Am 6.11.2017 hat die DAK-Gesundheit eine Ausschreibung zur Versorgung ihrer Versicherten mit Stomaartikeln (PG 29) und Inkontinenzhilfen (PG 15/für Urostoma) gestartet. Die Angebotsfrist endet am 26.1.2018.

Herr Storm, uns Stomaträgern und Stomaträgerinnen macht diese Ausschreibung Angst. Die Unterzeichner fordern Sie auf, diese Ausschreibung sofort zu stoppen. Als Vorsitzender des Vorstands der DAK-Gesundheit haben Sie die Möglichkeit dazu. Und können damit die mit der Ausschreibung absehbaren negativen Folgen für 160.000 Menschen in Deutschland, die mit einem Stoma leben müssen, abwenden.

Begründung

Wir Stomaträger und Stomaträgerinnen sind rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche, auf eine zuverlässige Hilfsmittel-Versorgung angewiesen. Die Hilfsmittel gleichen unsere Behinderung, den „künstlichen Darmausgang“, aus. Sie ermöglichen uns überhaupt erst ein lebenswertes Leben.

Die Hilfsmittel-Versorgung und die damit verbundene Betreuung durch qualifizierte Fachkräfte (Stomatherapeuten) ist für Stomaträger und Stomaträgerinnen eine sehr sensible Angelegenheit. Für viele von uns war es ein langer und steiniger Weg, bis wir die individuell passende und zuverlässige Stoma-Versorgung gefunden haben.

Wir haben Angst vor den Folgen, die wir nach Ausschreibungen der Krankenkassen in anderen Hilfsmittel-Bereichen bereits beobachten mussten:

Uns wird der Versorger diktiert! Die Ausschreibung der DAK hat nur einen Gewinner. Dieser Gewinner übernimmt die Hilfsmittel-Versorgung. Damit sind wir für die Auswahl der individuell passenden Stoma-Versorgung, für die zuverlässige Lieferung und für die Betreuung zu Hause von der Qualität eines einzigen Anbieters abhängig. Wollen wir aber bei unserem bisherigen Versorger bleiben sind wir gezwungen, zu einer anderen Krankenkasse zu wechseln.

Der mit der Veränderung ebenfalls verbundene Wechsel zu einer anderen Stomatherapeutin bzw. Stomatherapeuten verunsichert uns zusätzlich und zerstört ein persönliches Vertrauensverhältnis, dass erst wieder aufgebaut werden muss.

Die Qualität der Hilfsmittel-Versorgung wird absehbar schlechter! Eine Ausschreibung gewinnt der Anbieter mit dem niedrigsten Preis, also der niedrigsten monatlichen Erstattungs-Pauschale. Das hat für viele Menschen mit einer Inkontinenz bereits dazu geführt, dass sie ihre Hilfsmittel nicht mehr in der Qualität erhalten, die ihnen eine gute Lebensqualität garantiert. Oder sie müssen aus eigener Tasche aufzahlen, wenn sie die gewohnten, individuell passenden Hilfsmittel weiter erhalten wollen.

Stomaträger sind auf die Betreuung durch Stomatherapeuten angewiesen! Und das nicht nur in den ersten Tagen nach der Operation. Stoma-Komplikationen (Hautentzündungen, Hernien usw.), veränderte Lebensumstände und die damit verbundenen Anpassungen der Stoma-Versorgung sind nur zwei von vielen Gründen, die eine Betreuung durch Stomatherapeuten unverzichtbar machen.

Das im Frühjahr 2017 in Kraft getretene Heil- und Hilfsmittel-Versorgungs Gesetz (HHVG) definiert Ausschreibungen für Hilfsmittel mit hohem Dienstleistungsanteil als „nicht zweckmäßig“. Die Stoma-Versorgung setzt ohne Zweifel einen hohen Dienstleistungsanteil voraus. Mit ihrer Ausschreibung stellt die DAK-Gesundheit nicht nur den tatsächlichen Versorgungs-Bedarf von Stomaträgern in Frage, sie ignoriert auch den offensichtlichen Willen des Gesetzgebers.

14.000 Stomaträger sind in der DAK-Gesundheit versichert. Als drittgrößte Krankenkasse Deutschlands nimmt die DAK eine Vorbild-Funktion gegenüber anderen gesetzlichen Krankenkassen ein. Wird die Stoma-Ausschreibung der DAK-Gesundheit nicht gestoppt, werden weitere Krankenkassen diesem Beispiel folgen. Mit allen oben genannten Konsequenzen und für alle Stomaträger und Stomaträgerinnen in Deutschland.


