Es darf nicht sein, dass Nachbarn eines zu Unrecht verfolgten bzw. durch anonyme Strafanzeige vorläufig festgenommenen und mit HD belasteten Mitbewohner, Diskriminierung, Mobbing, Hetze und Vertreibung durch eine Unterschriftenaktion voranbringen. Das Land Baden-Württemberg und die Stadt Freiburg sowie verantwortlichen Behörden und Stellen dürfen "Holger M." nicht in Stich lassen.

"Es war nur ein Verdacht Fall Armani: Holger M. geriet kurz ins Visier der Ermittler – das hat für ihn nun Folgen. Er kenne den Mörder des achtjährigen Armani. Das erklärte ein anonymer Informant und sprach einen Namen, eine Adresse auf das Band der Hotline der Polizei. Holger M., so der Anrufer, habe sich ihm gegenüber als Täter geoutet. Die Kripo rückte aus. Der Beschuldigte wurde in Gewahrsam genommen, seine Wohnung durchsucht. Das bekamen Nachbarn mit. Sie wollen Holger M. nun nicht mehr in dem Mehrfamilienhaus haben. Dabei ist klar: Der Hinweis war falsch. M. wurde von den Ermittlern entlastet. Zurück in seine Wohnung kann er trotzdem nicht mehr. Holger M., der in Wirklichkeit nicht so heißt, ist buchstäblich aus Freiburg geflohen. Vor falschen Verdächtigungen, vor angedrohter Gewalt, vor der Unterschriftensammlung der Nachbarn. Er erzählt seine Geschichte an einem sonnigen Mittag in einem Café nahe dem Barfüsserplatz in Basel. In der Schweizer Grenzstadt lebt Holger M. nun, vorübergehend. "Ich stehe vor dem Nichts", sagt er. Zurück nach Freiburg, in seinen Stadtteil, in seine Wohnung zu gehen, das sei zu gefährlich. Das sage selbst die Polizei. Er hofft, dass die Freiburger Stadtbau eine neue Bleibe für ihn findet. Die kleine Existenz, die sich der Hartz-IV-Empfänger aufgebaut hat, liegt in Trümmern. Am Montagmorgen vor zwei Wochen fand ein Spaziergänger die Leiche des getöteten Armani am Mühlbach in Betzenhausen. Am Tag drauf saß Holger M. in seiner Wohnung. Computer und Fernseher liefen. Gegen 16.30 Uhr klingelte es an der Tür. Der 51-Jährige schaute durch den Türspion. Der wurde auf der Gegenseite mit einem Finger zugehalten. Da schwante Holger M. schon, dass sich kein gewöhnlicher Besuch ankündigte. Er öffnete die Tür. Acht Polizisten in Zivil stürmten in die kleine Wohnung. "Sie drückten mich gegen die Wand, legten mir den Achter an", erklärt der Betroffene. Immerhin werden ihm die Handschellen bald wieder abgenommen, als er sich kooperativ zeigt. Holger M. ist polizeibekannt. Die Kripo hatte ihn aber im Fall Armani nicht auf dem Radar. Das änderte sich mit dem detaillierten anonymen Hinweis. "Es ist klar, dass die lostigern, wenn ihnen jemand einen Namen und eine Adresse nennt", meint er. Er will den Ermittlern keinen Vorwurf machen. Er meint nur: "Sie hätten vielleicht ein bisschen diskreter vorgehen können." Die Kriminalbeamten nahmen Holger M. mit zum Verhör. Am nächsten Tag stellten sie bei der Hausdurchsuchung seine Wohnung auf den Kopf. PC, Tablet-Computer, den großen Fernseher nahmen sie mit zur Spurensicherung. Dazu auch Bettwäsche, Schmutzwäsche und das im Hof geparkte Motorrad. Holger M. hatte jenes Wochenende mit zwei Kumpels verbracht. Als Alibi war das maximal mittelprächtig, das wusste er selbst. Einer seiner Bekannten wohnt ganz in der Nähe jenes Spielplatzes, auf dem der Junge zum letzten Mal gesehen wurde. Und die drei Männer waren an jenem Samstag im Media-Markt in Haslach, in dem sich auch Armani oft aufgehalten haben soll. Bei all diesen Zufällen bekam Holger M. dann doch Nervenflattern. "Ich bin nicht Ulvi", erklärte er den Ermittlern in Anspielung auf einen vermeintlichen Kindsmörder in Franken, der vor kurzem nach 13 Jahren Gefängnis frei gesprochen wurde. Auch der Kumpel von Holger M. wurde verhört, Hausdurchsuchung inklusive. Nur eine Nacht verbrachte M. in Gewahrsam der Polizei. Am nächsten Tag stellte sich schnell seine Unschuld heraus. "Wir ermitteln nicht mehr gegen ihn", erklärt Polizeisprecherin Laura Riske. Gesucht wird nun nach dem anonymen Anrufer, der mit der falschen Verdächtigung eine Straftat begangen hat. Holger M. grübelt, wer ihm das angetan haben könnte. Das größte Problem ist: Die Nachbarn haben mitbekommen, wie er abgeführt wurde. Die Stimmung kochte schnell hoch, es gab böse Worte. M. wurde körperliche Gewalt angedroht. Darüber haben ihn die Ermittler informiert. Nur unter Polizeischutz konnte er noch einmal in die Wohnung zurück, um ein paar Sachen zu holen. Die erste Nacht brachte ihn die Kripo in einem Hotel unter. Für weitere Nächte gab es kein Budget der Fahnder. Zum Glück gewährte der Bekannte in Basel ihm fürs Erste Obdach. Die Stadtbau bestätigt, dass es die Unterschriftenliste gibt. Gegen deren Urheber hat Holger M. Anzeige erstattet. Die Stadtbau will sich zu dem Fall insgesamt nicht näher äußern: "Wir versuchen für alle Beteiligten eine sozial verträglich Lösung zu finden", sagt Stadtbau-Sprecher René Derjung nur. Ein Satz, den Holger M. erleichtert registriert." Badische Zeitung am 07.08.2014 mehr.bz/7v7

