• Die Bürger der Stadt Leipzig sollen mitentscheiden: bei Architekturwettbewerben zum Wilhelm-Leuschner-Platz und auch bei anderen identitätsprägenden Bauvorhaben in der Stadt!

  • Die prämierten Architekturbüros des Wettbewerbes zum IfL sollen Ihre Auszeichnungen nicht annehmen und ihre Entwürfe zurückziehen.

Begründung

Am Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig soll in den nächsten Jahren eine Reihe von Neubauten entstehen. Für einen dieser Neubauten liegt nun ein Architekturentwurf vor. Es handelt sich um das Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL), das seinen ersten Sitz in der heutigen Stadtbibliothek hatte. Die Bausumme für den Neubau beträgt 34,5 Millionen Euro.

In einem Wettbewerb wurden drei Entwürfe mit Preisgeldern von 40.000, 25.000 und 15.000 Euro ausgezeichnet. Der 1. Preis wurde von einer Jury für den Entwurf von Henchion Reuter Architekten, Berlin vergeben.

Kurzlink auf die Website des IfL: t1p.de/p0jn

Mit dieser Petition möchten wir folgende Forderungen zum Ausdruck bringen:

1.) Die Bürger der Stadt Leipzig sollen mitentscheiden: bei Architekturwettbewerben zum Wilhelm-Leuschner-Platz und auch bei anderen identitätsprägenden Bauvorhaben in der Stadt!

Es macht Architektur aus, dass alle Bürger sie täglich ansehen müssen und damit leben müssen. In ein Konzert muss niemand gehen, dem es nicht gefällt. Ein Haus belästigt hingegen unterschiedslos alle Menschen, wenn es hässlich ist. Architektur sollte deshalb nicht nur die Bedürfnisse von Investoren oder „Experten“ befriedigen. Es ist wichtig und demokratisch, unseren Entscheidungsträgern auch die Ansichten von Laien nicht zu ersparen.

Es gibt keinen Grund, bei einem so wichtigen Wettbewerb, mit dem das Gesicht der Stadt für Jahrzehnte geprägt wird und bei dem auch hohe Preisgelder vergeben werden, die Bevölkerung nicht zu berücksichtigen. Wir sind überzeugt, dass es bei großen Teilen der Leipziger einen Konsens gibt: Wir möchten unsere Stadt nicht für solche ideenlosen Nutzbauten hergeben! Menschenfreundliche Architektur bedeutet nicht nur, dass ein Gebäude praktikabel ist, sondern braucht auch eine Vielfalt von Materialien, Farben, Formen, Details und auch dekorativer Elemente.

Wir lieben unsere Altbaubestände und wollen, dass moderne Architektur daneben nicht billig wirkt. Viele Architekten scheinen aber nicht in der Lage, abwechslungsreiche Entwürfe anzubieten und Bauherren geben sich damit zu leicht zufrieden. Daher genügt es nicht, Experten in die Bauplanung einzubinden!

Der Neubau der Universität am Augustusplatz ist ein gutes Beispiel für die positive Wirkung von Bürgerbeteiligung. Erst nachdem der erste Wettbewerb nach Bürgerprotesten eingestampft wurde, entstanden die heutigen Gebäude, die der Geschichte, dem Platz und der Universität würdig sind. Zum Architekten Erick van Egeraat heißt es: „Der Architekt bekennt sich immer wieder dazu, dass seine Bauten gefällig und stylisch sein dürfen, wenn dies den Nutzern gefällt.“ (Linz, Barbara: Glas. Tandem Verlag/ h.f.ullmann, 2009, S. 122)

Das IfL forderte ein Gebäude, das "für öffentliche Veranstaltungen genutzt und einladend gestaltet werden“ soll. Wir Unterzeichner finden es nicht einladend gestaltet!

Auf dem „Wilhelm-Leuschner-Platz/Platz der Friedlichen Revolution“ ist schon einmal ein Wettbewerb am Widerwillen vieler Leipziger gescheitert: der Bau eines „Einheits- und Freiheitsdenkmals“. Bei der Freilegung des Pleißemühlgrabens sowie bei der künftigen Unterbringung des Naturkundemuseums gibt es ebenfalls Unmut über mangelnde Bürgerbeteiligung.

Wir fordern für den Wilhelm-Leuschner-Platz:

  • Einbindung aller Bürger bei der Durchführung von Gestaltungswettbewerben!

  • Bindende Mitbestimmung aller Bürger bei der Auszeichnung oder Nicht-Auszeichnung von Wettbewerbs-Teilnehmern!

