Die Stadt Marburg plant eine Vielzahl von Gebühren und Beitragserhöhungen aufgrund einer von ihnen prognostizierten Schieflage des Haushalts im Jahr 2017. Darunter eine Erhöhung der Betreuungskosten in allen Bereichen der Krippen-/ Vorschul- / und Schulbetreuung. Die Grenze der finanziellen Belastbarkeit von vielen Familien ist erreicht! Argumente gegen die Gebührenerhöhung im Kita/Hort/Tagespflege Bereich: Ziele unserer Gesellschaft, und somit von der Politik, müssen Gleichberechtigung, Integration und Stabilisierung und Unterstützung von Familien und Kinder sein. Schon jetzt müssen Eltern pro Kind Kosten im Wert eines Einfamilienhauses einplanen. Dabei sind es diese Kinder, die unser aller Rente zahlen müssen. Deswegen können wir die Eltern nicht auch noch mit steigenden Betreuungskosten belasten, sondern die Gesellschaft als Ganzes muss diese Kosten tragen, ebenso wie bei der Schulbildung auch. Weil Kinder und deren Bildung im Interesse der ganzen Gesellschaft sind und weil die Frage danach, ob man Kinder bekommen möchte, nicht zu der Frage werden darf, ob man sich (mehr) Kinder leisten kann!

Begründung

Die Betreuungskosten sind bereits jetzt vielleicht der größte Posten in der Kalkulation Kind. Werden diese erhöht, wird ein finanzieller Anreiz dafür gesetzt, dass der geringer verdienende Elternteil – was noch immer meistens die Frau ist - seine Berufstätigkeit aufgibt und die Kinder selber Zuhause betreut. Das wirkt der Gleichberechtigung von Frau und Mann einer geschlechtlichen Gleichberechtigung entgegen und verfestigt wieder alte Rollenbilder von der Frau, welche die Familienarbeit zu leisten hat (unbezahlt) und dem Mann, welcher einer „richtigen“ Erwerbstätigkeit nachgeht. Es sollte jeder Familie selbst überlassen sein, ob beide Eltern arbeiten wollen. Es darf kein finanzieller Anreiz gesetzt werden, dass Frauen, auch wenn sie dies eigentlich nicht wollen, mit den Kindern Zuhause bleiben! Gerade in Marburg stehen junge Familien enormen finanziellen Herausforderungen gegenüber: Das Lohnniveau ist gegenüber vielen anderen Landkreisen in Hessen niedrig, dafür sind die Lebenshaltungskosten – allen voran die Mietpreise – in Marburg vergleichsweise sehr hoch und steigen weiter an. Unsere Forderungen an das Stadtparlament und Hr. Dr. Spiess Oberbürgermeister: Wir fordern von der Gebührenerhöhung abzusehen und andere Lösungen zu finden, um die Stadtkasse zu entlasten. Wir wollen mit unserer Unterschrift auch nachdrücklich an das Versprechen der SPD vor der Wahl von gebührenfreien Kitas erinnern und fordern die Abschaffung der Kindergartengebühren und der Gebühren für Schulbetreuungen! Wir wünschen uns deswegen Unterstützung von den Kommunalpolitikern, indem sie diese von den Landespolitikern einfordern. Eine Petition ist schon auf den Weg gebracht! Der Länder Finanzausgleich ist durch und es wird Zeit Herrn Bouffier an sein Versprechen zu erinnern!

Wir fordern, dass die Politik nicht ein kostenfreies Bildungswesen mit Krippenplatzgarantie und Entlastung von Familien propagiert und trotzdem die Eltern mit stetig höheren Kosten konfrontiert!

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