In der Sitzung des Bundesrats am 26. Februar 2016 hat das Land Hessen einen Antrag für eine Bundesratsinitiative eingebracht, die ein Haltungsverbot von Wildtieren in Zirkusbetrieben zum Ziel hat. Wir bitten die Bundesregierung und den Bundestag inständig darum, derartigen Verbotsvorhaben eine Absage zu erteilen und dem Zirkus mit Tieren eine Zukunft zu geben.

Bereits 2011 wurde ein Verbotsantrag im Bundesrat abgelehnt mit der Begründung, er stelle einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Berufsfreiheit von Tierlehrern dar. Es konnten keine stichhaltigen Belege für ein angebliches Leiden von Zirkustieren vorgebracht werden. Die Faktenlage hat sich seitdem nicht geändert. Im Gegenteil: Immer mehr Studien belegen, dass bei guten Haltungsstandards auch Wildtiere im Zirkus verhaltensgerecht gehalten werden können. Die Rechtslage bietet nach Einführung des Zirkuszentralregisters mehr Kontrollmöglichkeiten denn je.

Der Zirkus mit seiner Tiervielfalt ist ein erhaltenswertes Kulturgut. Wir fordern, dass auch künftige Generationen noch die Möglichkeit haben, Tiere im Zirkus hautnah zu erleben. Dass beste Haltungsstandards hierfür die Voraussetzung sind, ist für Tierlehrer eine Selbstverständlichkeit. Sie sorgen ein Leben lang mit großem Sachverstand und Hingabe für ihre Tiere und sehen sich dennoch immer wieder Anfeindungen und existenzbedrohenden Verbotsforderungen ausgesetzt.

Auf Grundlage der nachfolgenden Argumente ist unser Anliegen an die Bundesregierung, die Bundesratsinitiative „Entschließung des Bundesrats zum Verbot der Haltung bestimmter wild lebender Tierarten im Zirkus“ abzulehnen.

Weitere Informationen zu unseren Anliegen und Argumenten finden Sie unter:

www.berufsverband-der-tierlehrer.de www.tiere-gehoeren-zum-circus.de

Indoklás:

1) Zirkusse bieten gute Haltungsbedingungen

Die Haltung in großflächigen Freigehegen ist heute Standard. Auf die Bedürfnisse der jeweiligen Tierart zugeschnitten werden die Gehege z.B. mit Ästen und Baumstämmen (Elefanten), Bademöglichkeiten (Raubkatzen) oder Sandbädern (Nashörner) ausgestattet.

Der Wechsel des Gastspielorts bietet den Tieren immer wieder neue Reize. Transporte werden so kurz wie möglich gehalten. Sie stellen keine Stresssituationen dar, da sie im gewohnten Umfeld des Transportwagens stattfinden, den die Tiere als sicheren Rückzugsort empfinden und absolut freiwillig betreten. Dies ist durch wissenschaftliche Untersuchungen des Verhaltensforschers Dr. Immanuel Birmelin belegt.

2) Verbotsforderungen haben keine wissenschaftliche Grundlage

Als Voraussetzung für ein Haltungsverbot von Tierarten fordert der Gesetzgeber den Nachweis erheblicher Leiden der Tiere. Die Bewertung des Tierwohls in Zirkusbetrieben war Gegenstand zahlreicher Studien. In einer zusammenfassenden Bewertung kam zuletzt der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags zu dem Schluss: „Trotz umfassender Recherche konnten keine unabhängige Studien gefunden werden, die belegen, dass es sich bei der Haltung von ,,Wildtieren" im Zirkus nicht nur in Einzelfällen um Tierquälerei handelt bzw. das Wohl der Tiere beeinträchtigt ist.“ (Sachstand Wildtierhaltung im Zirkus, Deutscher Bundestag 123/15)

3) Zirkustierhaltung ist bereits effektiv reguliert

Für die Tierhaltung im Zirkus existieren in Deutschland Leitlinien, die von einem Expertengremium entwickelt und vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft herausgegeben wurden. Ihre Einhaltung wird in jedem Gastspielort kontrolliert. Keine Form der Tierhaltung unterliegt so häufigen Kontrollen wie die im Zirkus. Ein vor wenigen Jahren eingeführtes Zirkuszentralregister macht die Kontrollmechanismen noch effektiver.

