Am Freitag, dem 2. März 2018, berichtete die Freie Presse erstmals über die Pläne von Finanz- und Kultusministerium, die Stundentafeln der sächsischen Gymnasien in den zweiten Fremdsprachen, in Kunst, Musik und Sport kürzen zu wollen.

Die Empörung in den Lehrerzimmern war riesig, Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaften gaben prompt Stellungnahmen in den Medien ab und schnell formierte sich erster Widerstand. Eine Petition des Sportlehrerverbandes Sachsen erhielt innerhalb von zwei Tagen über 16.000 Unterschriften.

Ein gutes Jahr nach der Nacht- und Nebel-Oberstufenreform der damaligen Kultusministerin Brunhild Kurth und der Quasi-Abschaffung der Zweiten Fremdsprachen in der Oberstufe vieler sächsischer Gymnasien, wäre eine Reduktion der Stundentafel in der 6. Klasse der zweite herbe Schlag gegen diese Fächergruppe und gegen die zahlreichen engagierten Kolleginnen und Kollegen.

Nur mit Kopfschütteln und Unverständnis wurde dabei der Versuch des SMK aufgenommen, die Kürzungspläne mit Entlastungen für die Schülerinnen und Schüler zu verkaufen. Nach Jahren der verfehlten Personalpolitik im Kultusministerium, den Verwirrungen und dem Hin und Her der letzten Monate ist der „positive Nebeneffekt“ der geplanten Reduktion der Stundentafeln nur zu offensichtlich. Weniger Unterricht heißt weniger Lehrer und bei hunderten neuen Quereinsteigern und unzähligen offenen Lehrerstellen – allein zum Schulhalbjahr 2017/18 in Sachsen – wird diese kleine zukünftige Entspannung der Personalsituation nur zu gern angenommen.

Begründung

Unsere Schülerinnen und Schüler brauchen neben Englisch auch Kenntnisse in anderen Sprachen und Kulturen, um sich in einer globalisierten Welt zurechtzufinden und den europäischen Gedanken auch in Zukunft zu leben. Zurecht fordern die Lehrpläne den Aufbau einer “interkulturellen kommunikativen Kompetenz”. Dieses wichtige Lernziel der Zweiten Fremdsprachen aber ist in Gefahr.

Der Landesverband Sachsen im Deutschen Spanischlehrerverband sowie der Landesverband Sachsen der Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer e. V. fordern die Landesregierung auf, ihre Kürzungspläne für die Stundentafeln der Zweiten Fremdsprache zurückzunehmen. Zukünftige Anpassungen sollten grundsätzlich im Vorfeld mit den Betroffenen, also Vertretern der Schüler, Lehrer, Eltern und Verbände diskutiert werden, um ein tragfähiges Gesamtkonzept zu erarbeiten. Das Ziel muss dabei stets sein, die schulische Bildung in Sachsen zu verbessern und nicht durch kurzfristigen Sparwillen, langjährige Erfolge und erreichte Qualität aufs Spiel zu setzen.

Helfen Sie uns, unseren Unmut zum Ausdruck zu bringen und den Druck auf Staatsminister Piwarz und die Landesregierung von Herrn Kretschmer zu erhöhen.

Wir danken Ihnen im Namen unserer Mitglieder und im Namen der vielen Schülerinnen und Schüler, die in Sachsen eine Zweite Fremdsprache lernen.

Ingo Klähnhammer
Landesvorsitzender Sachsen im Deutschen Spanischlehrerverband
Gymnasium St. Augustin zu Grimma

Hannes Toense
Landesvorsitzender Sachsen der Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer e. V.
Max-Klinger-Schule, Gymnasium der Stadt Leipzig

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Pro

Ich habe in der Schule drei Fremdsprachen gelernt. Davon profitiere ich heute weit mehr als von dem Wissen aus dem Physik- und Chemieunterricht. Bei Bewerbungen merke ich: Ohne zweite Fremdsprache geht gar nichts, ohne dritte ist man im Nachteil. Wie man aus den Neurowissenschaften weiß, formt sich das Gehirn bei wenigen Prozessen so stark wie beim Sprachenlernen. Zukünftigen Schülern sollte man daher die Reduktion von kognitiver Bildung und Arbeitsmarktwert ersparen.

Contra

Ihre Petition ist sicher nicht unberechtigt - trotz allem: als Nummer Eins auf der To - Do - Liste der sächsischen / mitteldeutschen Lehrerschaft betrachte ich die fächerübergreifende Aufgabe, ihren Schülern eine gute DEUTSCHE Grammatik / Rechtschreibung beizubringen!! - ein Blick in die sozialen Netzwerke genügt...