Die Antragsteller: KLUBKOMM e.V., Underground / Helios37 / Live Music Hall (1st. Division GmbH ), JACK IN THE BOX e.V., Bürgerinitiative Helios, SPD-Ortsverein Köln-Ehrenfeld, GRÜNE Ehrenfeld, LUISENVIERTEL, Gewölbe GmbH, cologne on pop GmbH, Club Bahnhof Ehrenfeld / YUCA (Bhf. Ehrenfeld GmbH),, PASSAGEN / DQE (Büro Sabine Voggenreiter), Artheater (Adesso GmbH), Nachtkonsum Flohmärkte (0049 Projekt GmbH), Helios & Selene Markt für gutes Leben, Heinz Gaul (Fun3 GmbH), artrmx e.V., CityLeaks Festival, Bürgerzentrum Ehrenfeld e.V., Colabor, Herbrandt´s (Maximum Projektentwicklung & Beratung GmbH), Street Food Festival (Riekenbrauk Schmidt GbR), MATT CIRCUS GmbH, ökoRAUSCH Festival für Design & Nachhaltigkeit, Demodern GmbH, veedelfunker - Das Magazin, das Ehrenfeld verbindet.

Ehrenfeld ist ein lebendiges Quartier. Die sprichwörtliche Ehrenfelder Mischung steht für eine vielfältige Bewohnerstruktur, facettenreiche Arbeits- , Einkaufs- und Gastronomieangebote und eine sehr aktive kultur- und kreativwirtschaftliche Szene. Diese Faktoren haben Ehrenfeld zu einem der beliebtesten Stadtviertel in Köln gemacht.

Mit dem Wegfall von Orten wie dem Heliosgelände, dem Underground oder JACK IN THE BOX am alten Güterbahnhof verschwinden die letzten innerstädtischen Freiräume, auf denen verschiedenste kulturelle Veranstaltungsformate, Begegnungen, kreativer Austausch und Vergnügen möglich waren. Es entstehen auf maximale Renditen ausgerichtete Sanierungskonzepte und Neubebauungen mit glatter Architektur, die zu weiteren Mietpreisexplosionen führen, die Gentrifizierung beschleunigen und einfach keinen Platz mehr für lebendige kulturelle und kreative Gestaltung lassen. Der Wegfall der Kreativszene hinterlässt ein kulturelles Vakuum, durch das nicht nur die Lebensqualität der Stadtbewohner, sondern auch die Attraktivität Ehrenfelds verloren geht.

Eine nur auf kommerzielle Wohn- und Gewerbenutzung ausgerichtete Bebauung mit minimalen Bereichen für eine geduldete, leise, nicht störende Kultur als Lösung für den Wegfall freier kultureller Oasen anzubieten, ist eine falsche Wunschvorstellung von Eigentümern & Investoren und erfüllt überhaupt nicht die Bedürfnisse der Bürger. Die begrenzten innerstädtischen Kapazitäten müssen jedoch im Sinne der dort lebenden Menschen verwaltet werden. Nicht jedes brachliegende Industriegelände darf zugunsten lukrativer Anlageobjekte verscherbelt, nicht jeder billige Wohnraum luxussaniert werden.

Es ist eine zentrale Aufgabe der Lokalpolitik, bei der Gestaltung innerstädtischer Bereiche ausreichend Raum für soziale wie kulturelle Vielfalt, Begegnung, interkulturellen Austausch, Kunst, Musik und Kreatives zu erhalten und aktiv zu schaffen. Wir wollen eine bunte und lebendige Metropole sein und uns nicht den einseitigen, gleichförmigen Investoren- und Konsumkonzepten unterwerfen!

Wir appellieren daher an Frau Henriette Reker als Oberbürgermeisterin der Stadt Köln,

  1. einen gremienübergreifenden Ansprechpartner (Kommission) als Bindeglied zwischen Politik, Unternehmen, Initiativen / Locations und Bürgern zu installieren, um die kommunale Kooperation von Kulturschaffenden, Bürgern und Politik zu stärken und gemeinsam Lösungen zur Entwicklung von Bebauungsflächen zu erarbeiten.

  2. hinsichtlich des ehemaligen Gbf Ehrenfelds dafür Sorge zu tragen, dass der Ratsbeschluss vom 11.07.2017 eingehalten und das von JACK IN THE BOX mit Experten entwickelte Konzept zur kreativwirtschaftlichen Nutzung der Ostspitze umgesetzt wird.

  3. hinsichtlich anderer Gebietsentwicklungen (z.B. Heliosgelände) dafür Sorge zu tragen, dass Ehrenfeld seinen identitätsstiftenden Charakter als Kunst-, Kreativ- und Kulturquartier nicht verliert, was notfalls durch die Anwendung eines städtischen Vorkaufsrechts gewährleistet werden kann.