Reason

Mobbing, Verleumdung, Vertreibung, Selbst- und Lynchjustiz darf es in Deutschland nicht geben.

Betrifft: *polizeibekannt": Und gerade weil Holger M. polizeibekannt ist, war die Vorgehensweise der Ermittlungsbehörden (KriPo, StA ) völlig ausser Verhältnis. Wie die KriPo schon einräumte, er war vor der anonymen Anzeige nicht auf dem Plan. Daher stehen auch das Land Baden-Württemberg und die Stadt Freiburg in der Pflicht.

Thank you for your support, Holger Meier from Freiburg
Question to the initiator

News

  • Liebe Unterstützende,
    der Petent oder die Petentin hat innerhalb der letzten 12 Monate nach Ende der Unterschriftensammlung keine Neuigkeiten erstellt und den Status nicht geändert. openPetition geht davon aus, dass die Petition nicht eingereicht oder übergeben wurde.

    Wir bedanken uns herzlich für Ihr Engagement und die Unterstützung,
    Ihr openPetition-Team

pro

Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass wir in Deutschland in einem zivilisierten Land leben, wobei sich bei mir bei den in letzter Zeit häufenden Fällen von Mobbing und Selbstjustiz doch einige Zweifel regen. Aber ist der Mob erst mal, vor allem auch durch unverantwortliche Medien, aufgehetzt, setzt der Verstand noch mehr aus. Eigentlich müssten sich die Initiatoren der Unterschriftenliste und die Aggressoren der Hausbewohner, da sie jetzt durch die Medien die Unschuld von Holger M. mitbekommen haben sollten, in Grund und Boden schämen und sollten einmal darüber in sich kehren, was sie da ang

contra

Die Initiatorin der Unterschriftenliste zur Vertreibung des "Holger M." muss es unterlassen weitere Hetz- und Vertreibungsaktivitäten zu betreiben.