Die vier großen Netzbetreiber auf dem deutschen Strommarkt haben vom Bundesgesetzgeber den Auftrag zum Ausbau des Stromnetzes im Bundesgebiet erhalten. Vor wenigen Tagen hat der Netzbetreiber Amprion nun seine Pläne öffentlich gemacht. Sie sehen eine Stromschneise durch Bayern von der Breite einer sechsspurigen Bundesautobahn vor. Bis zu 80 Meter hohe Masten sollen Gleichstrom aus Sachsen-Anhalt in ein 20 Fußballfelder großes Mega-Umspannwerk führen, das im Umkreis von zehn Kilometern um Meitingen (Landkreis Augsburg) entstehen soll.

Die Unterzeichner dieser Petition fordern auf diesem Wege die sofortige und vorbehaltslose Einstellung des Projektes.

Begründung

Die Petenten halten die jüngsten Planungen zum Netzausbau aus den nachstehenden Gründen für den falschen Weg, die Energiewende in Bayern umzusetzen:

1.) Die geplante Trasse soll im sächsischen Bad Lauchstädt, in Mitten der Braunkohlereviere Mitteldeutschland und Lausitz, ihren Ursprung nehmen. Mit Ausnahme von Braunkohlestrom, dessen intensivierte Verwertung der Energiewende diametral entgegensteht, findet dort keine Art der Energieerzeugung statt, die nicht auch bei uns vor Ort betrieben werden könnte. Uns erschließt sich deshalb nicht, weshalb eine 450 Kilometer lange Stromautobahn notwendig sein soll, um die mit dem Atomausstieg verbundene Wertschöpfung (Steuern, Gewinne, Arbeitsplätze, Finanzierungszinsen usw.) internationalen Großkonzernen zu überlassen, anstatt sie in unserer Region zu generieren.

2.) Laut einem Argumentationspapier des Netzbetreibers Amprion, soll die geplante Trasse nicht zuletzt den Export von Stromüberschüssen nach Österreich verbilligen, welcher derzeit über verlustreiche und kostenintensive Netze durch Polen und die Tschechei erfolgt. Eine Studie des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW)kommt vor diesem Hintergrund zum eindeutigen Ergebnis, dass die betreffende Trasse für die Energieversorgung Bayerns nicht notwendig ist. Vor diesem Hintergrund sind wir nicht bereit einen eklatanten Eingriff in die Natur unserer Heimat hinzunehmen, um den ökonomischen Exportinteressen von internationalen Großkonzernen zu dienen.

3.) Bei der geplanten Gleichstromübertragungstechnik im angestrebten Höchstleistungsbereich handelt es sich um eine brandneue Technologie. Eine auf den üblichen Langzeitstudien basierende, wissenschaftlich fundierte Aussage über etwaige Gefahren für Mensch und Natur kann derzeit noch nicht seriös getroffen werden. Dies halten wir jedoch für eine essentielle Voraussetzung, die vor dem Beginn von Planung oder gar Bau erfüllt sein muss.

4.) Zur Erleichterung einer schnellen Umsetzung des geplanten Milliardenprojektes hat der Bundesgesetzgeber die betroffenen Bürger und Kommunen weitgehend ihrer Einspruchsmöglichkeiten beraubt. Sogar Zwangsenteignungen zugunsten des Trassenbaus wurden ermöglicht. Auch dies halten wir nachdrücklich für den falschen Weg, da eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende nur mit den Bürgern und nicht gegen sie gelingen kann.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der o.g. Massenpetition,

    im Frühjahr des letzten Jahres haben Sie sich dazu entschieden, die Massenpetition "Ja zur Energiewende - Nein zur Kohlestromautobahn durch Bayern" mit Ihrer Unterschrift zu unterstützen.

    Gemeinsam ist es uns seither gelungen, eine intensive Diskussion über die Sinnhaftigkeit der geplanten HGÜ-Trassen durch unsere Heimat anzustoßen. Die diesbezüglichen Auseinandersetzungen in den zuständigen Ausschüssen des Bayerischen Landtags und des Deutschen Bundestags, in deren parlamentarischen Prozess wir unsere Petition in Ihrem Auftrag eingespeist haben, haben maßgeblich zu einem Umdenken im politischen Entscheidungsprozess zum Netzausbau beigetragen. Ihren Höhepunkt fand die betreffende Debatte im bayerischen Energiedialog, dessen am Montag von Staatsministerin Aigner vorgestellten Ergebnisse Anlass zur Hoffnung geben, dass der Kelch dieses irrsinnigen Milliardenprojektes an unserer Heimat vorübergehen könnte.

    Bevor unser gemeinsamer Vorstoß zur Jahresfrist in den Archiven der Plattform "openpetition" verschwindet, will ich deshalb auf diesem Wege die Gelegenheit nutzen, mich nochmals von Herzen bei Ihnen allen für Ihre Mitwirkung an dieser für unsere Region so wichtigen Initiative zu bedanken.

    Im Zuge dessen versichere ich Ihnen, dass wir auch im Fortgang der politischen Entscheidungsfindung nach Kräften für eine dezentrale Umsetzung der Energiewende auf Basis erneuerbarer Energieträger kämpfen werden, welche nach unserer festen Überzeugung ohne die viel zitierten "Monstertrassen" und eine Intensivierung der Kohleverstromung gelingen kann uns muss.

    Herzliche Grüße an Sie alle

    Ihr

    Fabian Mehring
    Stellv. Bezirksvorsitzender der FREIEN WÄHLER in Schwaben

Pro

Woher kommt der Strom wenn es im Winter kalt und dunkel ist, kein Wind weht und wenig Wasser aus den Alpen kommt ? Aus dem Großkraftwerk mit schlechtem Wirkungsgrad und negativen Umweltfolgen, das den Rest des Jahres zum Stromüberschuss beiträgt und weite Leitungswege braucht. In jedem Haus steht für die Heizung ein Gerät das genau dann und nur dann Strom erzeugen könnte wenn er gebraucht wird - mit Kraft-Wärme-Kopplung. Das würde sich bei einem vorhandenen Gasanschluss sogar ohne Zuschuss rechnen, allein die politischen Vorgaben fehlen. Im Neubaugebiet kann das BHKW mehrere Häuser versorgen

Contra

Dass erneuerbare Energien sowohl zeitlich und auch örtlich am Energiebedarf vorbei produzieren, dürfte allgemein bekannt sein. Dass sich in den ländlichstenen Gegenden das ein oder andere Dorf sich - rechnerisch - selbst versorgen könnte, mag vielleicht an der Bauernschläue mancher "Energiewirte" liegen, ist aber oft eine negative Begleiterscheinung dieser Energie-wende. Eine wirklich zukunfsfähige Energieversorgung braucht zusätzliche überregionale und internationale Netzkapazitäten. Sich gegen zukunftsversprechende Übertragungstechnologien zu sperren ist eigentlich nur dumm!