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Bild zur Petition mit dem Thema: "Herr Oberbürgermeister: Retten Sie unsere grüne Stadt Krefeld!" "Herr Oberbürgermeister: Retten Sie unsere grüne Stadt Krefeld!"
Erfolg
  • Von: Nicht öffentlich
  • An: Oberbürgermeister Gregor Kathstede
  • Region: Krefeld
    Kategorie: Umwelt mehr
  • Status: Der Petition wurde entsprochen
    Sprache: Deutsch
  • Erfolg
  • 1.940 Unterstützende
    Sammlung abgeschlossen

"Herr Oberbürgermeister: Retten Sie unsere grüne Stadt Krefeld!"

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In diesem Jahr sind bereits über 400 Krefelder Bäume gefällt worden - ein Ende der Fällaktionen ist nicht in Sicht, da Geld für angemessene, nötige Baumpflegemaßnahmen nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt wurde und weitere Fällungen "nach Bedarf" folgen werden. Wertvolle Altbaumbestände werden leichtfertig und kurzsichtig vernichtet. Über Jahrzehnte gewachsene Grün-Ressourcen und Werte gehen uns allen sowie den nachfolgenden Generationen verloren. Wir sind bestürzt über die zunehmend gravierenden Eingriffe in den Naturhaushalt unserer Stadt, die Auswirkungen auf die Gesamtlebensqualität in Krefeld haben.

Der unangemessene Etat-Ansatz im Umweltbereich wird laut Umweltdezernent Thomas Visser "aus Loyalität gegenüber dem Verwaltungsvorstand" mitgetragen, obgleich aus fachlicher Sicht mehr Geld für den Erhalt der Straßenbäume vorhanden sein sollte (vgl. Presseartikel in der WZ v. 03.04., 09.04., 14.04, 17.04.2014). Nach Berechnungen der Fachverwaltung 2012 sind pro Jahr für die Behandlung von Baumkrankheiten 300.000 € und zur Sicherung des Baumbestandes (Pflege allg.) 178.000 € p. a. erforderlich. Der für die Baumbestandspflege 2014 zur Verfügung gestellte Geldbetrag von ca. 150.000 € ist vollkommen unzureichend und wird anscheinend, um der Verkehrssicherungspflicht auf einfachem Wege nachzukommen, zweckentfremdet für Fällaktionen enormen Ausmaßes verwendet. Die Baumstümpfe bleiben als "Mahnmale" sogar zunächst stehen, da das Geld fehlt, um sie auszufräsen. Angesichts der vielen Baumstümpfe ist es gegenwärtig ein bedrückendes Gefühl, auf Krefelder Straßen und Wegen unterwegs zu sein. Welche Bäume werden die nächsten sein? Jeder auch noch so gesund wirkende Baum ist gefühlt irgendwie schon ein potentieller Baumstumpf. Die Baumfällungen reißen auch Wunden in das Rechts- und Fürsorgeempfinden vieler Menschen und beeinträchtigen das Lebensgefühl.

Zur Ratssitzung am 18. September 2014 soll der endgültige Entwurf für den Haushaltsplan der Stadt Krefeld vorliegen und die Stadt über den Haushalt für 2015 beschließen. Bisherige Diskussionen im Rat der Stadt Krefeld vor der Wahl am 25.05.2014 waren nicht zielführend. Man einigte sich nicht auf eine Bereitstellung der erforderlichen Mittel. Einzig eine Arbeitsgruppe wurde eingerichtet, die sich mit Fragen von Nachpflanzungen, Standorten, Pflege etc. befassen soll.

Wir fordern unseren Oberbürgermeister, Herrn Gregor Kathstede, dazu auf, den Erhalt der Krefelder Bäume parteienübergreifend zur Chefsache zu machen und dafür Sorge zu tragen, dass die Lebensqualität in unserer Stadt, ihr Image und ihre Werte auf lange Sicht und für Generationen geschützt und erhalten werden. Es sollte in Krefeld gemeinschaftlich Verantwortung übernommen werden für eine Baumbestandssicherung. Ein langfristig intakter Naturhaushalt und die damit einhergehende Lebensqualität in der Stadt bedarf der Wertschätzung in Politik und Verwaltung - im Interesse aller Bürger und Bürgerinnen und der Gäste unserer Stadt.

Wir fordern verantwortliche Investitionen in eine grüne und lebenswerte Zukunft: - Baumpflegegelder ab sofort für Pflege verwenden statt zweckentfremdet für Baumfällungen - unabhängige externe und kompetente Fachleute bei der Baumpflege hinzuziehen und alternative Baumerhaltungskonzepte umsetzen - Bereitstellung aller erforderlichen Gelder im Haushaltsbeschluß für 2015 - für Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen für geschädigte Bäume - für die Behandlung von Baumkrankheiten - für die Sicherung des Baumbestandes bzw. für Neupflanzungen als Ersatz für evtl. nicht zu vermeidende Baumverluste

Begründung:

Abholzen von Bäumen in diesem Ausmaß ist keine Lösung und eine Schande für die Stadt. Krefeld kann sich so nicht mehr guten Gewissens eine grüne Stadt nennen, schädigt sein Image und das Lebensgefühl seiner Einwohner.

