Die Unterzeichner fordern die Schaffung einer Umgehungsstraße für die Potsdamer Innenstadt mit Havelquerung am Templiner See (Havelspange) und optimierter Anbindung an das vorhandene Straßennetz (Westtangente) unter Nutzung einer Finanzierung im Rahmen des Bundesverkehrswegeplanes und die vertiefte Untersuchung und Planung einschließlich Lärmschutz der Straße und der Eisenbahn.

Um die Voraussetzungen hierfür zu schaffen, fordern wir die weitere Berücksichtigung der bereits seit langem geplanten Maßnahmen auch im neuen Bundesverkehrswegeplan (zuletzt auf Seite 101 unter Nummer 133 und auf Seite 102 unter Nummer 166 enthalten).

Begründung

Auch bei Nutzung aller Verbesserungsmöglichkeiten für ÖPNV wird, solange die Einwohnerzahl von Potsdam weiter um ca. 2.000 Menschen pro Jahr wächst wie bisher, eine Zunahme des Autoverkehrs (PKW, LKW, Bus) allenfalls leicht zu dämpfen aber nicht, wie von einigen irrtümlich angenommen, aufzuhalten sein. Eine Verringerung der Anzahl der fahrenden KFZ in Potsdam ist völlig unbegründet und unwahrscheinlich. Konzepte, die diese Verringerung fahrlässig voraussetzen, damit der Verkehr noch funktioniert, ohne sich über Alternativen sachkundig zu machen, gefährden die Mobilität in Potsdam, wenn sie zum Beispiel auf Einengung der bereits knapp bemessenen Straßenquerschnitte, z.B. in der Zeppelinstraße, setzen. Sie gefährden die Lebensqualität der Potsdamer an den dicht bewohnten innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen, wenn sie mittelbar für Dauerstau in Zeppelinstraße, Breite Straße, Schopenhauer Straße, Hegelallee, Behlertstraße und anderen Straßen sorgen, wo heute der Verkehr noch leidlich flüssig abgewickelt wird. Wenn dort überall ganztags zähflüssiger Verkehr bis Stau entsteht, weil keine Alternative um die Innenstadt herum gefunden wird, dann droht sich die Luftqualität weiter zu verschlechtern anstatt zu verbessern!

Darum ist es überfällig, die Frage einer möglichen dritten Havelquerung für Straßenverkehr sachlich fundiert zu beraten, alle Folgen für Umwelt, für Lebensbedingungen, für das vorhandene Straßennetz umfänglich und unvoreingenommen zu prüfen. Wir sind als Begründer der überparteilichen Bürgerinitiative pro Havelspange / Westtangente der Überzeugung, dass eine solche Netzverknüpfung der Bundesstraßen B 1, B 2, B 273 und der L 40 die Chance bietet, mehr Probleme zu lösen als neue entstehen. Wir gehen davon aus, dass eine Entlastung der Innenstadt in Spitzenzeiten um bis zu 30% möglich sein kann, Verkehre sinnvoll ins vorhandene Netz eingebunden werden können, so dass nur relativ wenige Menschen eine moderate Zunahme an Verkehr zu verkraften haben werden, wohingegen Tausende Menschen in der Innenstadt deutlich entlastet werden können. In den ersten Wochen unserer Initiative erfahren wir Zuspruch aus verschiedensten Teilen der Stadtbevölkerung und, entgegen anders lautender Behauptungen, auch viel Zuspruch aus Umlandgemeinden von Potsdam!

Die verkehrlichen Auswirkungen lassen erhebliche Entlastungen für viele Tausend Potsdamer Anlieger erwarten, schaffen für Tausende Potsdamer und Bürger des Umlandes kürzere bzw. einfachere Wege auf die jeweils andere Havelseite. Wir erachten es darum für dringend, unverzüglich vertiefte Planungen zu beginnen. Es müssen Planungsvarianten, verkehrliche Auswirkungen und Umweltauswirkungen sauber bilanziert werden. Es ist nötig, Betroffenheitsanalysen für Entlastungen und Mehrbelastungen entlang aller relevanten Straßenzüge zu erarbeiten und abzuwägen.

Auch aus Sicht der Bundesrepublik Deutschland besteht ein vordringliches Interesse an der Durchführung dieses Verkehrsprojektes, da die drei sich in Potsdam kreuzenden Bundesstraßen 1, 2 und 273 bereits das aktuelle Verkehrsaufkommen nicht mehr bewältigen.

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  • Liebe Mitstreiter
    Die BI dankt allen Unterstützern herzlich. Neben den online Unterzeichnern haben inzwischen mehr als 3000 Bürger die Listen der BI unterzeichnet. Wir beraten am 08.10.2015 die nächsten Schritte. Es gilt, eine Nachmeldung seitens des Landes Brandenburg an den Verkehrsausschuß des Bundestages zu erreichen, damit die Maßnahme OU Potsdam im Bundesverkehrswegeplan wieder ergänzt wird.
    Mit herzlichen Grüßen Ralf Jäkel, Sprecher der BI

Pro

Die Landeshauptstadt Potsdam hat kein zukunftsfähiges Konzept, das den Herausforderungen einer auf engstem Raum stark wachsenden Stadt, noch dazu mit barocker Innenstadt und zu weiten Teilen als Weltkulturerbe geschützt, gerecht wird. Die Havelspange/Westtangente ist eine der wenigen verkehrspolitischen Optionen, die in Kombination mit dem Ausbau des ÖPNV die Stadt entlasten kann und möglicherweise neue Möglichkeiten für eine weitere Beruhigung des Verkehrs in der Innenstadt schafft.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.