Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

dem Hamburgischen Bürger- und Ausbildungskanal TIDE drohen 2017 massive Kürzungen. Diese entstehen erst einmal durch Mindereinnahmen für die Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein, bedingt durch den Wegfall der Anbieterabgabe für DVBT und eine eventuelle Senkung des Rundfunkbeitrags. Diese finanzielle Situation von TIDE kann allerdings durch Entscheidungen des Hamburger Senats entweder noch verschärft oder auch entscheidend verbessert werden. Aufgrund der veränderten Finanzlage wird die Verteilung der Gelder nun ohnehin neu verhandelt. Deshalb bitten wir Sie darum, TIDE mit der Umsetzung der folgenden beiden Anliegen zu unterstützen:

  1. Setzen Sie sich für die Änderung der relevanten Staatsverträge, Gesetzte und Verordnungen ein, so dass eine Finanzierung der Bürgermedien in der Bundesrepublik Deutschland mit mindestens 1% der Einnahmen aus den Rundfunkgebühren gewährleistet ist. Die Bürgermedien sollten eigentlich neben dem öffentlich rechtlichen und dem privaten Rundfunk eine dritte Säule der Medienlandschaft darstellen. Mit einer Finanzierung von zur Zeit weniger als 0,3% der Einnahmen aus den Rundfunkgebühren gleichen die Bürgermedien momentan eher einem Streichholz neben den beiden Säulen des öffentlichen und des privaten Rundfunks. Und auch die Finanzierung mit mindestens 1% ist für eine dritte, gleichberechtigte Säule in der Rundfunklandschaft noch eine sehr bescheidene Forderung, auch verglichen mit einem Anstieg des Rundfunkbudgets von 8,8 Milliarden pro Jahr (2016) auf 9,6 Milliarden pro Jahr (2017).

Wenn beispielhaft die Rundfunkgebühren nicht um volle 30 Cent pro Monat und Haushalt gesenkt würden, sondern dieses Geld den Landesmedienanstalten zur Finanzierung der Bürgermedien und anderer Projekte zur Verfügung gestellt würde, dann wäre das Finanzierungsproblem bereits gelöst.

  1. Gleichen Sie die Mindereinnahmen von TIDE mit anderen Mitteln aus, bis Sie das Anliegen aus dem ersten Punkt umgesetzt haben. Als langfristiges Ziel wäre eine Finanzierung von TIDE mit ca. 1,4 Millionen Euro pro Jahr wünschenswert. Das entspricht in etwas den Produktionskosten einer einzelnen Folge der Krimiserie Tatort, die auch von den Rundfunkgebühren finanziert wird. Im Gegensatz zum Tatort würde TIDE für dieses Budget nicht nur 90 Minuten Fernsehunterhaltung liefern, sondern ein ganzes Jahr Fernseh- und Radioprogramm.

Wir wollen die Qualität von TIDE langfristig erhalten und ausbauen und bitten Sie deshalb um zwei Dinge: 1. Setzen Sie sich für eine Finanzierung der Bürgermedien von mind. 1% des Rundfunkbeitrags ein. 2. Gleichen Sie TIDEs Mindereinnahmen vorerst über andere Töpfe des Haushalts der Stadt Hamburg aus, bis die vollständige Finanzierung aus den Rundfunkgebühren sichergestellt ist.

motive

Neben den privaten kommerziellen Sendern und den öffentlich rechtlichen, schaffen die Bürgermedien eine besseres Gleichgewicht und Meinungsvielfalt. Diese winzig kleine Säule der Demokratie darf nicht alle paar Jahre von der Politik oder politischen Interessen hinterfragt werden. Die Finanzierung muss so gestaltet sein, dass die Bürgermedien Ihre Arbeit zur Sicherung der Meinungsvielfalt, im Bereich des privaten Rundfunks, sowie bei der Förderung von Medienkompetenz wahrnehmen können. Hier erinnern wir noch einmal an die wichtigsten Merkmale, die die Bürgermedien auszeichnen:

