Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
Wir fordern eine grundsätzliche Kostenübernahme der HPV Impfung aller Krankenkassen in Deutschland. Hierfür ist es besonders wichtig, dass die STIKO Ihre Empfehlung (letzter Stand 2018) bezüglich der Altersgrenze für Jungen und Mädchen überdenkt und Kampagnen zur Aufklärung von HPV gefördert werden.
Fast alle Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV. Mädchen und Jungen sowie Frauen und Männer können davon betroffen sein. Humane Papillomviren werden über direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Die Ansteckung erfolgt nicht durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma oder Scheidenflüssigkeit, sondern über Haut- und Schleimhautkontakt, also den unmittelbaren Kontakt mit infizierten Haut- und Schleimhautbereichen. Dies geschieht in erster Linie durch intime Haut- und enge Körperkontakte wie intensives Küssen, Streicheln, Petting oder beim Sex. Eine Ansteckung ist schon beim ersten sexuellen Kontakt (egal ob Vaginal-, Anal- oder auch Oralsex) möglich. Über kleinste, oftmals nicht sichtbare Verletzungen der Haut bzw. Schleimhaut kann das Virus dabei in den Körper eindringen.
Man geht davon aus, dass etwa 1,5 Millionen Frauen in Deutschland mit einem Hochrisiko-HPV infiziert sind. Etwa 400.000 sind an einer HPV-vermittelten, leicht- bis mittelgradigen Krebsvorstufe des Muttermunds erkrankt, etwa 100.000 an einer hochgradigen Vorstufe. Um diese Vorstufen zu therapieren, ist häufig eine Operation notwendig. Dabei werden auffällige Bereiche am Muttermund verödet oder ein kegelförmiges Stück Gewebe wird aus dem Gebärmutterhals entfernt. Bei einer zukünftigen Schwangerschaft können derartige Eingriffe das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen. Derartige Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses können durch die frühzeitige Impfung verhindert werden. Rund 80% der sexuell aktiven Frauen infizieren sich Schätzungen zufolge im Laufe ihres Lebens mit HPV. Die Zahl der Neuinfektionen ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen am höchsten, da sie die sexuell besonders aktiven Gruppen darstellen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Neuinfektionsrate ab. „In Deutschland entwickeln etwa 30 bis 40 Prozent aller jungen Menschen bis zu einem Alter von 25 Jahren zu irgendeinem Zeitpunkt eine HPV-Infektion“, so Prof. Beckmann.
Es ist an der Zeit, die STIKO von einem neuen, fairen und aktuellen Beschluss über die Altersgrenze der HPV Impfung zu überzeugen, da sie vorsorglich das Leben von über 80% der Frauen und Männer in Deutschland erleichtern kann.
Begründung
Zur Wirksamkeit der Impfung liegen Daten bei Frauen bis 45 Jahre vor. Da der Impfschutz für diese Frauen deutlich geringer ist, hängt die Entscheidung vom individuellen Sicherheitsbedürfnis der jeweiligen Patientin ab. Eine nachträgliche Impfung kann für die meisten Frauen, die als Jugendliche keine Impfung erhalten haben, sinnvoll sein, wird durch die STIKO für diese Altersgruppe aber nicht empfohlen und möglicherweise auch von der Krankenkasse nicht übernommen.
Vor knapp 10 Jahren wurde von vielen Frauenärzten und -ärztinnen die HPV Impfung aufgrund ihres bis dato geltenden Umfang des Schutzes nicht unbedingt empfohlen, welcher heutzutage weitaus mehr Schutz bietet und aus diesem Grund auch mit einem Alter von über 18 oder 25 Jahren nachgeholt werden dürfen, ohne selber auf den Kosten sitzen zu bleiben.