Güterabwägung in der Krise: Zwischen Leistungsanspruch und psychosozialer Integrität

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an
Deutscher Bundestag

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Die Petition wurde abgeschlossen

  1. Gestartet 2020
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Beendet

Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag

Wir schlagen vor, so lange es von Virologen als unverantwortlich betrachtet wird, dass Schulen wieder wie gewohnt geöffnet werden, dass sich Schüler٭innen in festen Kleingruppen von ca. 5 Schüler٭innen kontinuierlich im häuslichen Umfeld treffen, mit einander lernen und teilen, was sie beschäftigt. Wo dies digital gestützt werden kann und für die Schüler*innen nützlich ist, gern auch digital begleitet.

Alle Familien, die dazu in der Lage sind, bilden solche Krisengemeinschaften. Alle öffentlichen Bildungseinrichtungen versuchen für diejenigen Kinder, die nicht in einer solchen Krisengemeinschaft organisiert werden können, in den dadurch entlasteten Räumlichkeiten Alternativangebote in 5er-Gruppen zu organisieren. Dort findet soziales Lernen in der Logik von Ferienschulen statt, die kulturelle Angebote unterbreiten und die miteinander die psychosoziale Stabilität wiederherstellen.

Uns ist klar, dass hier bestimmte Familien und sozialzusammenhänge privilegiert sind. Es erscheint uns aber geboten, diese Option als Ressource für die gesamte Gemeinschaft zu nutzen. Indem Familien die hierzu in der Lage sind, solche Krisengemeinschaften bilden, werden Kapazitäten (sowohl räumlich als auch personell) frei, um die Schülerschaft und diejenigen Familien zu unterstützen, die dazu nicht in der Lage sind.

Diese organisatorische Rahmung hat unter anderem folgende Ziele:

  • Nachvollziehen der Kontakte – begrenzte Kontakte besser als Mundschutz und der Aufenthalt in gemeinsamen räumen unter Angst
  • Kooperative Prozesse zwischen Schüler٭innen sind möglich, gemeinsames Teilen von erfahrenden und neue Erfahrungen machen,
  • Lehrer sorgen für Angebote aber kein Zwang
  • Entlastung von Eltern und diese können teilweise auch wieder arbeiten

Dies ist unser Vorschlag für eine organisatorische Rahmung von Bildungsprozessen in Zeiten von Corona: In diesem Sinne muss ein alternativer Maßnahmenkatalog entwickelt werden! Wir fordern den Bundestag dazu auf, hierzu eine Kommission einzurichten, die Maßnahmen entlang der Maxime einer Güterabwägung mit dem prioritären Ziel der psychosozialen Integrität der Schüler٭innen entwickelt.

Der Gordische Knoten muss zerschlagen werden: Nicht eine Vergemeinschaftung über die Optimierung des Kompetenzerwerbs, sondern über die Frage, wie wir die größtmögliche psychosoziale Gesundheit aller Schüler٭innen gemeinschaftlich erreichen können, muss aktuell pädagogisch handlungsleitend sein!

Bitte unterzeichnen Sie folgende Petition an den Bundestag.

Begründung

Welche Form der Vergemeinschaftung kann helfen? Welche Form der Vergemeinschaft kann schaden?

Ein Schuljahr psychosoziale Auszeit für alle Schülerinnen und Schüler angesichts der zu erwartenden Negativeffekte bei Beibehaltung derzeitiger Praktiken. In den letzten Jahren wurde immer wieder Beschleunigung der Bildungsprozesse (Bologna, G8 hat nicht funktioniert und jetzt so zu tun als ob alles zusammenbrechen würden.

Welche Maxime ist handlungsleitend angesichts der epidemologischern Beschränkungen. Welche Ressourcen brauchen Kinder und Jugendliche in dieser Zeit: Mathematik und Deutsch?

Die Vorschläge der Leopoldina zur Vergemeinschaftung sind getragen von dem Versuch einer Aufrechterhaltung des kompetetiven Kompetenzerwerbs – der dafür zu zahlende Preis ist allerdings psychosozial und pädagogisch nicht zu verantworten! Denn wir müssen die Frage stellen: Welche Ressourcen benötigen Kinder, um aus dieser Krise nicht beschädigt, sondern gestärkt heraus zu gehen?

Anstatt an den Zielerreichungsideologien festzuhalten, ist die Pädagogik in dieser Krise in der Pflicht Strukturen zu schaffen, die Schülerinnen entlasten. Entlastung erfahren Schülerinnen durch das erfahren von Gemeinschaft, das Teilen von Ängsten und Hoffnung, wie auch das kooperative Entdecken. Schülerinnen dürfen nicht dazu gezwungen werden, nur über Angst und Leistungsdruck das nächste Schuljahr zu durchleben, sie müssen in Gemeinschaft mit anderen Schülerinnen wieder lernen und leben können.

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 14.04.2020
Sammlung endet: 11.05.2020
Region: Deutschland
Kategorie: Bildung

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