* - Sie geben Bürgerinnen und Bürgern den chancengleichen und unzensierten Zugang zu Hörfunk und Fernsehen, - sie bieten gebührenfreie Seminare und Kurse an zum Erlernen der Radio- und TV-Produktion, - sie stellen die notwendigen Produktionsmittel – auch gebührenfrei – zur Verfügung, - sie beraten und unterstützen die Bürgerproduzenten bei ihren medialen Vorhaben, - sie vermitteln Medienbildung mit einer breiten Palette von Workshops, Projekten, Vorträgen und vielem mehr – meist in Kooperation mit Trägern schulischer, außerschulischer und universitärer Bildung, und - sie tragen zur lokalen Information bei. *

(*Quelle: Bürgermedien in Deutschland, Bundesverband Offener Kanäle, Oktober 2015)

Im Januar 1984 ging das erste Bürgermedium in Deutschland an den Start. In den letzten 30 Jahren sind mehr als 170 Bürgermedien aus 14 Bundesländern dazugekommen. Heute werden dort jährlich 200 Ausbildungsplätze vergeben. Die Auszubildenden bekommen in den Bürgersendern das notwendige Rüstzeug, um später in nicht unerheblicher Zahl von den „großen“ Sendern mit Handkuss übernommen zu werden. Die Bürgermedien erreichen pro Tag zwischen 1 und 1,5 Millionen Hörer, sind unabhängig, senden werbefrei, sind gemeinnützig und dienen dem Allgemeinwohl. Finanziert werden die Bürgermedien mit weniger als 0,3% des Rundfunkbudgets von 9,6 Milliarden Euro pro Jahr.

TIDE 96.0 hat sich zum größten Bürger-Radiosender der Bundesrepublik Deutschland entwickelt. In keinem anderen Bürgersender machen Bürgerinnen und Bürger so viele Sendungen in so hoher Qualität. Radiosendungen auf TIDE 96.0 liefern die Themen und die Musik, die auf anderen Sendern keinen Platz finden. TIDE versetzt alle Bürgerinnen und Bürger in die Lage, ihre Anliegen selbstständig über ein Massenmedium zu verbreiten. Zur Zeit gestalten auf TIDE 96.0 mehr als 300 Bürgerinnen und Bürger über 130 verschiedene Radiosendungen.

Das TIDE-Budget ist (von Schwankungen der Beitragseinnahmen abgesehen) seit Gründung gleich geblieben. Die Kosten in allen Bereichen steigen aber kontinuierlich. Das Budget muss auch an die allgemeine Preisentwicklung angepasst werden. Die angestellten Mitarbeiter haben seit Jahren keine nennenswerten Gehaltserhöhungen bekommen, von einem regelmäßigen Inflationsausgleich ganz zu schweigen.

TIDE hält den Sendebetrieb zur Zeit auch mit unbezahlten Praktikanten aufrecht. Diese Praktikanten müssen nach 3 Monaten wieder vor die Tür gesetzt werden, da TIDE keine finanziellen Mittel zur Verfügung hat, um den Praktikanten den Mindestlohn zu zahlen. Wenn sich keine Praktikanten finden, ist der Betrieb von TIDE auch heute schon nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet. Deshalb geht es hier nicht nur um den Ausgleich einer drohenden Finanzierungslücke, sondern um die Aufstockung des TIDE-Budgets.

Würden hingegen die geplanten Kürzungen am Budget von TIDE in voller Höhe umgesetzt werden, müsste der Radiobetrieb wahrscheinlich eingestellt werden.

Die Bürgerinnen und Bürger zahlen zwar die Rundfunkgebühren, haben aber keinen Einfluss auf die Verwendung des Geldes, das sie bezahlen. Diese Petition macht nun einen (sehr bescheidenen) Vorschlag für die Verwendung des Geldes: Mindestens 1% der Rundfunkgebühren soll für Bürgermedien eingesetzt werden und TIDE (Radio und Fernsehen zusammen) soll mindestens das Geld als Jahresbudget zur Verfügung haben, das für eine einzelne Tatort-Folge ausgegeben wird (ca. 1,4 Mio. Euro).

