Am 14.04 wurden 13 Menschen der Wagengruppe „Sand im Getriebe“ durch die Beschlagnahmung ihrer Wagen obdachlos. Ohne Vorwarnung und die Möglichkeit freiwillig den Parkplatz zu verlassen wurden die Wagenbewohner_innen ihres Zuhauses beraubt.
Ich verurteile das skandalöse und menschenverachtende Verhalten der Stadtverwaltung und des Ordnungsamtes und fordere die sofortige Herausgabe der Wagen und eine städtische Brache zur Pacht als Zwischenlösung.

Begründung

„Sand im Getriebe“, ist eine Gruppe von 15 Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen die Wohnform in ausgebauten Lastern und Bauwagen gewählt hat. Seit Sommer 2013 wurden sie mit ihren Wagen auf dem Parkplatz der Pädagogischen Hochschule Freiburg geduldet. Zum April ist diese Duldung ausgelaufen und der Platz wurde nach Absprache verlassen. Ein alternativer Platz der gemietet oder gepachtet werden kann wurde bislang nicht genehmigt. Daher waren die Bewohnerinnen angewiesen unterschiedliche öffentliche Parkplätze im Stadtgebiet zu befahren. Die Flächen wurden stets auf Anordnung der Ordnungsbehörden wieder verlassen. Ziel dabei war es, den Bedarf an einem weiteren selbstverwaltetem Wagenplatz öffentlich zu machen und Vorurteile gegenüber dieser Wohnform abzubauen. Am 14.04.2014 setzte das Ordnungsamt dem bunten und friedlichen Zusammenleben mit einem Polizeiaufgebot jedoch ein überraschendes Ende. Ohne Vorwarnung wurden die Bewohnerinnen mit der Beschlagnahmung ihrer mobilen Wohnungen konfrontiert. Das Angebot der Wäglerinnen, den Parkstreifen in der Oberriederstraße in Freiburg Waldsee zu verlassen, wurde nicht angenommen. Es blieb gerade noch Zeit die wichtigsten Dinge einzupacken. Dann wurden die Wagen abgeschleppt und bis zu 6 Monaten beschlagnahmt. Eventuell können die Wagen, sollte sich die Situation nicht geändert haben auch länger beschlagnahmt bleiben oder sogar verschrottet werden, so ein Vertreter des Ordnungsamtes bei einem Gespräch mit den Wagenbewohnerinnen.

Leider scheinen Wagenplätze, die alternativem, solidarischem und ökologischem Wohnen Raum geben, der „Green City Freiburg“ ein Dorn im Auge des modernen Stadtbildes zu sein. Von städtischer Seite wird es schwer bis unmöglich gemacht ein Gelände zu finden, dass als Wagengruppe gepachtet werden kann. Es wird auf bürokratische Hürden und fragwürdige Beschlüsse verwiesen, Zuständigkeiten abgewiesen und mit Repression reagiert. Wir wünschen uns jedoch, dass das Leben im Wagen sowohl von den Gemeinderatsfraktionen wie auch von den Stadtbewohner_innen als Wohnform anerkannt und akzeptiert wird. Wagenplätze sind eine Bereicherung für die Stadt und können, wie zahlreiche Beispiele zeigen, auch kulturelle und politische Impulse geben sowie Raum für Austausch und Engagement bieten. Die Wagengruppe „Sand im Getriebe“ ist durch Arbeit, Studium, Familien und Soziale Netzwerke an Freiburg gebunden und sieht sich als Teil der Stadt. Diesen Menschen wurde das Zuhause geraubt, daher fordern wir die sofortige Rückgabe der beschlagnahmten Lebensräume und ein Ende der Diskriminierung von in Wagen lebenden Menschen. Denn wie auch die Grünen in ihrem aktuellen Wahlprogramm festhalten: „Auch Wagenleben passt zu Freiburg. Neben den bestehenden Flächen für Wagenburgen können wir uns auch Zwischennutzungen durch Wagenburgen auf potenziellen Bauflächen vorstellen.“

Wie Sie die Wagengruppe „Sand im Getriebe“ unterstützen können: - Leiten Sie die Petition an Bekannte weiter - Schreiben Sie Briefe oder E-Mails an die Fraktionen im Gemeinderat, - Leser_innenbriefe - Informieren Sie Freunde und Bekannte über unsere Situation Informieren Sie uns unter wagenohneplatz@web.de wenn Sie Informationen zu potentiellen Grundstücken haben die wir mieten können.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Neuigkeiten

  • Liebe Unterzeichner_innen der Petition,

    Wir bedanken uns sehr herzlich für Ihre Unterstützung.

    Die Petition wurde vom Ordnungsamt entgegen- und zur Kenntnis genommen. Leider ohne weitere Reaktion. Der grüne Oberbürgermeister Dieter Salomon war nicht zu einer Übergabe bereit.

    Die Wagen der Gruppe „Sand im Getriebe“ sind immer noch beschlagnahmt und die Menschen seit nun über 100 Tagen ohne ihre Zuhause.

    Der Freiburger Gemeinderat hat sich am 13. Mai dafür ausgesprochen Wagenleben in Freiburg grundsätzlich zu begrüßen und die Stadtverwaltung beauftragt 5 Flächen wohlwollend auf die Möglichkeit der Nutzung als Zwischenlösung für einen Wagenplatz zu prüfen.
    Alle Flächen wurden negativ geprüft. Dies zeugt von politischem Unwillen.
    Auch eine private Fläche konnte bislang nicht gefunden werden.

    Wir freuen uns über Ideen und Hilfe bei der Platzsuche. Zu erreichen sind wir unter wagenohneplatz@immerda.ch

    Wir laden Sie alle herzlich zu einer Erzähl- und Informationsveranstaltung von „Sand im Getriebe ein“. Diese findet am Montag den 04.08. um 20 Uhr in der Fabrik, Habsburgerstraße 9 in Freiburg statt. Wir würden uns sehr über Ihre Teilnahme freuen.

    Weitere Informationen zur aktuellen Situation finden Sie auf unserer Internetseite sandimgetriebe.noblogs.org

    Mit freundlichen Grüßen,

    Die (Ohne)Wagengruppe Sand im Getriebe

  • Liebe Leser_innen,
    eine kontroverse Diskussion ist ja schön und gut, aber wir dulden hier keine rassistischen, antiziganistischen und anderweitig Menschenverachtende Kommentare. Für sowas ist das hier keine Plattform. Bitte reißt euch zusammen.
    Viele Grüße!
    Sand im Getriebe

Pro

Nach langjähriger Erfahrung kann ich sagen, dass mobiles Leben durchaus modern und zeitgemäß sein kann, zumal mit DVB-T und Mobilfunkinternet Flatrates ein vollkommen normales Leben möglich ist. In meinen 7,5t hatte ich 300l Frischwasser, Solarpanels und Batterien, einen offenen Kamin und nicht zuletzt eine Sanitäranlage aus dem Bootsbau mit Edelstahltanks. Vergammelt und versifft ist anders und nicht davon abhängig ob man mobil lebt. BTW: Gelten die Contra Punkte hier auch für Yachten und Hausboote?!

Contra

auch frage ich mich, warum kauft ihr euch nicht ein kleines Grundstück bisschen ausserhalb wenn die Stadt so dagegen ist und nix stellen will? Klar wär schön wenn die stadt was bereitstellt aber wenn ich ein Haus bauen will krieg ich ja auch kein grundstück so gestellt?! Oder einen Bauer ausserhalb fragen ob man ein bisschen acker pachten kann? Auch wenns toll wär aber zu verschenken gibts leider nicht viel...