2.) Die prämierten Architekturbüros des Wettbewerbes zum IfL sollen Ihre Auszeichnungen nicht annehmen und ihre Entwürfe zurückziehen.

Im Masterplan der Stadt von 2017 heißt es:

„Material und Farbigkeit der Gebäude sollen sich an der Umgebung orientieren und sich bestmöglich in die repräsentative Nachbarschaft von Europahochhaus, Ringbebauung, katholischer Propsteikirche St. Trinitatis und Neuem Rathaus einfügen. Für die Fassaden sollten vorwiegend Naturstein, Werkstein und mineralischer Putz verwendet werden. (...) Das Areal des Wilhelm-Leuschner-Platzes gehört zu den wichtigsten Planungsaufgaben der Stadt und zieht eine hohe Aufmerksamkeit der interessierten Bürgerschaft auf sich.“ Kurzlink auf die Seite der Stadt Leizig: t1p.de/vj7i

Die prämierten Entwürfe orientieren sich in keiner Weise an der Umgebung. Sie würdigen auch die Bedeutung des IfL nicht und lassen dessen künftigen Sitz neben der Stadtbibliothek wie deren Depot wirken. Die Entwürfe sind gestalterisch substanzlos und monoton. Sie lassen keine ästhetische Idee erahnen und sind daher einfach hässlich.

Die Leistung der Architekten ist nicht preiswürdig. Wir fordern die betroffenen Büros daher auf, die Preisgelder nicht anzunehmen und ihre Entwürfe zurückzuziehen.

Kurzlink zu den Entwürfen: t1p.de/q7d8

Wer mag, kann auch auf Facebook mithelfen, das Anliegen bekannt zu machen: t1p.de/sloz

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Bertrand Zunker aus Leipzig
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Warum Menschen unterschreiben

  • vor 3 Tagen

    Damit die Natur nicht ausstirbt, denn mit ihr sterben auch wir Menschen. Der Mensch braucht die Natur!

  • vor 3 Tagen

    Als Architekturstudent bin ich der Auffassung, dass Geniekult, Rücksichtslosigkeit und Realitätsverweigerung in der Architektur endlich ein Ende haben müssen. Die Architektenschaft muss das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen - mit Entwürfen wie diesem wird das nicht gelingen. Vielmehr muss wieder an das bauliche Erbe angeknüpft und lebenswerter städtischer Raum geschaffen werden. Es ist toll, dass Bürger auf Plattformen wie dieser die Möglichkeit nutzen, sich an städtebaulichen und architektonischen Debatten zu beteiligen und Druck auf Politik und Planer auszuüben. Ergebnisse von Architekturwettbewerben müssen öffentlich diskutiert und kritisiert werden können.

    (Bearbeitet)

  • vor 4 Tagen

    (1) Der Entwurf enttäuscht durch seine bedrohliche, abweisende Optik. Vom/fürs IfL habe ich mir eine ökologische, offene, menschenfreundliche, begrünungsfähige, nachhaltige Architektur gewünscht. (2) Leipzigs Bürger haben eine Meinung, und es hat sich oft gezeigt, dass man diese hören soll und muss. Dies betrifft auch die Stadtplanung, und das sollte auch im IfL bekannt sein, denn schließlich forscht man dort ja über Bürgerbeteiligung an der Stadtplanung. Auf der Webseite des IfL heißt es dazu: „Paradigmenwechsel in der Stadtplanung: Konzepte für mehr Bürgerbeteiligung und Nachhaltigkeit. Aktuelle Diskussionen über Planung und Governance von Städten erwecken den Anschein, dass der Wandel hin zu einer von Bürgerbeteiligung und Effektivität geprägten Planungspraxis in Westeuropa abgeschlossen und in postsozialistischen Ländern zunehmend verankert sei. Studien hingegen belegen: Auf lokaler und Akteursebene bestehen deutliche Unterschiede hinsichtlich der Qualität und Reichweite dieses Wandels.“ Liebes IfL, ganz offensichtlich ist die „von Bürgerbeteiligung und Effektivität geprägte Planungspraxis“ noch nicht in Leipzig angekommen. Wir arbeiten mit dieser Petition daran und hoffen auf Deine Unterstützung. Schließlich wirtschaftest Du mit unserem Geld. Und wir wollen mit Freude auf Dein neues Haus schauen können.

    (Bearbeitet)

  • vor 4 Tagen

    Niemand möchte eine Stadt aus beton! Warum entsteht kein Park in denen sich auch Kinder unserer Stadt wohlfühlen dürfen spielen dürfen?

  • vor 4 Tagen

    Zu viel Beton und zu wenig Grün für Flora und Fauna und Menschen.

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