Weitere Informationen zur Ausschreibung:

Aufsicht ermittelt gegen Krankenkassen wegen Heil- und Hilfsmittel­ausschreibungen, www.aerzteblatt.de/nachrichten/87398/Aufsicht-ermittelt-gegen-Krankenkassen-wegen-Heil-und-Hilfsmittelausschreibungen, Quelle: www.aerzteblatt.de

Streit um Stoma-Ausschreibung, www.aerzteblatt.de/nachrichten/83737/Streit-um-Stoma-Ausschreibung, Quelle: www.aerzteblatt.de

Ausschreibung Stomaversorgung durch die DAK: Kein geeignetes Mittel!, www.ilco.de/verband/interessenvertretung/, Quelle: www.ilco.de

DAK will Stomaträgern den Versorger diktieren, www.stoma-welt.de/2017/11/21/dak-will-stomatraegern-den-versorger-diktieren/, Quelle: www.stoma-welt.de

Schreibt die DAK Stoma unzulässig aus? www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/medizinprodukte/article/947528/bvmed-schreibt-dak-stoma-unzulaessig.html, Quelle: www.aerztezeitung.de

Über das Leben mit einem Stoma:

www.stoma-welt.de/leben-mit-stoma

www.wir-leben-mit-einem-stoma.de

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Selbsthilfe Stoma-Welt e.V. aus Sprendlingen
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  • Liebe Unterstützer,

    im April hatten wir Gelegenheit unsere Kritik an der Stoma-Ausschreibung direkt mit Vertretern der DAK Gesundheit zu diskutieren. Thomas Bodmer, im Vorstand der DAK verantwortlich für die Hilfsmittelversorgung, lud uns zu einem Gespräch in die Hamburger Zentrale der Krankenkasse. In einer intensiven Diskussion gingen Herr Bodmer und die verantwortlichen Mitarbeiter aus dem Hilfsmittelmanagement auf unsere Kritikpunkte ein:

    *Unsere Kritik: Die Qualität der Hilfsmittel-Versorgung wird absehbar schlechter!*

    Die Befürchtung, dass mit deutlich sinkenden Erstattungs-Pauschalen auch die Versorgungsqualität nach unten geht, teilt man bei der DAK nicht. Die vertraglich von den Ausschreibungs-Gewinnern geforderte Qualität gehe deutlich über das hinaus, was heute im Hilfsmittelverzeichnis gefordert wird. Die bei der DAK versicherten Stomaträger*innen müssen keine Nachteile befürchten.

    *Unsere Kritik: Stomaträgern wird der Versorger diktiert!*

    Der Wegfall der Wahlfreiheit ist einer unserer zentralen Kritikpunkte. Durch Ausschreibungen wird Stomaträger*innen vorgeschrieben, wer sie betreut und von wem sie ihre Stomaversorgung erhalten. Die DAK sieht darin aber nicht nur Nachteile. Mit der damit verbundenen Reduzierung der heute hohen Anzahl von Vertragspartnern lasse sich auch die Versorgungs-Qualität besser kontrollieren.

    *Unsere Kritik: Das im Frühjahr 2017 in Kraft getretene Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) definiert Ausschreibungen für Hilfsmittel mit hohem Dienstleistungsanteil als „nicht zweckmäßig“.

    Ob der mit der Stomaversorgung verbundene Dienstleistungsanteil tatsächlich so hoch ist, dass eine Ausschreibung lt. HHVG gar nicht erlaubt ist, müsse nun vom Gericht entschieden werden. Die DAK Gesundheit hat gegen die Verpflichtung durch das BVA, die Ausschreibung zu stoppen, Klage am Landessozialgericht Hamburg eingereicht. Im Vergleich mit anderen Hilfsmittel-Bereichen liege der Dienstleistungsanteil bei der Stomaversorgung nach Beurteilung der Krankenkasse eher im Mittelfeld.

    *Unser Fazit*

    Uns haben die Argumente der Vertreter der DAK Gesundheit nicht überzeugen können.
    Erreicht die DAK durch ihre Ausschreibung eine so deutliche Kosteneinsparung wie uns im Gespräch vermittelt wurde, also eine deutliche Reduzierung der monatlichen Versorgungs-Pauschale, dann werden sich andere Krankenkassen daran ein Beispiel nehmen und ebenfalls deutlich niedrigere Pauschalen einfordern. Wir glauben nicht, dass die heute geforderte Versorgungsqualität dann noch aufrechterhalten werde kann. In der Folge müssen wir Stomaträger*innen mit deutlichen Einschnitten rechnen. Und geraten absehbar in die Situation, die Politiker aller Fraktionen mit der Verabschiedung des HHVG im vergangenen Jahr verhindern wollten.