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Radio MoneyTalk din Hamburg
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  • Sehr geehrte Unterzeichner der Hamburger Petition für eine gesicherte Finanzierung der deutschen Bürgersender,
    in wenigen Minuten endet die Petition. Das nehmen wir zum Anlass, um Sie über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren.

    Zuerst einmal danken wir jedem Einzelnen von ihnen, dass Sie diese Petition unterschrieben haben! Damit haben Sie einen Beitrag geleistet um deutlich zu machen, dass eine gesicherte Finanzierung der deutschen Bürgersender wichtig ist.

    Jedoch haben leider nicht genügend Hamburgerinnen und Hamburger die Petition unterschrieben, damit sie dem Bürgermeister vorgelegt wird.

    Als die Petition gestartet wurde war gerade die Senkung des Rundfunkbeitrages (der Haushaltsabgabe) und damit verbunden eine Schließung von TIDE 96.0 im Gespräch. Ganz bewusst haben wir nicht gefordert, die bisherige Beitragshöhe beizubehalten um TIDE 96.0 zu retten. Statt dessen haben wir eine Lösung gefordert, bei der die Finanzierung von TIDE auch gesichert gewesen wäre, wenn der Beitrag gesenkt worden wäre. Wie Sie als Unterzeichner dieser Petition ja sicherlich wissen war die Forderung, dass die Bürgersender 1% der Rundfunkbeiträge erhalten sollten. Da dieser Vorschlag bislang nicht umgesetzt wurde und der Landesmedienanstalt Hamburg-Schleswig-Holstein in diesem Jahr Einnahmen an anderer Stelle weg fallen, bekommt auch TIDE weniger Geld.

    Konkret haben die Kürzungen für TIDE 96.0 folgende Auswirkungen.
    Es gibt ab diesem Jahr einen Festangestellungen weniger. Konkret betrifft das die Redakteursstelle der Radio-Ausbildungsredaktion. Damit ist mit Beginn des Jahres 2017 die Radio-Ausbildungsredaktion und damit auch TIDE-Aktuell weggefallen. Die Anzahl der Festangestellten, die ausschließlich für TIDE 96.0 arbeiten hat sich damit halbiert, denn jetzt gibt es nur noch einen einzigen Festangestellten bei TIDE 96.0. Die weiteren Probleme, wie beispielsweise die fehlenden Mittel, um Praktikanten bezahlen zu können, bestehen nach wie vor.

    Zusammenfassend kann man also sagen:
    Der Patient TIDE 96.0 hat den Operationssaal verlassen und liegt jetzt auf der Intensivstation.
    Mit den gegebenen Mitteln ist die Arbeit nur noch mit „Notbesetzung“ möglich.
    Und nach wie vor wird für eine 90-Minuten-Folge von „Tatort“ wesentlich mehr Geld ausgegeben als für TIDE Radio und Fernsehen zusammengenommen für ein gesamtes Jahr!

    Was können Sie jetzt noch tun?

    Die Finanzierung der Bürgersender in Deutschland ist nicht alleine in Hamburg zu bewerkstelligen.
    Schon für die Finanzierung von TIDE müssen Hamburg und Schleswig-Holstein zusammenwirken.
    Deshalb haben wir eine Bundesweite Petition gestartet.
    Diese Petition hat die selben Ziele wie diese Petition und richtet sich an alle Ministerpräsidenten.
    Leider hat diese Petition bisher wesentlich weniger Unterschriften als die Hamburger Petition.
    Wir bitten Sie daher diese Petition auch noch zu unterschreiben und dieses Anliegen gerne an Bekannte in anderen Bundesländern weiter zu geben.
    Sie finden die Petition unter folgender Adresse:

    openpetition.de/!mindestens1prozent

    Die Petition endet in wenigen Tagen.

    Vielen Dank für ihre Mithilfe!

    Bernhard Wenzel von „Radio MoneyTalk“
    Marion Schumann von „Ent-Decke Radio“
    Michael Kaiser von „Wege zum perfekten Job“

  • Sehr geehrte Unterzeichner der Hamburger Petition für eine gesicherte Finanzierung der deutschen Bürgersender,
    in wenigen Minuten endet die Petition. Das nehmen wir zum Anlass, um Sie über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren.

