Die vom Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft zur Diskussion veröffentlichten Papiere zur Hochschulstrukturplanung sehen die Schließung mehrerer Institute, unter anderem die des Institutes für Psychologie, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vor. Bis 2025 sollen insgesamt 25 Mio. € eingespart werden. Ohne sinnvolle Begründung wurden die Einstellungen der Studienfachrichtungen Psychologie, Informatik, Sport- und Geowissenschaften, sowie der Medien- und Kommunikationswissenschaften vorgeschlagen. Außerdem soll die Existenz weiterer kleinerer Fächer auch auf der Kippe stehen. Über 3.000 begehrte Studienplätze stünden damit auf dem Spiel!

Laut Ministerium würde die Schließung der Bachelor- und Masterstudiengänge Psychologie eine Einsparung von lediglich 320.000 Euro bedeuten. Mit diesem, im Verhältnis zum Gesamt-einsparvolumen von 25 Millionen Euro, geringen Einsparpotenzial kann das Ministerium für die Stadt Halle und für das Land Sachsen Anhalt maximalen Schaden anrichten.

Begründung

Die Vorschläge zur Schließung wurden laut der Papiere auf Empfehlung des wissenschaftlichen Beirates der MLU getroffen. Dieser schlug allerdings den Ausbau des Institutes für Psychologie vor und nicht etwa dessen willkürliche Schließung! Unser Institut ist unter anderem auch maßgeblich an der Ausbildung von Lehramtsstudierenden oder Wirtschaftswissenschaftlern beteiligt. Außerdem gibt es sehr viele Studenten, die Psychologie als Nebenfach mit 60LP belegen. Wenn man die hierfür benötigten Professuren um 2- 3 weitere Stellen aufstockt, sollte es kein Problem sein, auch einen vollständigen Studiengang für Psychologie aufrechterhalten zu können. Das Profil des beliebten Studienganges ist forschungsorientiert und besonders auf die angewandte Verhaltenspsychologie in Kognitions-, pädagogischer, klinischer und Wirtschaftspsychologie ausgerichtet. Dieses anwendungsorientierte Profil weist kein anderer Studiengang der Psychologie in Sachsen- Anhalt auf und muss daher unbedingt erhalten bleiben!

Deutschlandweit leben die meisten Menschen mit Alkoholerkrankungen in Sachsen- Anhalt. Auf 100.000 Männer zwischen 25 und 45 Jahren kamen allein im Jahr 2011 693 stationär behandelte Patienten, wohingegen es bundesweit 543 Behandelte waren. Die Anzahl an psychisch Kranken steigt von Jahr zu Jahr an, trotzdem erreicht die Anzahl der Psychotherapeuten im deutschlandweiten Vergleich nur den halben Wert. Auch die Suizidrate ist in Sachsen- Anhalt am höchsten. 2009 kamen auf 100.000 Einwohner 15 Selbsttötungen (deutschlandweit hingegen 11). Mit der Schließung unseres Institutes ist auch die Existenz der Hochschulambulamz bedroht, die erheblich zur psychotherapeutischen Versorgung Halles beiträgt. Die Schließung unseres Institutes würde zu einer Verschlechterung der Versorgung psychisch Erkrankter führen. Quelle: www.3sat.de/page/?source=/nano/medizin/171843/index.html

In Sachsen- Anhalt herrscht des Weiteren ein großer Mangel an arbeitspsychologischen Mit-arbeitern, da es kaum Absolventen anderer Bundesländer in die ländlichen Gebiete zieht. Nur in Halle werden Psychologen mit den qualifizierenden Kenntnissen der Arbeits- und Organisationspsychologie ausgebildet, um in den Betrieben entsprechende arbeitspsychologische Maßnahmen durchführen zu können. Fällt der hiesige Standort der Ausbildung weg, so wird die Abwanderung ansässiger Interessenten in andere Bundesländer sehr hoch sein. Die Prävention von durch Fehlbeanspruchung am Arbeitsplatz ausgelöster psychischer Störungen kann dadurch nicht ausreichend gewährleistet werden und die Anzahl von Erkrankter wird weiter zunehmen. www.verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MS/MS/Arbeitsschutz/abschlussberichtpsychischebBelastungen.pdf

Der Senat der Universität lehnte die Schließung von Studiengängen bereits ab, nun liegt es am Rektorat, eine Entscheidung über das Schicksal unserer Institute zu fällen.

