In aktuellen Entwürfen für den Unterricht planen Bildungsministerien Schüler*innen für Themen der sexuellen Vielfalt zu sensibilisieren. Dagegen formieren sich seit 2014 Gegenproteste sogenannter "Besorgter Eltern".

Dies ist eine Unterstützungskampagne gegenüber den Plänen der Bildungsministerien und gegen die Angstmacherei reaktionärer-konservativer Gesellschaftsschichten, die Intoleranz predigen und sich dabei eines Pegida- bzw. AfD-Duktus bedienen.

Sensibilisierungskampagnen der Schulen haben nicht das Ziel; Homosexualität als einzigen möglichen Lebensentwurf zu indoktrinieren, sondern zu Toleranz zu erziehen, die uns durch konservative, urreligiöse Fundamentalistik abhanden gekommen ist. Es ist in keinster Weise erwiesen, dass eine Sensibilisierung gegenüber sexueller Vielfalt Kinder und Jugendliche beeinträchtigt, noch dem gesellschaftlichen Frieden abträglich ist. Diese Petition dient dazu, die Schulen dabei zu unterstützen ihrem Erziehungsauftrag den Kindern und Jugendlichen gegenüber als verantwortungsbewusste, reflektierte Staatsbürger nach zu kommen.

Begründung

Seit etwa 2014 rufen verschiedene Vereine unter dem Motto "Rettet unsere Kinder" und "Besorgte Eltern" teilweise mit Demonstrationen dazu auf eine progressive Sexualkunde in Schulen zu verhindern.

In diesen Entwürfen sollen Kinder und Jugendliche neben der regulären Sexualkunde auch dafür sensibilisiert werden; das Homosexualität oder Transsexualität als natürliche Ausdrucksform menschlicher Sexualität möglich sind und keineswegs marginalisiert oder verachtet gehören. Dabei ist der Hintergrund recht simpel: Er soll Jugendliche mit den Vorurteilen und dem Rechtfertigungsdruck konfrontieren, denen normalerweise Schwule und Lesben ausgesetzt sind. Nicht Umerziehung, sondern Empathie ist das Ziel.

Kernpunkt der Gegenargumentation ist die Herausstellung eines traditionellen Familienbildes als einziges mögliches Model für eine "glückliche Familie" und eine "glückliche Kindheit".

Keiner der Protagonisten auf dieser Seite würde wohl Homosexualität offen verurteilen. Auf der Homepage der Bewegung finden sich aber Sätze, die nicht so recht dazu passen wollen. In einem Beitrag wehren sich die "Besorgten Eltern" gegen die Gender-Theorie - denn diese Lehre "unterstellt, dass jede sexuelle Orientierung gleichwertig ist und von der Gesellschaft akzeptiert werden muss". Das erinnert an Pegida-Anhänger, die gegen die "Islamisierung" kämpfen und gleichzeitig betonen, nichts gegen Muslime zu haben. Spricht die Gruppierung von ihren Gegnern, ist die Rede von "linksradikalen Gegendemonstranten der Antifa, Gründe, SPD u.v.a."

Es ist davon auszugehen, dass die Elternaktivisten den Aufklärungsunterricht ganz bewusst missverstehen. Ein guter Sexualkundeunterricht greift die Themen auf, die im Alltag der Kinder und Jugendlichen eine Rolle spielen. Es ist hanebüchen, so zu tun, als wäre er damit eine Werbeveranstaltung für Pornografie und homosexuellen Lebensstil.

Auf ihren Demonstrationen lassen die "Besorgten Eltern" wiederum Aktivisten mit fragwürdigem Hintergrund sprechen. Bei einer Kundgebung in Köln im vergangenen Jahr etwa trat Béatrice Bourges auf, eine der Mitinitiatoren der Massenproteste gegen die Homo-Ehe in Frankreich vor zwei Jahren. Das französische Organisationsteam hatte sie rausgeworfen, weil sie selbst den Homo-Kritikern zu militant wurde. In Köln dagegen darf sie den "Besorgten Eltern" Mut machen: "Die Wahrheit wird siegen", sagt sie auf Französisch. Aus Belgien spricht der Vorsitzende des christlichen Vereins Civitas, der sich für die traditionelle Familie starkmacht und der rechtskatholischen Pius-Bruderschaft nahesteht. Der fabuliert auf der Demo, dass es beim Sexualkundeunterricht um einen "Kampf zwischen Christus und Teufel" gehe. Man befinde sich in einer "Diktatur", in der der Staat Kinder in seine Gewalt bringe, "um ihre Seelen zu beschmutzen". Die Liste lässt sich fortsetzen.

Die Bewegung "Besorgter Eltern" führt somit keine Argumentation, welche das Kindeswohl in besonderer Weise berücksichtigt, sondern eine unterschwellige Agenda gegen Homosexualität. Dies zu verstehen verlangt, sich gegenüber der Sichtweise homosexueller, transsexueller etc. - Menschen zu sensibilisieren. Solange Toleranz in der deutschen Gegenwartsgesellschaft nur ein Lippenbekenntnis bleibt und der Satz "Ich habe nicht's gegen Homosexuelle, aber ich finde es befremdlich wenn sich Männer küssen." zum latenten, kollektiven Gedankengut der Menschen gehört, solange gleichgeschlechtliche Ehepaare nicht kirchlich getraut werden dürfen, solange der Terminus "schwul" als abwertendes Adjektiv gilt, solange andere Ausprägungen von Sexualität nicht als Selbstverständlichkeit, sondern als Kuriosität wahrgenommen werden, solange ein Coming-Out in der Schule zum Spießrutenlauf wird, ist nicht von Toleranz im eigentlichen Sinne auszugehen. Das Klima und das Miteinander einer Gesellschaft bemisst sich darin, wie wir mit den marginalisierten Schichten umgehen. Ansonsten bleibt der Satz; "Ich engagiere mich für meine Mitmenschen, aber nur für die, deren Werthaltung ich teile." - ein bloßer Hohn. Insofern betrifft das Thema Toleranz uns alle und es ist nicht zu akzeptieren, dass ein reaktionäre Bewegung die Deutungshoheit über den Schulunterricht gewinnt. Es darf gegenüber der Intoleranz keine Toleranz gepflegt werden.

Deshalb müssen die Entwürfe der Bildungsministerien unterstützt werden. Nicht um eine homosexuelle Bekehrung durchzuführen. Aber um Toleranz zu pflegen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Rudolf Bede aus Winterbach
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Pro

Was unerhört Perverses erlaubst du dir, @Rudolf Bede, Dir Sexuell-Genehm-PERVERSES an Kindergärten und Schulen heranzutragen. BIST DU KRANK !?

Contra

Noch kein CONTRA Argument.

Warum Menschen unterscheiben

  • Nicht öffentlich Sasbachwalden

    am 17.02.2018

    Ohne Aufklärung kann keine Normalität und Toleranz eintreten.

  • Jonas Fischer Tübingen

    am 17.02.2018

    Weil es um differenzierte Erziehung geht.

  • am 17.02.2018

    Da mir eine auf Toleranz basierende Gesellschaft ein wichtiges Anliegen ist.

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