Tierlehrer müssen zudem von den Behörden ausgestellte Eignungsnachweise nach §11 Tierschutzgesetz erbringen. Mit ihrer oft über Generationen weitergegebenen Erfahrung sind sie Experten für die Bedürfnisse ihrer Tiere.

4) Ausbildung fördert die Tiere

Die in der Manege gezeigten Darbietungen sind den natürlichen Verhaltensweisen der Tiere entlehnt und werden mit viel Geduld und den Methoden der humanen Tierausbildung vermittelt. Sie basiert nicht etwa auf Zwang und Gewalt, sondern auf einem engen Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier.

Ausbildung und Vorstellung stellen für die Tiere ein Reiz- und Beschäftigungsangebot dar, das zu ihrer geistigen und körperlichen Fitness beiträgt.

5) Zirkustiere sind an den Menschen gewöhnt

Im Zirkus lebende Wildtiere sind die Nähe zum Menschen von klein auf gewohnt. Sie zeigen bei guter Haltung keinerlei Anzeichen von Stress oder Unbehagen, wie Verhaltensforscher bestätigen. Im Gegenteil bieten sie Verhaltensweisen an, die auf eine enge emotionale Bindung an den Tierlehrer schließen lassen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Jana Lacey-Krone -ból,-ből,-ról,-ről München
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  • Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Circusfreunde,

    Sie gehören zu rund 35.000 Unterstützern des Circus mit Tieren, die unsere Petition gegen ein Wildtierverbot unterzeichnet haben. 35.000 Circusliebhaber haben zumeist direkt vor Ort in den beteiligten Unternehmen unterschrieben, wo sie sich zuvor von einer einwandfreien Tierhaltung überzeugen konnten. Dafür möchte ich mich bei Ihnen im aller Tierlehrer recht herzlich bedanken. Tierdarbietungen haben eine Zukunft im Circus und sind alles andere als unzeitgemäß. Darin bestärkt uns Ihre Unterstützung, wie auch immer mehr Expertenmeinungen. So hat auch der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags kürzlich festgestellt, dass es keinerlei Belege dafür gebe, dass es Tieren im Circus schlecht ginge.

    Wir haben also gute Argumente auf unserer Seite und sind zuversichtlich, damit ein bundesweites Wildtierverbot abwenden zu können. Gleichzeitig erlassen jedoch immer mehr Kommunen willkürliche Wildtierverbote für Circusunternehmen. Tierrechtsorganisationen wie PETA werben ganz offensiv für solche Verbote, die letztendlich den Tieren schaden, wenn es immer weniger geeignete Circusplätze gibt.

    Unser Einsatz gegen Wildtierverbote geht daher weiter und wir freuen uns über jede Unterstützung. Wenn in Ihrer Stadt über ein Wildtierverbot diskutiert wird, gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten. Leserbriefe, Gespräche mit Kommunalpolitikern oder schlicht positive Worte im Bekanntenkreis gehören dazu. All dies hilft, den Circus mit seinen Tieren zu erhalten.

    Herzliche Grüße,

    Jana Lacey-Krone

    Weitere Informationen finden Sie unter:

    Lacey Fund: www.lacey-fund.de

    Aktionsbündnis „Tiere gehören zum Circus“: www.tiere-gehoeren-zum-circus.de

Pro

Eines fiel mir auf, als ich mit Tierrechtlern diskutierte ebenso wie bei einem politischen Symposium, bei dem ich als Zuhörer teilnahm: Nämlich, dass die Kritiker von Tiervorführungen den Zirkus aus unmittelbarem Erleben oftmals gar nicht kennen. Argumentiert wird aus dem Bauch heraus. An die Zirkuskritiker beim Symposium wurde die Frage gerichtet: Wann waren Sie das letzte Mal in einem Zirkus? "Mit fünf" - "Irgendwann als Kind" - "Da brauch ich nicht hin, das weiß ich so". Diese Antworten zeigten mir, wie sehr die Kritik auf Unwissenheit basiert. So ist das allenthalben!

Kontra

Tiere mögen eine Tradition im Zirkusbereich haben. Das macht die Haltungsbedingungen dort aber nicht besser und schon gar nicht artgerecht. Beklatscht wird doch sowieso die Leistung der Dompteure, die den Tieren beigebracht haben, Männchen zu machen. Mit guter Unterhaltung hat das m.E. nichts zu tun. Nicht zu dem Preis, den die Tiere oft zahlen (speziell in Kleinzirkussen).