Baumfällungen dürfen nur in Ausnahmefällen "notwendig" sein. Eine Perspektive für den gesamten Baumbestand ist bei diesem radikalen Vorgehen und ohne angemessene Pflegegelder nicht mehr gegeben, da Anzahl und Zustand der Bäume immer weiter heruntergewirtschaftet werden und in Folge auch immer mehr Bäume chancenlos der Säge zum Opfer fallen. Ohne nachhaltige Fürsorge werden sich Baumkrankheiten immer schneller und weiter ausbreiten. Bäume müssen mit passenden Pflegemaßnahmen angemessen betreut werden, um Nachfolgeerkrankungen in Zaum zu halten und die Lebensdauer der Bäume zu verlängern. Die Einbeziehung von unabhängigem, kompetentem Sachverstand nach neustem Standard durch öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige kann bei der Begutachtung, Diagnose und Prognose von Bäumen verhindern, dass es zu Fehlinterpretationen und vorschnellen Aktionen kommt (www.baumsachverstand.de, www.der-baumfluesterer.de/html/sachverstaendiger.html).

Baumfällungen haben seit 2005 im Stadtgebiet kontinuierlich zugenommen. Die Entwicklung der Baumverluste durch Fällungen und ausbleibende Nachpflanzungen über die vergangenen Jahre ist dramatisch und beläuft sich auf 1.280 Bäume. Das Budget für Nachpflanzungen 2014 von 25.000 € würde für etwa gerade einmal 6 Straßenbäume im gesamten Stadtgebiet reichen. Für die allein in 2014 schon gefällten mindestens 415 Bäume (www.krefeld.de/de/fb-67/baumfaellungen-2014) ergibt sich bereits ein Gesamt-wertverlust von 1.370.200,- € bei Kosten von je 3.880,- € für ca. 295 Straßenbäume und je 1.880,- € für ca. 120 Bäume in Parks und Grüngürteln. Die Kosten für das Abholzen der Bäume und das Ausfräsen von Stümpfen sind darin nicht eingerechnet. Zudem wird dabei nur vom Wert für Jungbäume ausgegangen. Der Wert eines Baumes entsprechend des Alters wird nicht berücksichtigt (vgl. Baumwertermittlung Methode Koch). Um wieviel höher noch ist damit der Wert, der in Krefeld schon vernichtet wurde!

Neben dem Aspekt, dass große, alte Bäume ein Geschenk für eine Stadt sind und wesentlich zur Regeneration und Erholung der Menschen beitragen, spielen Bäume insbesondere eine wesentliche Rolle im Stadtklima bzw. für die Gesundheit ihrer Bürger (www.umwelt-audit.lernnetz.de/pages/n415/3_03A_D_Wert_des_Baumes.pdf). Die Baumfällungen stehen in krassem Widerspruch auch zum Wissen um ökologische Zusammenhänge. Die Bedeutung von Bäumen als Luftfilter, und hier insbesondere großer Baumkronen, die die größten Mengen an CO2 binden, wird sträflich mißachtet (www.arboristik.de/baumpflege-neue-baeume.html, www.arboristik.de/links/htm, www.arboristik.de/baeume_diverses.htm). Die Stadt räumt ein, dass es wegen der zu hohen Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid einen Handlungsbedarf in Sachen Luftreinhalteplan gibt (WZ vom 05.06.14). Wenn sich die Luftqualität in der Stadt verschlechtert, wird die Gesundheit vieler Menschen in Krefeld, insbesondere von Kindern und geschwächten Menschen, noch mehr bedroht werden. Es gilt als erwiesen, dass die Menschen, die in der Stadt leben, mehr von allergischen Erkrankungen betroffen sind, als die Landbevölkerung. Eine Hauptursache wird in den Umweltfaktoren gesehen. Die Pflege unserer grünen Lunge kann diesen Entwicklungen entgegenwirken.

Um Identifikation und Liebe zur eigenen Stadt sowie ein gutes Lebensgefühl zu erhalten, braucht unser Gemeinwesen einen respektvollen, fürsorglichen Umgang miteinander, den Schutz allen Lebens, der Natur/Umwelt sowie auch unserer kulturellen Errungenschaften. Wenn diese Wertschätzung nicht mehr Maßstab allen Handels ist, verliert unsere Stadt und Gesellschaft zusehends an Lebenswert!

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Krefeld, 27.06.2014 (aktiv bis 23.08.2014)


Neuigkeiten

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, vor über einem Jahr ging es los ... - Entrüstet über zahllose Fällaktionen und einen fortschreitenden Abbau der Lebensqualität in unserer Stadt Krefeld setzte sich unsere Initiative für ein Umdenken in Verwaltung ...

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Debatte zur Petition

PRO: Die Petition spricht für sich! Will man zu der klammen Haushaltlage auch noch wertvolle Ressourcen einfach zerstören und die Bürger darüber hinaus "vergraulen"? Müssen wir wirtschaften gegen Gefühle oder Wirtschaften mit Gefühl - und Weitsicht?

CONTRA: Die Stadt befindet sich in einem Not-Haushalt. Der kurzsichtige Bürger schreit danach morsche Bäume für teures Geld zu erhalten. Und der gleiche Bürger beklagt sich dann darüber, wenn dafür woanders gekürzt werden muss...

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