  • Liebe Unterzeichner*innen,
    heute haben wir den offenen Brief, die Kürzungen der Landesgraduiertenförderung betreffend, zusammen mit allen Unterschriften postalisch an das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst verschickt.
    Über den Ausgang unseres Anliegens werden wir Sie und Euch informieren.
    Vielen herzlichen Dank für Ihre und Eure Unterstützung!

    Mit freundlichen Grüßen aus Heidelberg
    Simon Pupic und Isabella Managò

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

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