    Der Ausgang ist weiter offen. Die DAK will aber die Entscheidung durch das Landessozialgericht Hamburg abwarten und die Ausschreibungsgewinner erst nach der Entscheidung des Gerichts bekannt geben. Auch wenn ihr die Klage die Möglichkeit gibt, dies sofort zu tun.

    gez.
    Mitarbeiter und Vorstand der Selbsthilfe Stoma-Welt e.V.

    Den Stand der Diskussion rund um Ausschreibungen in der Hilfsmittelversorgung fasst ein aktueller Beitrag des Deutschlandfunks zusammen, auf den wir an dieser Stelle hinweisen wollen. In dem Artikel, der auch als Podcast abrufbar ist, kommen neben der DAK und der Selbsthilfe auch Fachpolitiker, Patientenvertreter und Betroffene zu Wort:

    www.deutschlandfunk.de/ein-gesetz-mit-luecken-wenn-krankenkassen-auf-kosten-der.724.de.html?dram:article_id=415623

    Sie finden gut, wie wir uns für die Interessen der Stomaträger und Stomaträgerinnen einsetzen? Unterstützen Sie uns mit einer Spende (www.selbsthilfe-stoma-welt.de/ueber-uns/mit-spenden-helfen/) oder werden Sie Mitglied in unserem Selbsthilfeverein (www.selbsthilfe-stoma-welt.de/ueber-uns/mitglied-werden/).

    Selbsthilfe Stoma-Welt e.V.
    Am Bettenheimer Hof 26
    55576 Sprendlingen

    Beratungstelefon: 0800 200 320 105 (gebührenfrei)
    Email: verein@stoma-welt.de
    Internet: www.selbsthilfe-stoma-welt.de

    Eingetragen: AG Mainz VR 40644
    Anerkennung der Gemeinnützigkeit: FA Bingen-Alzey vom 18.08.2016

  • Liebe Unterstützer,

    wir haben der DAK-Gesundheit die Unterschriftenlisten zur Petition gegen die Stoma-Ausschreibung übergeben. In der vergangenen Woche hat uns die Krankenkasse den Eingang der Unterschriften bestätigt.

    Neben anderen berichtete das Online-Portal der Deutschen Apotheker Zeitung über die Übergabe der Unterschriften, in denen Sie sich gemeinsam mit mehr als 5.000 weiteren Unterstützern gegen die Ausschreibung der Hilfsmittel-Versorgung für die rund 14.000 in der DAK versicherten Stomaträger/-innen ausgesprochen haben.

    Zum Ergebnis des Ausschreibungs-Verfahrens hat sich die DAK-Gesundheit allerdings noch nicht öffentlich geäußert. Wir warten weiter auf eine Mitteilung, ob die Ausschreibung doch noch zurückgezogen wird und damit die absehbaren negativen Folgen abgewendet werden. Denn wir möchten nicht, dass…

    … uns die Krankenkassen den Versorger diktieren,
    … wir in Zukunft um die Qualität der Stoma-Hilfsmittel fürchten müssen,
    … wir in Zukunft keine Ansprechpartner mehr finden, die uns bei Problemen mit der Stomaversorgung kompetent helfen und unterstützen.

    Wir werden Sie auf diesem Weg wieder informieren, sobald es Neues zu berichten gibt.

    Mit herzlichen Grüßen,
    gez. die Mitarbeiter und der Vorstand der Selbsthilfe Stoma-Welt e.V.

    Aktueller Bericht zur Stoma-Ausschreibung der DAK-Gesundheit:

    02.03.2018: Warnschuss für die DAK – über 5.400 Unterschriften gegen Stoma-Ausschreibung, DAZ.online, www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/03/02/ueber-5-400-unterschriften-gegen-stoma-ausschreibung

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    Am Bettenheimer Hof 26
    55576 Sprendlingen

    Beratungstelefon: 0800 200 320 105 (gebührenfrei)
    Email: verein@stoma-welt.de
    Internet: www.selbsthilfe-stoma-welt.de

    Eingetragen: AG Mainz VR 40644
    Anerkennung der Gemeinnützigkeit: FA Bingen-Alzey vom 18.08.2016

  • Vor einer Woche endete die Zeichnungsfrist der Petition gegen die Ausschreibung der Stomaversorgung durch die DAK-Gesundheit, von der 14.000 Menschen mit einem Colo-, Ileo- oder Urostoma direkt betroffen sind. Innerhalb von zwei Monaten haben mehr als 5.400 Unterstützer die Petition gezeichnet. In über 1.000 Kommentaren beschreiben Stomaträger/-innen, Angehörige und Fachkräfte die negativen Folgen, die sie durch Ausschreibungen erwarten oder bereits erleben müssen.