  4. bei B-Plan-Festsetzungen, Nutzungsverankerungen in städtebaulichen Verträgen sowie weiteren verwaltungsrechtlichen und steuerungstechnischen Möglichkeiten frühzeitig die Voraussetzungen zu schaffen, dass Köln seinen Metropolencharakter erhalten kann und kulturell überlebens- und entwicklungsfähig bleibt.

  5. bei Wegfall kultur- oder kreativwirtschaftlich genutzter Gelände oder Gebäude einen innerstädtischen Alternativort anzubieten, auf dem das bisherige Kulturangebot erhalten werden kann.

  6. bei Erschließungen bisher ungenutzter innerstädtischer Räume eine feste Quote (prozentualer Anteil ähnlich des sozialen Wohnungsbaus) für kultur- und kreativwirtschaftliche Nutzungen einzuführen, die bei den Bebauungsplänen einzuhalten ist.

Begründung

Gentrifizierung ist ein Thema, das zu Recht auf ein großes öffentliches Interesse stößt. Der strukturelle Wandel unserer Lebensräume betrifft leider jeden Einzelnen von uns und zieht spürbare Folgen nach sich.

Stadtteile, die aufgrund eines hohen Anteils günstigen Wohnraums und freier Nutzflächen zu einer sozialen und kulturellen Durchmischung führten, werden zu sterilen, sozial homogenen Luxusvierteln, die dem zahlungskräftigen Klientel vorbehalten bleiben. Gleichzeitig erleben wir, wie die Schere zwischen Arm und Reich kontinuierlich weiter auseinander geht und immer mehr Menschen von sozialer Ausgrenzung und Abstieg, Alters- und Kinderarmut oder geringen Bildungschancen bedroht sind. Gentrifizierung ist ein Prozess, der diese Entwicklung fördert.

Ein Stadtteil mit baulichen, (sub)kulturellen, kreativen und auch emotionalen Freiräumen birgt ein dynamisches Potenzial (auch wirtschaftlich!) mit einer Vielfalt von Möglichkeiten in sich, die genau das lebendige Umfeld erzeugen, das auch Kreative, Künstler und Macher anzieht. Diese gestalten wiederum neue kulturelle Angebote, die genau die Attraktivität erschaffen, die das Viertel im Verlauf auch für obere Gesellschaftsschichten so begehrenswert macht. Das zahlungskräftige Klientel zieht in Folge Investoren an, die sich den Imagegewinn des Viertels zu Nutze machen und die verbleibenden Flächen mit dem kurzsichtigen Ziel, möglichst hohe Renditen zu erwirtschaften, kaufen. Jedoch führt dieser Prozess in eine Einbahnstraße, da auch diejenigen vertrieben werden, die diese lebenswerte Mischung gestaltet und Pionierarbeit geleistet haben. Das einst so begehrte Viertel verliert seine Anziehungskraft und wird steril, einseitig und austauschbar.

Wir laden jeden Bürger dieser Stadt ein, für unser gemeinsames Ziel einzutreten, um der Forderung nach einer zukunfts- und bedürfnisorientierten Stadtentwicklung Nachdruck zu verleihen. Lasst uns gemeinsam ganz konkrete Konzepte und Strategien entwickeln, einfordern und durchsetzen, die weiteren Mietpreisexplosionen entgegenwirken und ausreichende Räume für gelebte Gemeinschaft, aktive Begegnung und kulturelle Vielfalt erhalten und schaffen.

Wir sind die Stadt! Kultur verbindet!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Gemeinschaft Ehrenfelder Kulturschaffender aus Köln
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Neuigkeiten

  • www.ksta.de/koeln/ehrenfelds-kulturangebot-schwindet-31446056

  • Liebe Unterstützer,

    erinnert ihr euch? Im Sommer letzten Jahres startete die Petition „Für ein lebendiges Köln: Kulturorte in Ehrenfeld und Köln retten“, die von über 20 Ehrenfelder Initiativen und Kulturschaffenden ins Leben gerufen wurde. Rund 8000 Menschen haben unsere Forderungen nach lebendiger kultureller Vielfalt unterzeichnet.
    Wir haben die Petition beim Ausschuss für Anregungen und Beschwerden der Stadt Köln eingereicht. Hier wurde folgender Beschluss formuliert:

    Die Notwendigkeit, diese Forderungen zu verankern, wurde von der Verwaltung erkannt. Die Verwaltung wird beauftragt, zukünftig bei Bebauungsplanverfahren verstärkt Kultur- und Kreativstandorte zu berücksichtigen und in die Planung zu integrieren.“

    Dieser Beschluss ist ein starkes Zeichen und der Beginn von Veränderungen auf politischer Ebene. Er stärkt alle Akteure und Initiativen, die sich für Kunst-, Kultur- und Begegnungsorte in den verschiedenen Kölner Quartieren einsetzen, zum Beispiel die Initiative Unser Ebertplatz, Raum 13, Hallen Kalk und viele weitere.

