Vorweg: Bitte nur mit korrektem Namen unterschreiben, sonst habe ich nachträglich Mehrarbeit! Worum geht es in der Petition? Derzeit kostet ein neuer Personalausweis für transsexuelle (transidente) Menschen, die ihren Vornamen und Personenstand ändern wollen, oft 1200-3000 Euro. Das liegt daran, dass laut Transsexuellengesetz (TSG) 2 Sachverständigengutachten beizubringen sind. Diese kosten je nach Gutachter oft 600-1500 Euro pro Gutachten. Wir fordern deshalb eine Abschaffung der Gutachtenpflicht im TSG! Diese Forderung ist in vielen Forderungskatalogen transsexueller Menschen seit langer Zeit enthalten (mehr dazu ggf. in meinem Blog: www.aufwind2012.wordpress.com). Zum Alltag transsexueller Menschen findet man derzeit einen Film, den das BR Fernsehen am 20.11.2014 ausstrahlte in der Mediathek des BR ("Brückenschlag"). Darin werden Angelique Nagel, meine Frau und ich vorgestellt. Ein Plakat, mit dem man für diese Petition werben kann und das einen Kurzlink + QR Code enthält findet man hier: www.familie-zwoelfer.de/sites/default/files/plakat_petition_a4.pdf - auf der dort verlinkten Website gibt es auch den Link zum Film und weitere Informationen zu meiner Person etc... In meinem Blog (www.aufwind2012.wordpress.com) würde ich mich auch über Kommentare der Zeichnenden freuen, denn diese sind dann längerfristig sichtbar (auch dann, wenn die Petition abgelaufen ist) und so kann man andere auf die Probleme hinweisen, die das derzeitige Verfahren mit sich bringt. *** Update 7.12.2014 *** Damit der Text und der Unterschriftenbogen auf eine beidseitig bedruckbare A4 Seite passen, habe ich Fragen u. Antworten zur Petition und Aussagen der Psychiaterin Anette Güldenring im FAQ Beitrag gebloggt: aufwind2012.wordpress.com/2014/12/07/faq-zur-petition/

Begründung

Die Geschlechtsangleichung bringt für transsexuelle (transidente) Menschen schon so eine Fülle von Herausforderungen und Problemen mit sich (z.B. im Blick auf Familie und Beruf). Neben den medizinischen Vorgaben des medizinischen Dienstes der Krankenkasse sind die rechtlichen Hürden zusätzliche Steine auf dem Weg der Angleichung, die überflüssig sind. Die Gutachten verursachen oft hohe Kosten und einen größeren Zeitaufwand, der nicht zu rechtfertigen ist. Es ist nicht einzusehen, dass der Staat transsexuelle Menschen im Blick auf eine Ausweisänderung anders behandelt als Menschen, die heiraten wollen (zumal eine Ausweisänderung keinerlei medizinische Folgen hat). Das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Grundgesetz Artikel 2) wird durch die Gutachtenpflicht im Transsexuellengesetz unnötig eingeschränkt. Es gibt inzwischen etliche Länder, in denen Gutachten für eine Vornamens- und Personenstandsänderung nicht mehr erforderlich ist (z.B. Dänemark, Argentinien). Prof. Dr. Udo Rauchfleisch – ein klinischer Psychologe und Experte, der seit rund 40 Jahren mit transsexuellen Menschen zu tun hat - macht in der 4. Auflage seines Fachbuchs „Transsexualität – Transidentität“ darauf aufmerksam, „dass [...] Transidentität selbst nichts mit irgendwie gearteten psychischen Störungen zu tun hat.“ (S. 52). Er fordert ein weitgehendes Selbstbestimmungsrecht über das Verfahren der Geschlechtsangleichung und kommt dann zu folgendem Ergebnis: "Die Konsequenz daraus ist, dass es keine Begutachtungen [...] und keine sonstigen Forderungen (z.B. >>Alltagstest oder Verpflichtung zur begleitenden Psychotherapie) mehr gibt.“ (S. 206) Die Parlamentarische Versammlung des Europarates hat am 29. April 2010 alle Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, dass man "offizielle Dokumente" bekommen kann, die der eigenen Angabe über das Geschlecht entsprechen ("that reflect an individual’s preferred gender identity") ohne Zwang zu einer Hormontherapie oder genitalangleichenden Operation. (Zitat vgl.: assembly.coe.int/Mainf.asp?link=/Documents/AdoptedText/ta10/ERES1728.htm Zeile: 16.11.2.). Noch eine Bitte: Wer die Petition zeichnet / gezeichnet hat, möge überlegen, ob er mir für eine weitere Zusammenarbeit nach Petitionsende seine Daten anvertraut. Auf www.familie-zwoelfer.de/ts-weiterarbeit habe ich ein entsprechendes Eingabeformular erstellt.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Dorothea Zwölfer aus Landshut
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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützende meiner Petition,
    Da sich in der Politik einiges getan hat und nun mehrere Gesetzentwürfe zum Transsexuellengesetz vorliegen, habe ich eine neue Petition gestartet. Diese wird für die kommende Legislaturperiode gleich nach der Bundestagswahl dem Petitionsausschuss vorliegen. Ich habe diese Petition auch bei openpetition erstellt, da man hier Links verwenden darf (was bei den e-petitionen des Bundestags leider nicht möglich ist).
    Die neue Petition baut auf einem Gesetzentwurf des Abgeordneten Volker Beck auf, fordert aber in Absprache mit anderen TS/TI/TG noch einige Änderungen an diesem Entwurf ein.
    Ich würde mich freuen, wenn Sie auch die neue Petition mitzeichnen!
    Hier der Link zur Petition: www.openpetition.de/petition/online/selbstbestimmungsgesetz-selbstbestg-jetzt-beschliessen
    Ein schönes Wochenende wünscht
    Dorothea Zwölfer

