Der Petent fordert, ein klares Bekenntnis zur Aussöhnung mit dem Judentum in das Grundgesetz aufzunehmen.

Reason

Am heutigen 27. Januar 2015 jährt sich zum 70. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, das zum Symbol für das größte und grauenvollste Verbrechen der Menschheitsgeschichte, die Schoah, wurde. Man hatte gehofft, dass die Menschen aus dieser Erfahrung lernen würden.Doch gerade in den letzten Jahren, Monaten und Wochen zeigte sich in Deutschland und seinen europäischen Nachbarländern erneut die hässliche Fratze des Antisemitismus, so als hätte er noch nicht genug Unheil über die Menschheit gebracht.„Hamas, Hamas, Juden ins Gas“, skandierten Demonstranten im Sommer 2014 auf deutschen Straßen und brachen damit das letzte Tabu einer Gesellschaft, die sich das „never again“ auf die Fahnen geschrieben, aus Auschwitz ihre Lehre für die Zukunft gezogen und an ein neues, besseres und menschlicheres Deutschland geglaubt hatte. Es war der Tiefpunkt der deutschen Nachkriegsgeschichte, dass nicht nur dieses Tabu gebrochen, sondern auch auf strafrechtliche Konsequenzen verzichtet wurde. Der Antisemitismus gehörte damit wieder zu Deutschland, so als sei vor 70 Jahren nichts geschehen, als seien die furchtbaren Schicksale seiner sechs Millionen Opfer einfach vergessen oder zumindest bedeutungslos geworden. Auschwitz, das Unvorstellbare, das Symbol für Menschenverachtung schlechthin, droht damit zu einer Fußnote der Geschichte zu werden, ja schlimmer, es wird als Drohkulisse missbraucht. „Der neue Judenhass in Deutschland ist deutsche Gegenwart. Er rührt aber auch immer an der deutschen Vergangenheit. Auf fast jedem Kilometer meiner Reise ist sie zu spüren. In vielen Gesichtern, in die ich sehe, steht sie“, schrieb FOCUS-Redakteur Tim Pröse in seiner bewegenden Reportage „Das Land, der Hass, die Juden“ (FOCUS 5/15, S. 50-57), dem eine Liste von 11 antisemitischen Verbrechen der letzten Monate vorangestellt ist: Geschändete jüdische Friedhöfe, Anpöbeleien von Juden, Schikanen gegen jüdische Geschäfte, geschmierte und gesprayte antisemitische Hassparolen; sie alle, die man längst vergangen glaubte, sind wieder da und grinsen uns frech ins Gesicht.In Frankreich, wo die antisemitischen Hassdelikte in den letzten Monaten um 400 % zunahmen, (Quelle: The Times of Israel, 25.1.2015), über 1000 Straftaten gegen Juden gemeldet wurden, erwägen bereits 40 % der französischen Juden eine Auswanderung nach Israel. Was für Frankreich ein großer Verlust wäre, wäre für Deutschland eine Niederlage, ja eine Kapitulation vor dem Hass. Mehr noch, es wäre ein deutsches Totalversagen. Daher plädiere ich für ein deutliches Bekenntnis zur Aussöhnung mit dem Judentum auch in unserem Grundgesetz. Sie wäre das richtige Signal in unserer Zeit. Sie würde zeigen, dass sich auch das wiedervereinigte Deutschland zu jenen Werten bekennt, auf deren Grundlage die beiden deutschen Staaten einst gegründet wurden. Sie wäre eine Garantie dafür, dass wir unsere Verantwortung vor der Geschichte erkennen und dass Judenhass in Deutschland auch morgen keine Chance hat.

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News

  • Pet 1-18-06-10000-017311

    Grundgesetz
    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 01.10.2015 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte. Begründung

    Mit der Petition wird die Aufnahme eines klaren Bekenntnisses zur Aussöhnung mit
    dem Judentum in das Grundgesetz gefordert.
    Zur Begründung des Anliegens wird im Wesentlichen ausgeführt, dass sich am
    27. Januar 2015 zum 70. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz
    gejährt habe. Man habe gehofft, dass die Menschen aus Auschwitz, das zum Symbol
    für das größte und grauenvollste Verbrechen der Menschheitsgeschichte geworden
    sei, ihre Lehren für die... weiter

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