    Was ist in der Zwischenzeit passiert? Mitglieder des Bundestags haben sich kritisch zur Ausschreibung der DAK geäußert. Das Bundesgesundheitsministerium beobachtet den Verlauf der Ausschreibung. Die zuständige Aufsichtsbehörde, das Bundesversicherungsamt, prüft die Ausschreibung. Die FAZ berichtete in ihrer gedruckten Ausgabe auf mehr als einer halben Seite, Focus Online berichtete in einem Filmbeitrag.

    Mit Ihrer Unterzeichnung haben Sie sich für einen Stopp der Ausschreibung eingesetzt. Sie haben mit dazu beigetragen, dass die Ausschreibung der DAK-Gesundheit so kritisch verfolgt wird. Sie haben geholfen, ein deutliches Zeichen zu setzen. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bei Ihnen bedanken.

    Wir werden die Unterschriftenlisten und Kommentare dem Vorstand der DAK übermitteln. Leider hat die DAK bis jetzt nicht auf unsere Terminanfragen reagiert, aber wir bemühen uns weiter um eine persönliche Übergabe und ein persönliches Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Storm.

    Darüber hinaus werden wir zuständige Behörden, Ministerien und Bundestags-Abgeordnete über das Ergebnis der Petition informieren.

    Mit herzlichen Grüßen,
    gez. die Mitarbeiter und der Vorstand der Selbsthilfe Stoma-Welt e.V.

    Aktuelle Berichte zur Stoma-Ausschreibung der DAK-Gesundheit:

    19.01.2018: Illegales Preisdumping bei den Krankenkassen? Video via YouTube, www.youtube.com/watch?v=qQLF_33I5fY

    30.01.2018: Ministerium beobachtet Heil- und Hilfsmittelverträge, Deutsche Apotheker Zeitung, www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/01/30/ministerium-beobachtet-heil-und-hilfsmittelvertraege (Hinweis: im Text wie auch in weiteren Presseberichten der letzten Wochen wird die Stomaversorgung als „Inkontinenzversorgung“ bezeichnet)

    Sie finden gut, wie wir uns für die Interessen der Stomaträger und Stomaträgerinnen einsetzen? Unterstützen Sie uns mit einer Spende (www.selbsthilfe-stoma-welt.de/ueber-uns/mit-spenden-helfen/) oder werden Sie Mitglied in unserem Selbsthilfeverein (www.selbsthilfe-stoma-welt.de/ueber-uns/mitglied-werden/).

    Selbsthilfe Stoma-Welt e.V.
    Am Bettenheimer Hof 26
    55576 Sprendlingen

    Beratungstelefon: 0800 200 320 105 (gebührenfrei)
    Email: verein@stoma-welt.de
    Internet: www.selbsthilfe-stoma-welt.de

    Eingetragen: AG Mainz VR 40644
    Anerkennung der Gemeinnützigkeit: FA Bingen-Alzey vom 18.08.2016

Pro

Bin selbst eine Betroffene, aufgrund eines Blasenkrebses habe ich durch eine Totaloperation einen künstlichen Ausgang ( Stoma ) gelegt bekommen und möchte auch in Zukunft selbst bestimmen, welches Fabrikat für mich gut ist. Die Fa. Publicar in Köln hat ein ausgezeichnetes Fabrikat mit einem hervorragenden Service. Bitte stoppen Sie die Ausschreibung der DAK zu Lasten der Patienten, wir sind mit dem jetzigen Zustand sehr zufrieden. mit freundlichen Gruß Elfriede Wulff, Reiherstieg 8, 25348 Glückstadt

Contra

Sorry, ich kann die Bedenken nicht teilen. Wer sich die Ausschreibung der DAK mal genau durchliest stellt fest, dass die DAK sich viel Mühe gegeben hat, den Service für die Patienten sicherzustellen. DIe Ausschreibung führt meines Erachtens zu einer deutlichen Steigerung der Versorgungsqualität und nicht zum absinken. Die Patienten haben ein Anrecht darauf, das von Ihnen gewohnte Produkt auch weiterhin zu nutzen. Es muss sich ergo niemand umgewöhnen. Die Beratung durch hochqualifizierte Fachleute wurde festgeschrieben. Daher halte ich diese Petition für die Patienten wenig zielführend.