Wir fordern den Landtag Sachsen- Anhalts, das Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft Sachsen- Anhalts und das Rektorat der MLU Halle-Wittenberg dazu auf, die geplanten Kürzungen und die Einstellungen der Studiengänge Psychologie, Informatik, Sport- und Geowissenschaften, sowie der Medien- und Kommunikationswissenschaften und den kleineren Fächern, wie z.B. Sprechwissenschaften, zu unterlassen! Denn was wäre Halle ohne seine Studenten?!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Mareike Thomas aus Merseburg
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Neuigkeiten

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    Wir bedanken uns herzlich für Ihr Engagement und die Unterstützung,
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  • Liebe Unterstützerinnen und Ünterstützer,

    seit dem Start der Petition sind nun einige Monate vergangen. Letztes Jahr übergaben wir sie an den Rektoren der Martin-Luther-Universität, Prof. Dr. Sträter.
    Nachdem der neue Hochschulstrukturplan veröffentlicht wurde und nun statt von einer Schließung von einer Neuordnung des Institutes für Psychologie die Rede ist, die aber ebenfalls als Synonym zu einer Schließung gesehen werden kann,
    werden wir am Donnerstag, dem 29.01.2015 um 09:30 Uhr unsere Petition an den Landtag übergeben.
    Dort soll sie dann vom Petitionsausschuss geprüft werden und wird hoffentlich den Politikern Sachsen-Anhalt die Augen öffnen.


    Über weitere Entwicklungen werden wir auf dem Laufenden halten!


    Liebe Grüße,

    Mareike Thomas im Namen der Aktionsgruppe Psychologie

  • Liebe Unterstützer_innen,

    Am Mittwoch, den 17.09.2014, wurde unsere Petition von den Studenten und Dozenten des Institutes für Psychologie an den Rektoren Prof. Dr. Udo Sträter der Universität übergeben.
    Unterstützt wurden wir dabei von Frau Prof. Dr. Dalbert, der Fraktionsvorsitzenden in Sachsen-Anhalt von Bündnis 90/ Die Grünen. Auch die Geowissenschaftler, die ebenfalls von einer Schließung bedroht sind, übergaben ihre Petition.

    Rektor Sträter versicherte, dass in der Senatssitzungen am 08.10.2014 ein überraschendes Konzept vorgelegt werden wird. Wir hoffen natürlich, dass dieses von Schließungen von Instituten absehen wird.

    Genauere Informationen können der MZ entnommen werden:
    www.mz-web.de/startseite/psychologie-und-geografie-in-halle-die-angst-vor-der-depression,20639998,28450158.html


    Mit freundlichen Grüßen,

    Mareike Thomas im Namen der Aktionsgruppe Psychologie

Pro

Ohne Psychotherapie gibt es aktuell keine adäquate Alternative in der Auswahl der Heilmethoden durch Ärzte und Patienten. Nonresponder bekommen dann Probleme! Zudem erschweren EU-Gesetze gegen Naturheilverfahren die Selbsthilfe psychisch erkrankter ebenfalls. Ärzte dürfen diese Hinweise jedoch bereits nicht mehr auf grüne Rezepte schreiben. Zudem steigen die Zahlen psychische Erkrankungen und Tinnitus aufgrund verstärkter Funkverbreitung dramatisch an. Mit jedem neuen Handy und Funkmast stärker! Ebenfalls mit jedem neuen DECT-Gerät. Psychologie muss bleiben!

Contra

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