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Die Petition wurde vom Petenten zurückgezogen
Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
Lehrer:innen in Deutschland werden verbeamtet. Dies erhöht die Attraktivität des Berufes, was aufgrund des Lehrermangels in Deutschland natürlich ein triftiger Grund ist, dieses System beizubehalten. Allrrdings ist das Beamtentum unfair und nicht mehr zeitgemäß aus meiner Meinung nach folgenden Gründen:
1. Menschen, die pädagogisch (doch) nicht geeignet sind unkündbar. Die Leidtragenden sind Schulleiter:innen, Eltern und ganz besonders die Lernenden.
2. Menschen mit Krankheiten und vermeintlichen Schwächen (Herzkrankheiten, Diabetes, MS, psychische Krankheiten, Übergewicht) wird das Beamtentum verwehrt. Diese arbeiten dann als Angestellte in einem finanziell schlechter gestellten Verhältnis. Die pädagogische Eignung und ihr Engagement und Einsatz für den Beruf spielt dabei keine Rolle.
3. Kandidat:innen werden über eine Rangliste eingestellt. Das entspricht nicht der Vorgehensweise in anderen Berufen, in denen sich Vorgesetzte ihre Angestellten nach Eignung und Persönlichkeit aussuchen können. Gerade bei einem sozialen Beruf wie dem Lehrerberuf sollte aber die Persönlichkeit eine noch größere Rolle spielen, da man es mit Heranwachsenden zu tun hat, deren Persönlichkeit in der Schule zu einem starken Teil geformt wird; umso mehr in einer Zeit von Ganztagsschulen und (voll)berufstätigen Eltern. Die Umgangsweise von Lehrkräften gegenüber Schüler:innen kann deren Psyche daher sehr stark beeinflussen, sowohl positiv als auch negativ.
Begründung
Die Ungleichbehandlung von Menschen mit Krankheiten und vermeintlichen Schwächen ist nicht fair und verstößt gegen die Menschenwürde und Gleichheit der Menschen vor dem Gesetz. Es führt zu Unehrlichkeit und Verheimlichung bei den ärztlichen Untersuchungen oder dazu, dass wichtige therapeutische Maßnahmen nicht wahrgenommen werden, aus Angst, abgelehnt zu werden. Dies geschieht jedoch zu Lasten von Arbeitgebern und den Lernenden. Im schlimmsten Fall verschlimmert es die Krankheit des Betroffenden und kann sogar bis zum Tod führen. Menschen werden aussortiert, weil von vornherein angenommen wird, dass diese ihren Beruf nicht bis zum Ende werden ausführen können. Dass dies jedoch bei gut eingestellter medikamentöser Behandlung dieser Krankheiten nicht unbedingt der Fall ist, wird hier nicht gesehen. Auch wird dabei ignoriert, dass viele Krankheiten erst im späteren Erwachsenenalter auftreten können, so dass die Betroffenen bei der amtsärztlichen Untersuchung als geeignet attestierten Kandidat:innen oft monatelang ausfallen.
Lehrermangel ließe sich sogar noch stärker beheben, wenn man das Beamtentum abschaffen würde, da so Menschen, die aufgrund von Krankheiten erst gar nicht versuchen, den Beruf zu ergreifen, eine faire Chance bekommen. Die Einstellung von Kandidat:innen über eine Rangliste führt dazu, dass Schulleiter:innen ihre Lehrkräfte nicht selbst aussuchen können (z.B.nach Eignung, Persönlichkeit). Dies führt dazu, dass diese Lehrkräfte vielleicht pädagogisch und persönlich gar nicht zu dieser Schule passen. Dies hat Unzufriedenheit sowohl der Schulleiter:innen als auch der Lehrkräfte zur Folge. Außerdem ist es nicht verständlich, warum in anderen (nicht sozialen) Berufen nach Persönlichkeit eingestellt wird, im Schuldienst jedoch nicht. Hier haben Lehrkräfte einen entscheidenden Einfluss auf die Persönlichkeit und die Psyche junger Menschen, sowohl im positiven als leider auch im negativen Sinne. Dass man dies nicht mehr in den Vordergrund rückt ist umso unverständlicher in einer Zeit, in der Ganztagsschulen einen großen Raum der Kinder und Jugendlichen im Alltag einnimmt und in manchen Elternhäusern beide Eltern (voll) berufstätig sind und in manchen Kinder und Jugendliche sich missverstanden fühlen und Vorbilder im schulischen Kontext suchen.
Dass Lehrkräfte verbeamtet werden führt ferner dazu, dass diesen trotz fehlender persönlicher und fachlicher Eignung (was ja manchmal erst nach der Verbeamtung deutlich wird) nicht gekündigt werden kann. Die Leidtragenden sind auch hier wieder Schulleiter:innen, Eltern, Kolleg:innen, besonders aber die Schüler:innen. Softskills, die in anderen Berufen immer wichtiger werden und zu einem guten Berufsklima beitragen, scheinen hier außen vor gelassen zu werden. Meine Kinder und auch ich selbst früher haben unter den Lehrkräften leiden müssen, die kein Verständnis für ihre Schüler:innen haben und diese sogar noch bloßstellen, unfair behandeln oder sogar übergriffig werden. (Früher an meiner Schule hatte ein Lehrer ein Verhältnis mit einer minderjährigen Schülerin. Dieser Lehrer war bis zu seiner Pensionierung als Pädagoge tätig.) Leider werden diese Lehrkräfte oft noch verteidigt und bestenfalls lediglich versetzt.
Dies würde sich ändern, wenn man Lehrkräften kündigen könnte.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
08.01.2024
Sammlung endet:
07.04.2024
Region:
Deutschland
Kategorie:
Bildung