  • Liebe Unterstützer meiner Petition,
    Die Zeiten ändern sich: Immer mehr transsexuelle / transidente Menschen und Transgender wollen endlich politische Veränderungen und werden selbst politisch aktiv. Derzeit gibt es eine neue e-petition zum Thema "TSG-Reform". Ich habe diese neue Petition, die derzeit in der Mitzeichnungsphase ist, in meinem Blogbeitrag hier verlinkt.
    aufwind2012.wordpress.com/2017/03/15/eine-petition-zur-reform-des-transsexuellengesetzes/
    Sie finden die Petition auch auf der Petitionsseite des deutschen Bundestages unter der Nummer 70282.
    Ich bitte Sie um Mitzeichnung der Petition (auch wenn vielleicht manches nicht optimal formuliert ist und wenn es "Bedenkenträger" gibt, wie man in der Diskussion lesen kann).
    Viele Grüße und ein schönes Wochenende!
    Dorothea Zwölfer

    P.S. Vielleicht starten Sie ja selbst eine neue e-petition zum TSG und dem med. Verfahren und machen den Politikern dadurch deutlich: Wir wollen Veränderung und nicht Stagnation...?

  • der am Ende des Rechtsgutachtens von Dr. Laura Adamietz zu finden ist (das Geschlechtsidentitäts und -zuordnungsgesetz – GizG).
    Dieses Rechtsgutachten kritisiert das derzeitig noch in Kraft befindliche Transsexuellengesetz und insbesondere die Begutachtung massiv. Etliche Zitate aus diesem Rechtsgutachten und ein weiteres Rechtsgutachten findet man in meinem Blog hier verlinkt: aufwind2012.wordpress.com/2017/02/17/ein-vernichtendes-urteil-ueber-die-gegenwaertige-alltagspraxis-des-tsg/ .
    Beide Gutachten waren von der Regierung in Auftrag gegeben worden!
    Ich bin gespannt, ob die große Koalition noch in dieser Legislaturperiode das TSG abschafft und dem Vorschlag des Rechtsgutachtens folgt. Es wäre ein Sieg der Vernunft und damit auch eine Umsetzung der Forderung dieser Petition - aber darauf bekam ich leider bislang weder vom Bundesinnenminister noch von der IMAG eine Antwort.

Pro

weil es grundlegende Menschenrechte gibt, die in einer Demokratie gelten sollten. Freiheit ist ein Wert, der seit der französischen Revolution und der Aufklärung Basis für Europa ist. Warum sollte man Freiheitsrechte von Menschen durch Gutachtenzwang einschränken?

Contra

Die Petition könnte gut sein, wenn nicht Menschen, die transsexuelle Frauen für "transidente" Menschen halten, die ans "andere Geschlecht angeglichen" werden wollen mit der Petition wieder ihre Hintertür gefunden hätten wie Udo Rauchfleisch. Daher ist die Petition inkonsequent und paradox. Der Hauptgrund für die Abschaffung der Gutachten sollte ja sein, dass verstanden wird, dass transsexuelle Frauen eben keine Männer sind, die "sich wie das andere Geschlecht" empfinden und deswegen auch Begutachtungen völliger Unsinn sind, die genau von diesen Fehlannahmen ausgehen. Schade.