Petition richtet sich an:
Verkehrs- und Umweltministerium, Autokonzerne, Medien
2019 wird nach den Vorhersagen aller MobilitätsexpertInnen das Jahr der Elektroautos. Aktuell prägen die Werbekampagnen der Elektroautohersteller alle Medien. Es schaut fast so aus, als würde die Rettung unserer Erde vor dem Klimakollaps nur mehr vom Umstieg von Diesel und Benzin auf Strom abhängen.
Die Reichweiten der E-Autos steigen, das Ladestationennetz wird ständig erweitert und die Ladezeit immer noch verkürzt. Die staatliche Förderung ist in Österreich von 2.500,00 auf 3.000,00 Euro erhöht worden. Also retten wir doch unsere Umwelt und steigen auf ein E-Auto um? Von den fünf Millionen PKW aller ÖsterreicherInnen sind heute erst 0,4%, etwas über 20.000 mit einem rein elektrischen Antrieb ausgestattet. Das Wachstumspotential ist also riesig. Doch hält das Elektroauto überhaupt was die Werbung dafür verspricht? Grundsätzlich ja. Und doch müssen einige „Besonderheiten“ mit einem Elektroauto beachtet werden. Es ist kein 1:1 Ersatz für ein bisher gefahrenes Diesel- oder Benzinauto. Eine Probefahrt alleine reicht bei einem E-Auto nur in den seltensten Fällen. Warum?
Die bisher gewohnten Reichweiten sind jetzt vielfach nicht mehr möglich. Und ein echt gefahrener Kilometer kann bis zum zehnfachen an Stromkilometer verbrauchen. Steigungen, Autobahn, Temperaturen unter dem Gefrierpunkt oder über 35 Grad beeinflussen den Stromverbrauch ganz massiv und damit natürlich die Reichweite. Es kommt zu vollkommen neuen Fragen, die einerseits bereits vor dem Kauf eines Elektroautos zu beantworten sind:
- Komme ich zu meiner Arbeit bzw. zur Haltestelle?
- Komme ich auch zurück oder muss ich wo laden?
- Kann ich damit die Orte all meiner bisherigen Freizeitaktivitäten überhaupt erreichen?
- Komme ich mit dem E-Auto auch in den Urlaub?
- Worauf muss ich dann verzichten?
andererseits dann nach dem Kauf vor fast jeder Fahrt
- Geht sich das jetzt noch aus?
- Reicht der Ladezustand für den Folgetag?
- Was habe ich die nächsten Tage mit dem Auto vor?
Nur mit guter Planung kann ein Stehenbleiben ohne Strom vermieden werden. Ach ja: Elektroautos können nicht auf eigenen Rädern rollend abgeschleppt werden. Es zahlt sich daher aus, auch gegen Entgelt, das Wunsch-E-Auto an zwei Tagen zu testen und nicht nur eine Probefahrt zu machen. Mit einer vollen Batterien die täglichen Wege abfahren und die Temperaturab- bzw. zuschläge berücksichtigen. Dann hat die Käuferin / der Käufer die Sicherheit, dass das E-Auto alltagstauglich ist. Aber leider bieten nur wenige Händler vor dem Kauf eines Elektroautos diese Möglichkeit der Erstellung eines persönlichen Fahrprofils an. Der Strom an öffentlichen Schnell-Ladestationen wird nach Minuten abgerechnet und kostet schon heute knapp mehr als Diesel bzw. Benzin. Und der Strompreis wird in Zukunft wohl noch weiter kräftig steigen. Die in der Werbung so hervorgehobenen „Einsparungen“ beim Tanken gibt es aktuell nur an der eigenen Steckdose.
Heute sind die Wartezeiten bei den öffentlichen Ladestellen noch sehr gering, weil fast 80% zu Hause oder im Betrieb laden. In einigen Jahren wird die Wartezeit aber trotz vieler neuer Ladestationen im Schnitt eine Stunde betragen.
Noch nicht ganz klar ist, ob sich beim E-Auto das heutige Szenario der E-Bikes wiederholt. Die Batterien der ersten E-Bikes (Verkauf zwischen 2010 bis 2013) mit 37 bzw. 48 Volt gibt es nicht mehr, da die Radhersteller mittlerweile ganz andere Systeme verwenden und ein großer Batteriehersteller insolvent ist. Die Lebensdauer einer E-Bike-Batterie ist ca. 7 bis 10 Jahre. Und dann?
Begründung
Unterzeichnen Sie diese Petition um den Druck auf die Autokonzerne, die Medien und die Politik zu erhöhen, neben den Vorteilen der Elektroautomobile auch deren Nachteile zu kommunizieren. Alle Elektroautointeressierten sollen für ihre Kaufentscheidung eine möglichst gute Informationsgrundlage haben.