    Die Petition war politisch also ein voller Erfolg. Danke an alle Mitwirkenden und vor allem an euch, die Unterzeichner! Engagement lohnt sich!

    Doch hat sich das Kulturort-Sterben in der Realität bereits verändert? Noch nicht.
    Nachdem Orte wie die Papierfabrik, das Underground oder JACK IN THE BOX gegen den Widerstand vieler Bürgerinnen und Bürger abgerissen wurden und als nächstes das Heinz Gaul aus der kulturellen Eventlandschaft verschwinden wird, fragen wir uns weiterhin: wo können wir noch sein, wo können wir uns kreativ entfalten, wo können wir alternative kulturelle Veranstaltungsformate von Menschen für Menschen umsetzen, wo werden wir nicht wieder durch Großinvestoren, Konzerninteressen und Profitmaximierung vertrieben? Wann werden die getroffenen Beschlüsse wirklich umgesetzt?

    Probleme gibt es aktuell auf dem Güterbahnhof Ehrenfeld.
    Wir gingen bis zuletzt davon aus, dass JACK IN THE BOX in den Bebauungsplänen des Güterbahnhofs integriert werden würde und hatten diesbezüglich sogar eine schriftliche Vereinbarung mit der Aurelis Real Estate GmbH, dem neuen Eigentümer des Geländes, getroffen. Nach drei Jahren intensiven ehrenamtlichem Engagements stellen wir nun fest, dass bilaterale Absprachen mit anderen Akteuren, denen wir vertrauten, getroffen wurden und JACK IN THE BOX keine Rolle mehr zu spielen scheint.

    Das neu entstehende „Ehrenveedel“ besteht u.a. aus 400 Eigentumswohnungen (zum Preis von 5.800 Euro / m²!) und scheint einen lebendigen Kulturbetrieb unmöglich zu machen. Die Vermarktung der Ostspitze, für die wir ja das Nutzungskonzepte entwickelt haben, wurde seitens der Aurelis ohne unser Wissen an uns vorbei vorgenommen. Wir haben deutlich gemacht, dass wir dieses Vorgehen der Aurelis und der Kölner Investoren, die unser Vertrauen missbrauchten, nicht akzeptieren und eingefordert, dass die getroffenen Vereinbarungen zur Planung eines kulturell lebendigen Quartiers eingehalten werden. Als Reaktion darauf spricht die Aurelis nicht mehr mit uns....

    Die spannende Frage lautet jetzt: wird es den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, die das Vorhaben von JACK IN THE BOX & Co in den letzten beiden Jahren voll unterstützt haben, noch gelingen, Einfluss auf die Bebauungspläne der Aurelis zu nehmen?

    Werden wir als Stadtgesellschaft von der Neubebauung des Güterbahnhofgeländes profitieren oder nur die an Maximal-Rendite interessierten Investoren? Wird das Ehrenveedel zu einem zweiten Rheinauhafen: steril, langweilig, tot?

    Wir möchten euch auffordern, unter dem Post von JACK IN THE BOX zu kommentieren, weshalb ihr eine Rückkehr von JACK nach Ehrenfeld unterstützt. Schreibt uns, was ihr euch für das neue Ehrenveedel wünscht. Welche Bedürfnisse müssen für euch erfüllt werden, damit dieses Viertel ein lebenswertes Zuhause für euch bleibt?

    Denn die Stadt ist für uns Menschen da.
    Und deshalb wünschen wir uns, dass ihr bei Aktionen in Zukunft dabei seid. Wir müssen gemeinsam für die Gestaltung unseres Lebensumfeldes kämpfen und dürfen es nicht den Investoren überlassen. Wir halten euch auf dem Laufenden.

    #wirsinddiestadt
    #kulturverbindet
    #jackbleibt

    Die Petition und unsere sechs Forderungen zum Nachlesen: www.openpetition.de/petition/online/fuer-einen-lebendigen-kulturstandort-koeln-ehrenfeld-und-ein-lebenswertes-quartier-fuer-uns-alle

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

es ist scheinheilig die veränderung in ehrenfeld aufhalten zu wollen. und dann auch noch von den leuten die maßgeblich erst zur "gentrifizierung" geführt haben. sucht euch halt ein anderes viertel!