    Zuerst einmal danken wir jedem Einzelnen von ihnen, dass Sie diese Petition unterschrieben haben! Damit haben Sie einen Beitrag geleistet um deutlich zu machen, dass eine gesicherte Finanzierung der deutschen Bürgersender wichtig ist.

    Jedoch haben leider nicht genügend Hamburgerinnen und Hamburger die Petition unterschrieben, damit sie dem Bürgermeister vorgelegt wird.

    Als die Petition gestartet wurde war gerade die Senkung des Rundfunkbeitrages (der Haushaltsabgabe) und damit verbunden eine Schließung von TIDE 96.0 im Gespräch. Ganz bewusst haben wir nicht gefordert, die bisherige Beitragshöhe beizubehalten um TIDE 96.0 zu retten. Statt dessen haben wir eine Lösung gefordert, bei der die Finanzierung von TIDE auch gesichert gewesen wäre, wenn der Beitrag gesenkt worden wäre. Wie Sie als Unterzeichner dieser Petition ja sicherlich wissen war die Forderung, dass die Bürgersender 1% der Rundfunkbeiträge erhalten sollten. Da dieser Vorschlag bislang nicht umgesetzt wurde und der Landesmedienanstalt Hamburg-Schleswig-Holstein in diesem Jahr Einnahmen an anderer Stelle weg fallen, bekommt auch TIDE weniger Geld.

    Konkret haben die Kürzungen für TIDE 96.0 folgende Auswirkungen.
    Es gibt ab diesem Jahr einen Festangestellungen weniger. Konkret betrifft das die Redakteursstelle der Radio-Ausbildungsredaktion. Damit ist mit Beginn des Jahres 2017 die Radio-Ausbildungsredaktion und damit auch TIDE-Aktuell weggefallen. Die Anzahl der Festangestellten, die ausschließlich für TIDE 96.0 arbeiten hat sich damit halbiert, denn jetzt gibt es nur noch einen einzigen Festangestellten bei TIDE 96.0. Die weiteren Probleme, wie beispielsweise die fehlenden Mittel, um Praktikanten bezahlen zu können, bestehen nach wie vor.

    Zusammenfassend kann man also sagen:
    Der Patient TIDE 96.0 hat den Operationssaal verlassen und liegt jetzt auf der Intensivstation.
    Mit den gegebenen Mitteln ist die Arbeit nur noch mit „Notbesetzung“ möglich.
    Und nach wie vor wird für eine 90-Minuten-Folge von „Tatort“ wesentlich mehr Geld ausgegeben als für TIDE Radio und Fernsehen zusammengenommen für ein gesamtes Jahr!

    Was können Sie jetzt noch tun?

    Die Finanzierung der Bürgersender in Deutschland ist nicht alleine in Hamburg zu bewerkstelligen.
    Schon für die Finanzierung von TIDE müssen Hamburg und Schleswig-Holstein zusammenwirken.
    Deshalb haben wir eine Bundesweite Petition gestartet.
    Diese Petition hat die selben Ziele wie diese Petition und richtet sich an alle Ministerpräsidenten.
    Leider hat diese Petition bisher wesentlich weniger Unterschriften als die Hamburger Petition.
    Wir bitten Sie daher diese Petition auch noch zu unterschreiben und dieses Anliegen gerne an Bekannte in anderen Bundesländern weiter zu geben.
    Sie finden die Petition unter folgender Adresse:

    openpetition.de/!mindestens1prozent

    Die Petition endet in wenigen Tagen.

    Vielen Dank für ihre Mithilfe!

    Bernhard Wenzel von „Radio MoneyTalk“
    Marion Schumann von „Ent-Decke Radio“
    Michael Kaiser von „Wege zum perfekten Job“

Dezbatere

pro

Através do programa Brasilien Magazin, centenas de pessoas aprendem e aperfeiçoam o idioma alemão e o idioma português!!!!

contra

Noch kein CONTRA Argument.